17.05.2017 Ehe & Familie

SCM-Journalist: Ehe für alle!

Der evangelische Journalist Rolf Krüger (Witten) ist davon überzeugt, dass Jesus Christus heute die „Ehe für alle“ einführen würde. Darunter versteht er ausdrücklich auch die gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Krüger: „Und ganz besonders schmerzt mich, dass es gerade auch die Christen als die vermeintlichen Vertreter der Liebe waren, die ihnen diese Ablehnung zufügten.“ „Jesusmäßig“ sei die „Goldene Regel“, andere Menschen so zu behandeln, wie man selbst von ihnen behandelt werden wolle.

 

Auf seiner Facebook-Seite schreibt Krüger, dass Jesus seinen Jüngern den Auftrag und die Vollmacht mitgegeben habe (Matthäus 16,19), Regelungen zu erlassen und andere abzuschaffen: „Das bedeutet: Wir sind dazu aufgerufen, Fragestellungen, die es damals noch nicht gab oder deren Kontext sich geändert hat (und das trifft in einer derart massiv veränderten Welt auf so ziemlich alle Fragestellungen zu), immer wieder neu zu bewerten und im Geiste Jesu unsere heutigen Antworten zu finden.“ „Definitiv hat sich der Kontext für gleichgeschlechtliche Liebe geändert. Also müssen wir die Situation heute im Geiste Jesu neu bewerten.“

 

Nun ist es eigentlich keine neue Information, dass im evangelischen Bereich so ziemlich alles in Frage gestellt werden kann, was Gottes Wort klar äußert. Die einschlägigen Stellen zur Ehe sind bekannt. Sie wird in der Bibel eindeutig als Beziehung von Mann und Frau definiert, nach einer öffentlichen Heirat. Die einschlägigen Stellen dazu, dass Gott gelebte Homosexualität Sünde nennt, sind auch bekannt (Römer 1; 1. Korinther 6).

 

Hier aber geht es nicht nur die evangelische Kirche. Rolf Krüger ist nämlich Leiter des vom SCM Bundes-Verlag betriebenen Internetportals „Jesus.de“. Der Bundes-Verlag gehört zur Stiftung Christliche Medien (SCM). Und das ist eine im Wesentlichen von Freikirchen getragene Stiftung. Das ist der „Verlag“, in dem der Hänssler-Verlag aufgegangen ist. Das ist die Stiftung, zu der inzwischen auch der ehemalige Brockhaus-Verlag gehört, in dem es die alternative „Elberfelder“ Übersetzung gibt, nicht die aus Hückeswagen. Hier ist auch der ERF-Verlag (Radio, Fernsehen) angesiedelt. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung ist Friedhelm Loh, Mitglied einer FEG (Freie evangelische Gemeinde). Man beruft sich auf Carl Brockhaus, obwohl dessen Belehrung über die Bibel schriftgemäß war, im Gegensatz zu dem, was man jetzt von Rolf Krüger lesen muss. Gleicherweise beruft man sich auf Rudolf Brockhaus, den Sohn von Carl, auch wenn die aktuellen Lehren ganz im Gegensatz zu dem stehen, was Rudolf geschrieben und gelehrt hat. Wer bei SCM einkauft, sollte sich bewusst sein, dass ihm alles Möglich in den Verlagswerken begegnen kann.

 

Was zeigt uns das? Wir sehen, wie schnell man von dem Weg der Wahrheit abweichen und vollkommen in die Irre laufen kann. Es braucht ja nicht weiter zu erläutert werden, dass ein Einsmachen mit solchen Lehren Identifikation mit Sünde bedeutet. Es ist nichts anderes als Lästerung, Bibelstellen wie Matthäus 16,19 dazu benutzen zu wollen, Gottes Wort zur Seite zu räumen. Dessen macht sich die Verlagsgruppe damit mitschuldig. Der Herr sagt in Matthäus 16: „Ich werde dir [Petrus] die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was irgend du auf der Erde binden wirst, wird in den Himmeln gebunden sein, und was irgend du auf der Erde lösen wirst wird in den Himmeln gelöst sein.“ Es ist böswillig, unter Lösen das Auflösen des Wortes Gottes verstehen zu wollen.

 

Diese falsche Lehre reicht nun weit in den früher konservativen evangelikalen Bereich hinein. Wir müssen auf der Hut sein, dass wir nicht selbst davon früher oder später angesteckt werden. Es wäre Verrat an dem Wort Gottes und an der Person des Herrn Jesus.

 

Bis dato gab es auch keine Stellungnahme vom SCM, zu der sich der Verlag bzw. die Stiftung hätte veranlasst gesehen. Offenbar kann man darüber in den Verlagen des SCM denken und sagen, was man für gut befindet.