29.05.2003Persönlicher Glaube | Römer

Ein glücklicher Christ

Vollkommene – vollkommenes Glück

Paulus nennt das an einer anderen Stelle, dass ein Christ „Vollkommener“ ist (1. Korinther 2,6). Er ist in diesem Sinn „erwachsen“, als er nicht mehr an der Vollgültigkeit des Werkes des Herrn Jesus auch für ihn persönlich zweifelt. Man ist dann kein Christ mehr, der ständig in sich selbst hineinschaut, um festzustellen, dass man immer noch sündigt, dass man die Sünde noch nicht überwunden hat.

Dieser Blick ins Innere lässt einen letztlich nur verzweifeln: „Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von diesem Leib des Todes-“ (Römer 7,23.24).

Grübeln – beim Blick nach innen

Wir werden nur nach unten gezogen, wenn wir auf uns selbst sehen. Denn da finden wir nichts wirklich Brauchbares. Wir werden auch unglücklich, wenn wir über alles das nachdenken, was wir nicht besitzen. Vielleicht hat mir der Herr etwas vorenthalten, wobei es das im strikten Sinn natürlich gar nicht gibt. Aber es gibt viele „Dinge“, die ich bei anderen sehe, die so etwas besitzen. Und dann werde ich traurig, gerate ins Grübeln, und werde unglücklich. Das führt zu einer Unzufriedenheit, mit mir selbst, vielleicht hadere ich mit meinem „Schicksal“. Mit anderen, vielleicht beneide ich sie um ihr spezielles Glück. Mit Gott – warum gibt Er mir nicht das Glück, das ich begehre-

Dann gibt es einen Zufluchtsort: den Vater. Denn dieses Bewusstsein von Erwachsenen haben die „Kindlein“, von denen Johannes spricht, bereits: „Ich schreibe euch, Kindlein, weil ihr den Vater erkannt habt“ (1. Johannes 2,14). Sie kennen ihren himmlischen Vater, der ihnen die vollkommene Errettung (noch nicht des Körpers, die folgt bei der Entrückung) geschenkt hat. Und wenn Er sich so um uns gekümmert hat, uns sogar den Heiligen Geist als göttliche Person geschenkt hat, die in uns wohnt (1. Johannes 2,20), dann ist auch seine weitere Handlungsweise mit uns zum Guten und aus Liebe (Römer 8,28).

Tiefes Glück – beim Blick auf Christus

Wir dürfen uns dann immer besinnen, dass Christus nicht nur für uns gestorben ist (Römer 3), sondern dass wir auch mit Ihm gestorben sind (Römer 6-7). Wir brauchen uns nicht mehr in uns selbst anzustrengen, denn Christus hat schon alles getan. Und das in uns, was vom alten Menschen ist, ist mit Ihm dort gestorben. Was kann uns dann noch etwas vom wirklichen Glück in Christus wegnehmen- Niemand und nichts! Denn unser Glück beruht allein auf Ihm und seinem vollbrachten Werk. Und hat Gott damit nicht bewiesen, dass Er jedem Einzelnen von uns das alles gibt, was wir zu unserem wahren, persönlichen Glück nötig haben-

„Was sollen wir nun hierzu sagen- Wenn Gott für uns ist, wer gegen uns- Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat: Wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken-“ (Römer 8,31.32). Es gibt niemand, der uns noch verdammen könnte, nicht einmal der Teufel kann es tun. Und dann kann uns auch nichts mehr von der Liebe des Christus trennen!

Glückliche Ruhe – beim Blick ins Herz Gottes

„Wer wird uns scheiden von der Liebe des Christus- Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hungersnot oder Blöße oder Gefahr oder Schwert-“ (Römer 8,35). Nein, so groß auch unsere Not persönlicher Umstände sein mag, sie ist nicht in der Lage, uns das Glück der Liebe des Christus zu nehmen. Und Paulus kann auch das noch steigern und eröffnet uns die unendliche und unfassbare Welt der Liebe Gottes, da wir Überwinder durch Christus sind: „Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben … weder Höhe noch Tiefe, noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermögen wird von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Römer 8,38.39).

Größere Gegensätze, größere Probleme als Tod, Tiefe und Teufel gibt es nicht – auch für uns nicht. Und dennoch können sie uns den Genuss und das Bewusst sein göttlicher Liebe, ja der Liebe des ewigen Gottes nicht mehr nehmen. Dann wird jede Trübsal zu einer Erfahrung Gottes selbst. Und jedes Grübeln und jede Kritik entweicht in dem unendlichen Ozean der Liebe Gottes. Wahrhaft ein ewiges Glück, das wir besitzen!