07.10.2017 Matthäus | Persönlicher Glaube

Der scharfe Verweis des Herrn

Petrus versuchte, den Herrn davon abzubringen, in den Tod zu gehen. Der Herr hatte seinen Jüngern den Tod angekündigt, aber Petrus stemmte sich dagegen, ja tadelte den Herrn sogar. Die Antwort des Herrn mag uns erstaunlich hart vorkommen. Zunächst bewundern wir seine Ruhe, in der Er sich an Petrus wendet und ihm antwortet. Dann aber sind wir betroffen von den Worten: „Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Ärgernis.“ Das Besondere an dieser Anrede des Herrn ist, dass es außer der Person Satans nur einen Menschen gibt, der als „Satan“, als Widersacher, persönlich bezeichnet wird. Das ist Petrus. Von Judas sagt der Herr später, dass er ein Teufel, ein Verleumder, sei (vgl. Joh 6,79). Aber dort ist nicht die Rede von dem Teufel! Der Herr spricht von einem Teufel. Satan aber ist ein Name, der Name einer Person.

 

Petrus wird direkt als „Satan“ bezeichnet. Warum? Weil er für den Herrn ein Ärgernis war. Das heißt nicht, dass der Herr Jesus sich über Petrus „ärgerte“ und aufgeregt war, wie wir diesen Ausdruck heute verstehen könnten. Ein Ärgernis ist ein Fallstrick, durch den jemand zu Fall kommt. Wir wissen nicht, was Satan im Blick auf den Herrn genau im Ziel hatte. Denn der Teufel kannte den Ratschluss Gottes nicht. Er wusste nicht, dass das Kreuz die Grundlage der Erlösung vieler Menschen sein würde. Was er wollte, war, die Pläne Gottes zu zerstören und den Herrn Jesus zu beseitigen. Er wusste allerdings nicht, was sein Tun letztlich bewirkte.

 

Petrus nun erwies sich durch das, was er gerade tat, als Widersacher Gottes und des Herrn. Satan war der große Widersacher des Herrn. Das hatte er schon zu Beginn des öffentlichen Dienstes des Herrn gezeigt, als er Ihn dreimal versuchte. Nun war er tätig, um Jesus zu beseitigen. Dazu benutzte er die Menschenmassen. Zugleich versuchte er, den Herrn von dem Weg des Gehorsams abzubringen. Und dieses Ziel Satans sprach Petrus an dieser Stelle aus. Wir können nicht sagen, dass er von Satan instrumentalisiert wurde, denn der Teufel konnte gar nicht wissen, was genau hier geschah. Aber Petrus behinderte – wie Satan – den Herrn auf seinem Weg zum Kreuz. Daher musste er hinter den Herrn treten.

 

Eine Unterscheidung dürfen wir allerdings nicht übersehen: Als Satan selbst den Herrn angriff, wies ihn dieser mit den Worten ab: „Geh hinweg, Satan!“ (Mt 4,10). Mit dieser bösen Persönlichkeit wollte der Herr nichts, aber auch gar nichts zu tun haben. Mit Petrus dagegen pflegte Er weiterhin Gemeinschaft, wie man es schon sechs Tage später auf dem Berg der Verwandlung sehen kann (Mt 17,1-7).