06.06.2003Persönlicher Glaube | Ehe & Familie

Schöner werden wollen – können wir das?

Das alles hat mit unserem Fleisch zu tun. Wir wollen etwas sein, was wir nicht sind. Aber diesem Ideal rennen wir hinterher. Das ist übrigens die bemerkenswerte Belehrung der Beziehung von Jakob zu Rahel. Erst, als sie starb, hatte er - geistlicherweise gesprochen - Frieden (dazu in einem späteren Artikel mehr). In etwas anderem Zusammenhang sagt Paulus, was wir hier anwenden wollen: „Denn ich habe gelernt, worin ich bin, mich zu begnügen“ (Philipper 4,11). Paulus bezieht das auf äußere Versorgung. Wir dürfen es auch auf unser Outfit beziehen.

Keine Gesetze - wahren Schmuck

Natürlich geht es nicht darum, irgendwelche Gesetze zu erlassen. Die Schrift kennt in diesem Sinn keine Gesetzlichkeit. Und doch hat die Schrift zu unserem äußeren Erscheinungsbild - besonders der Frau - etwas zu sagen: „Deren Schmuck nicht der äußere sei durch Flechten der Haare und Umhängen von Goldschmuck oder Anziehen von Kleidern, sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck des sanften und stillen Geistes, der vor Gott sehr kostbar ist“ (1. Petrus 3,3.4). Warum legen wir so viel Wert auf unser Äußeres? Weil es mit dem ersten Blick erfasst wird. Und tatsächlich ist es so, dass wir alle ordentlich gekleidet sein und mit ordentlichen Formen leben sollen.

Aber wenn selbst Samuel bei der Auswahl des Nachfolgers von Saul durch die äußere Erscheinung geblendet wurde (1. Samuel 16,7), ist es nicht verwunderlich, dass wir es tun - und uns selbst so verhalten. Welchen Wert hat es aber, vermeintlich schöner, attraktiver, anziehender, mehr „sexy“ zu sein? Bei jungen Frauen und Männern, die noch nicht verheiratet sind, kann man das menschlich noch verstehen. Aber so werden sie zweifellos keinen geistlicheren Ehepartner gewinnen können.

Wenn ältere Frauen und Männer anfangen …

Aber wie steht es um verheiratete Personen? Sie sollen und dürfen ihrem Ehepartner gefallen. Für ihn dürfen sie sich im natürlichen Sinn „schön“ machen. Aber in aller Regel ist der Ehepartner nicht in einem wesentlich anderen Alter als man selbst. Welche Motivation steckt dann dahinter, durch extra jugendliche, vielleicht sehr körperbetonte Kleidung oder durch das Färben von Haaren (vielleicht nur mit einer Haarwaschtönung) das Äußere bewusst zu manipulieren? Wie gesagt - das ist kein allein „feminines Problem“ - auch wir Männer können durch Haarschnitt (bitte - wir stellen keine Gesetze auf!), Teint oder sonstige Bekleidung uns zu dem machen, was wir eigentlich sein wollen.

Gibt es vielleicht einen Konkurrenzkampf innerhalb der Schwesternschaft oder der Brüderschaft? Können vielleicht Neidgefühle gegenüber meinem „geistlichen“ Nachbarn aufkommen? Gibt es an manchen Orten vielleicht sogar einen gewissen Gruppenzwang? Wir sollten auch nicht außer Acht lassen, dass wir Vorbilder für Jugendliche und unsere Kinder sind. Und wirklich schöner werden wir mit solchen Anstrengungen auch nicht - erst recht nicht für Gott.

Nicht nach links oder rechts, sondern nach vorne schauen

Auch wir Christen schauen gerne nach links oder rechts. Das muss nicht immer direkter Neid sein - das war es auch bei Petrus nicht, als er den Herrn in Johannes 21 nach Johannes fragte. Aber die Antwort des Herrn Jesus war klar: Folge DU mir nach. Für die Nachfolge hinter dem Herrn her bedarf es keiner äußerlichen Anpassung nach oben oder unten. Wenn wir die Freude in Ihm bewahren, werden unsere Prioritäten in der rechten Weise gesetzt werden.