19.09.2017 Persönlicher Glaube

Wählen und Politik: Literatur (3)

William Kelly zu Galater 6,14 (Bibelkommentar zum Galaterbrief)

Gott vergisst das Kreuz nicht, auch wenn das bei Christen vorkommt. Gerade das Kreuz Christi, das meine Rettung und Befreiung von dem Gesetz und dem Fleisch ist, zeigt mir, dass ich kein gemeinsames Teil mit dieser Welt habe als nur, ein gesegneter Fremdling in ihr zu sein, der durch diese Welt hindurchgeht. Wir mögen Beschäftigungen haben, die alle recht sind. Aber das ist überhaupt nicht das, was man ein Teil dieser Welt nennen könnte.

 

Der Herr lebte hier und starb hier. Hier fand seine Auferstehung statt. Er aß und trank in dieser Welt. Aber Er war nie von dieser Welt. Und dasselbe gilt grundsätzlich für den Christen - aber so sollte es auch praktischerweise sein. Unser Herr bildete keinen solchen Teil oder so ein Stückchen dieser Welt, dass sein Kommen in die Welt oder sein Abschied aus ihr die Abläufe in ihr auch nur für einen Moment zum Anhalten gebrächt hätte. Er wurde in dieser Welt nicht vermisst. Und in dem Augenblick, in dem ein Christ ein echter Bestandteil der Triebkraft wird, welche die Räder der Welt antreibt, stimmt es nicht mehr mit ihm, was seine Treue zu Christus betrifft.

 

Ein Christ sollte das Mittel für einen dauerhaften Segen in dieser Welt sein. Aber wie und mit was für einem Charakter? Er sollte das Zeugnis Christi, seines Retters, tragen. Er suchte nie etwas für sich selbst, sondern tat immer das, was gut war, und zwar deshalb, weil es der Wille des Vaters war. Seine Beweggründe waren nicht von der Welt, sondern von oben. Er vereinigte sich nicht mit den Plänen der Menschen, um den Menschen zu verbessern, sondern war sich immer bewusst, dass die Welt Gottes Feind war. Und dennoch blieb Er sich bewusst, dass die Liebe Gottes Ihn sandte, um den Menschen Gutes zu tun.

 

So war Christus, und so sollte es auch mit dem Christen sein. Die Aufgabe eines Christen ist es, Brief Christi zu sein. So ist und bleibt der eine wahre clue und Test für das, was auf einen Menschen zukommt: Werde ich bei diesem oder jenem Tun als ein Brief Christi handeln? Aber um zu wissen, was in Übereinstimmung damit ist, dass wir Brief Christi sind, muss ich seine Wege in den Worten des Heiligen Geistes suchen. Die Schrift wirft immer Licht auf das, was nach seinen Gedanken für die jetzige Situation richtig ist. Das gilt auch für die Belehrungen, die zu einer früheren Epoche gehören und mit ihr zu Ende gegangen sind, was also zum Gesetz und zu Israel gehörte, die Gottes alten Zeugen in der Welt waren.

 

Aber der Christ ist der gegenwärtige Zeuge Christi in der Welt, jedoch nicht von der Welt, auch wenn er in ihr lebt. Das ist das große Mittel, uns in unseren Lebenswegen zu prüfen und herauszufinden, inwieweit wir uns des Kreuzes rühmen. Das heißt, dass sich der Christ und die Welt auf ganz gegensätzlichen Grundsätzen befinden. Das Kreuz Christi ist das, was den Christen in jeder Hinsicht für diese Welt kreuzigt. Es stellt ihn vollständig außerhalb dieser Welt als einen, der aus ihr gerettet worden ist. Aber es ist auch wahr, dass die Welt dem Gläubigen gekreuzigt ist.

 

Der Christ sieht die Welt in ihrer vollen, nicht vergebenen Schuld. Sie ist über den Vater unwissend, obwohl der Sohn gekommen ist. So kann es überhaupt keine Gemeinschaft zwischen einem Christen und der Welt geben. Genauso wenig wie es solch eine Gemeinsamkeit für dieses Land mit einem Nachbarland geben könnte, wenn es in einem offenen Krieg mit diesem wäre. Wenn das wahr ist, zeigt das nicht, wie wenig Gottes Kinder sich ihrer christlichen Stellung bewusst sind, wie sie durch das Kreuz Christi bestimmt wird?

William Kelly: Das Kreuz Christi für den Christen