18.02.2017Matthäus | Persönlicher Glaube

Böser Lebenswandel – böse Lehre

Bild: Herodium mit Grab des Herodes

Seit jeher war es für Gläubige leichter, einen bösen Lebenswandel und eine falsche Moral zu entlarven als eine falsche Lehre. Schon Richter 17–21 zeigen dieses Phänomen. In den Kapiteln 17 und 18 finden wir die falsche Lehre, geistlichen Götzendienst. Kein Aufruhr ist zu sehen angesichts dieses Wegwendens von Gott. Als es aber um Homosexualität und falsche Moral ging (Kapitel 18–21), finden wir einen regelrechten Aufschrei im Volk.

 

Bis heute ist es so, dass moralische Sünden, wie wir sie in 1. Korinther 5 finden, wesentlich leichter von uns als Sünde empfunden werden als falsche Lehre. Wir erkennen sie oft erst sehr spät; und dann haben wir davor bei weitem keine solch große Abscheu wie vor falscher Moral. Wie wichtig ist es hier, sich das Empfinden durch die Bibel prägen zu lassen!

 

Der Herr warnt nun hier vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer. In der Parallelstelle in Markus 8,15 warnt Er auch vor dem Sauerteig der Herodianer. Das ist die Lehre der Freizügigkeit und Weltlichkeit. Man kann fragen, warum Matthäus diesen Punkt nicht wiedergeben sollte. Eine Antwort scheint darin zu liegen, dass Matthäus hier den Rahmen der bösen Lehren geben soll. Er beschreibt sozusagen die konservative Richtung böser Lehren (Pharisäer) und die liberale Richtung böser Lehren (Sadduzäer), welche die beiden äußeren Markierungslinien böser Lehren aufzeigen. Markus spricht von der Lehre der Herodianer, die eine besondere Gefahr in politischer Hinsicht darstellt, aber irgendwo zwischen dem Gedanken der Sadduzäer und dem der Pharisäer liegt. Zudem scheint es dem Geist Gottes in unserem Evangeliums besonders um die religiösen Gefahren zu gehen.