24.06.2017 Matthäus | Versammlung / Gemeinde

Die falsche Lehre der Römisch-Katholischen Kirche

Leider hat die Römisch-Katholische Kirche gerade diese Worte Jesu in mehrfacher Weise falsch verstanden bzw. sogar verdreht und dadurch eine böse, falsche Lehre verbreitet:
  1. Die Versammlung ruht auf dem Felsen, nicht auf dem Stein Petrus: Die Römisch-Katholische Lehre gründet ihr Festhalten an Päpsten als Nachfolger von Petrus unter anderem auf die falsche Auslegung, dass der Herr hier gesagt habe, die Versammlung ruhe auf diesem schwachen, versagenden Menschen und Apostel. Was für eine armselige Grundlage hat sich dieses System hier ausgesucht. Petrus war ein hervorragendes Werkzeug in den Händen des himmlischen Vaters und des Herrn Jesus, viel treuer als wir alle. Aber schon die nächsten Verse unseres Kapitels zeigen, wie sündig er war, so dass der Herr ihn sogar mit Satan ansprechen musste. Was für ein Licht wirft das auf die Unfehlbarkeitslehre, die sich die Päpste zugeschrieben haben.
  2. Abgesehen davon finden wir im Neuen Testament, dass nicht Petrus sondern Paulus das Geheimnis der Verwaltung der Versammlung anvertraut worden ist. Es ist geradezu die Ironie Gottes: Die Römisch-Katholische Kirche hat sich bei der Auswahl des Apostels vertan. 1 In diesem Zusammenhang ist es interessant zu sehen, dass Petrus in der Apostelgeschichte Jesus als Christus verkündigt, als den angekündigten Sohn Davids (vgl. z.B. Apg 2,31.36; 3,18.20; 5,42). Stephanus erweitert dann den Blick am Ende seiner Leiden, wenn er davon spricht, dass er den Sohn des Menschen sieht (vgl. Apg 7,56). Erst Paulus verkündigt Jesus als Sohn Gottes, das aber sofort nach seiner Bekehrung (vgl. Apg 9,20). Hieran sehen wir, dass Petrus zwar die Offenbarung der Herrlichkeit des Sohnes des lebendigen Gottes und der Versammlung bekam, dass seine Hauptaufgabe jedoch das Königreich der Himmel war, nicht die Versammlung, während die Hauptaufgabe von Paulus in der Verwaltung der Versammlung bestand, beauftragt durch Gott selbst und den Herrn Jesus Christus. Denn Petrus spricht in seinen Briefen nicht einmal das Wort „Versammlung" aus; und auch in seinen Predigten finden wir keinen einzigen Hinweis darauf. Petrus hatte in der Versammlung keinen anderen Platz als jeder andere Gläubige - denselben Platz, den auch jeder Gläubige heute einnehmen darf. Er war als Apostel zweifellos ein besonderes Werkzeug in der Hand Gottes, stand aber nicht über der Versammlung.
  3. Der Herr Jesus hat hier keinen Stellvertreter für sich auf der Erde eingerichtet. Er hat Petrus schlicht einen Auftrag gegeben, von dem wir in Matthäus 18 und Johannes 20 sehen, dass Er ihn auch auf andere Personen erweiterte.
  4. Die Versammlung wird hier in ihrer Vollkommenheit gesehen, was Grundlage, Wesen, Darstellung und Baumeister betrifft. Die Römisch-Katholische Kirche hat dagegen die Seite der Verantwortung des Menschen, wie sie in 1. Korinther 3 vorgestellt wird, und die Seite des göttlichen Wirkens, miteinander vermischt. Bis heute meint sie, die biblische Versammlung (Gemeinde, Kirche) sei (allein) sichtbar in der Römisch-Katholischen Kirche, in dem Arbeiten und Wirken dieser „Kirche". In Wirklichkeit gibt es viele Gläubige außerhalb dieses Systems. Man muss sich sogar fragen, wie viele lebendige Steine es innerhalb dieser Kirchenmauern geben mag. Das, was Päpste und ihre Anhänger gebaut haben, bewirkte letztlich den Ruin der wahren Kirche Gottes, des lebendigen Organismus, der aus allen Gläubigen besteht. Diese irdische Kirche, mag sie es noch so oft wiederholen, ist nicht die Kirche des Sohnes des lebendigen Gottes.
  5. Die Versammlung hat ein ewiges, himmlisches Fundament. Ihr Wesen ist nicht von dieser Welt. Die Römisch-Katholische Kirche dagegen hat ein Reich hier auf dieser Erde aufgebaut, das einmal als Babylon, die Hure, gerichtet und zerstört werden wird (vgl. Off 17.18). Als „Vatikan" hat sie nicht nur eine Bank und andere menschliche Einrichtungen, sondern sie versteht sich auch als eine weltliche Macht.

 

Versammlung und Königreich sind zwei verschiedene Dinge. Dieser Gedanke hat bereits mit Vers 19 zu tun. Hier hat die Römisch-Katholische Kirche eine Vermischung vorgenommen, in dem sie keinen Unterschied zwischen den Vorrechten der göttlichen Versammlung und der Verantwortung des einzelnen Gläubigen macht. Taufe und andere sogenannte Sakramente, die mit der Versammlung Gottes nichts zu tun haben, werden in das kirchliche System eingebracht. Sogar das Seelenheil verknüpft diese sogenannte Kirche mit der Mitgliedschaft an ihrem Kirchensystem.


Fußnoten:

1 In diesem Zusammenhang ist es interessant zu sehen, dass Petrus in der Apostelgeschichte Jesus als Christus verkündigt, als den angekündigten Sohn Davids (vgl. z.B. Apg 2,31.36; 3,18.20; 5,42). Stephanus erweitert dann den Blick am Ende seiner Leiden, wenn er davon spricht, dass er den Sohn des Menschen sieht (vgl. Apg 7,56). Erst Paulus verkündigt Jesus als Sohn Gottes, das aber sofort nach seiner Bekehrung (vgl. Apg 9,20). Hieran sehen wir, dass Petrus zwar die Offenbarung der Herrlichkeit des Sohnes des lebendigen Gottes und der Versammlung bekam, dass seine Hauptaufgabe jedoch das Königreich der Himmel war, nicht die Versammlung, während die Hauptaufgabe von Paulus in der Verwaltung der Versammlung bestand, beauftragt durch Gott selbst und den Herrn Jesus Christus.