14.12.2016 Jesus Christus / Gott | Persönlicher Glaube

Gott spricht (FMN)

Warum überhaupt reden?

Bevor wir uns mit dem Thema „Gott spricht“ beschäftigen, wollen wir die Frage klären: Warum reden wir überhaupt miteinander? Manche reden vielleicht aus Langeweile, weil sie sonst nichts Besseres zu tun haben. Das ist aber nicht die Regel. Im Allgemeinen möchten wir einem anderen etwas sagen. Sagen, was uns gerade beschäftigt, worüber wir nachdenken, was unsere Pläne sind, was wir empfinden, und um mit jemandem Gemeinschaft zu haben. Die Liste kann man erweitern. Sie reicht aber schon, um uns alle zum Nachdenken zu bringen, warum Gott zu uns Menschen gesprochen hat – und immer noch spricht.

Drei Punkte beschäftigen uns in diesem Artikel:

  • Gott spricht – im Gegensatz zu Götzen
  • Gott spricht – seit Anfang der Schöpfung
  • Gott spricht – in der Person des Sohnes
Gott spricht – im Gegensatz zu Götzen

In Jesaja 44,14-17 beschreibt Jesaja leicht verständlich, was ein Götze ist und was ein Götze kann: Jemand geht in den Wald und hackt sich eine Eiche ab. Aus einem Teil der Eiche haut er sich Brennholz zum Heizen, Brotbacken und Fleischbraten. Aus dem Rest schnitzt sich die Person ein Götzenbild, wirft sich davor nieder und betet: „Errette mich, denn du bist mein Gott [Götzenbild]!“

Psalm 115 bringt es bezüglich Götzen auf den Punkt: „Einen Mund haben sie und reden nicht; Augen haben sie und sehen nicht; Ohren haben sie und hören nicht; eine Nase haben sie und riechen nicht; sie haben Hände und tasten nicht, Füße, sie gehen nicht; keinen Laut geben sie mit ihrer Kehle.“ (Ps 115,5-7).

Aber von Gott schreibt ein Psalmist: „Der das Ohr gepflanzt hat, sollte er nicht hören? Der das Auge gebildet hat, sollte er nicht sehen?“ (Ps 94,9).

Die Gläubigen in Thessalonich hatten das erkannt und sich „von den Götzenbildern zu Gott bekehrt“, „um dem lebendigen und wahren Gott zu dienen“ (1. Thes 1,9). Jeder, der heute Jesus Christus als seinen Heiland und Herrn annimmt, hat eine direkte Beziehung zu dem lebendigen Gott.

Wir glauben nicht an einen toten Gott. Unser Gott wurde nicht von Menschen erfunden. Nein, der Gott der Bibel sprach schon, bevor es die Erde und das gesamte Weltall gab. Ja, Er erschuf alles durch seinen Befehl.

Gott spricht – seit Anfang der Schöpfung

„Und Gott sprach …“ – das lesen wir auf den ersten Seiten der Bibel immer wieder. Oder überlesen wir es vielleicht?

Haben wir eine ungefähre Vorstellung davon, was es bedeutet, dass Gott spricht? Der ewige Gott spricht – und auf einmal wird aus Finsternis Licht. Gott spricht – und das Wasser sammelt sich da, wo Er es haben will.

Am sechsten Schöpfungstag sprach Gott: „Lasst uns Menschen machen.“ Seit Gott den Menschen erschaffen hat, spricht Er auch zu ihm. Mit zu den ersten Worten Gottes zu Adam gehört ein Verbot: „Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben“ (1. Mo 2,16.17).

In der gleichen Zeit sprach „Gott, der Herr: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht.“ (1. Mo 2,18). Daraufhin bildete Gott Eva, Adams Frau.

Beiden gebot Gott: „Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen!“ (1. Mo 1,28).

Adam und Eva brachen aber das eine Verbot, das Gott ihnen gegeben hatte. Durch diesen Ungehorsam kam die Sünde in die Schöpfung. Ab diesem Moment konnte der Mensch keine Gemeinschaft mehr mit Gott haben. Gott wusste um die getrennte Beziehung – das ließ Ihn nicht kalt. Er sucht den Menschen und ruft ihn: „Wo bist du?“ (1. Mo 3,9). Natürlich wusste Er, wo Adam sich versteckte. Aber Er wollte dessen Herz erreichen, um ihn zum Nachdenken über sein Handeln zu bringen.

Gott ist die Beziehung mit dem Menschen so wichtig, dass Er ihm nachgeht. Ihm ist jeder Mensch so wichtig, dass er nicht „nur“ spricht, sondern ihn laut ruft!

Auch in den weiteren Kapiteln der Bibel spricht Gott immer wieder zu einzelnen Personen. Er fragt Kain, warum er ergrimmt ist und wo sein Bruder Abel ist (1. Mo 4,6.9). Er spricht zu Noah, kündigt das Gericht über die Erde an und gibt ihm den Auftrag, die Arche zu bauen. Viele Jahre später sagt Er ihm, dass er und seine Familie in die Arche gehen soll. Über ein Jahr später, als das Wasser der Flut getrocknet war, „redete Gott zu Noah und sprach: Geh aus der Arche, du und deine Frau und deine Söhne und die Frauen deiner Söhne mit dir.“ Gegenüber Noah und seinen Söhnen wiederholt Gott dann den Auftrag: „Seid fruchtbar und mehrt euch, und füllt die Erde“ (1. Mo 6,13; 7,1; 8,15; 9,1).

Es ist auffallend, dass Gott auch weiterhin, wenn Er zu einem Menschen spricht, ihm oft etwas verheißt oder einen Auftrag gibt. So auch im Leben Abrahams (siehe 1. Mo 13-18). Eine Besonderheit finden wir in 1. Mose 17,1-3: Nach dreizehn Jahren Schweigen stellt Gott sich Abraham als der Allmächtige vor und fordert ihn auf, vor seinem Angesicht zu leben und vollkommen zu sein. Als Abraham auf sein Angesicht fällt – das zeigt eine demütige und anbetende Haltung –, ist es das erste Mal in der Bibel, dass Gott mit einem Menschen spricht: Gott wiederholt seinen Bund mit Abraham und verheißt ihm, dass er „zum Vater einer Menge Nationen werden“ wird.

Gott spricht – in der Person des Sohnes

In der Geschichte Israels sprach Gott oft zu seinem Volk, indem Er Propheten als Sprachrohr einsetzte. Sie pflegten den Kontakt zu Gott und die Gemeinschaft mit Ihm. Dadurch konnte Gott sie gebrauchen, um auf unterschiedliche Weise zum Volk zu reden. Davon spricht Hebräer 1,1: „Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den (oder: durch die) Propheten …“

Der Vers geht weiter: „… hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn …, durch den er auch die Welten gemacht hat; welcher, [die] Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und [der] Abdruck seines Wesens seiend …“ (aus Heb 1,1-3).

Die Propheten redeten Aussprüche Gottes. Der Sohn aber ist Gott. Gott hat in der Person des Sohnes zu uns geredet. Ohne ein Wort zu reden, hätte Gott allein durch das Leben des Sohnes zu uns gesprochen. Hebräer 1 Vers 3 sagt, dass der Sohn der Abdruck des Wesens Gottes ist. In Johannes 1 Vers 18 steht: „Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat ihn kundgemacht.“

Gott ist ein Geist (Joh 4,24) und daher nicht körperlich sichtbar. Durch den Sohn wurde Gott für die Schöpfung auf eine vorher und nachher nie dagewesene Art und Weise sichtbar und ihr bekannt gemacht. Zu seinem Jünger Philippus sagte der Herr Jesus: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9). Damit wird die Einheit Gottes in den Personen des Vaters und des Sohnes angedeutet. In Johannes 10 Vers 30 sagt Er es ganz deutlich: „Ich und der Vater sind eins.“ Und da der Sohn immer in der Kraft des Heiligen Geistes gehandelt hat (siehe z.B. Mt 12,28), wird die Einheit der drei Personen der Gottheit deutlich.

Im Abschnitt „Gott spricht – seit Anfang der Schöpfung“ (s.o.) sahen wir, dass sich die Wasser durch das Wort Gottes da sammelte, wo Er es haben wollte. Wind und Wasser gehorchten auch dem Sohn des lebendigen Gottes, als die Jünger durch den Sturm in Seenot waren: „Und er wachte auf, schalt den Wind und sprach zu dem See: Schweig, verstumme! Und der Wind legte sich, und es trat eine große Stille ein“ (Mk 4,39).

Wir halten fest:
  • Der Sohn ist der Abdruck (Abbildung) des Wesens Gottes.
  • Der Vater wurde durch den Sohn sichtbar gemacht.
  • Vater, Sohn und Heiliger Geist sind eine Einheit.
Gott spricht – Konsequenz

Der Gott der Bibel ist nicht ein toter Gott. Wir glauben nicht an einen von Menschen erfundenen Gott. Sondern wir glauben an den Gott, der den Menschen erfunden und erschaffen hat, der allein durch sein Wort das gesamte Universum mit allen Planeten und Sternen ins Dasein rief.

Derselbe Geist Gottes, der in 1. Mose 1 Vers 2 über den Wassern schwebte, ließ die Bibel durch viele sehr unterschiedliche Männer aufschreiben. Es ist derselbe Gott, der bis heute durch die Bibel zu jedem einzelnen Menschen redet – und reden möchte.

Lasst uns die Bibel mehr und aufmerksamer lesen – denn Gott spricht zu uns!

Folge mir nach – Heft 11/2016