29.05.2008 Ehe & Familie

Die Hausfrauen-Falle

Familienpolitik ist schon seit längerer Zeit ein Zankapfel der Politik. Die einen ärgern sich, dass die rückständige CDU eine, wie es heißt, so moderne Familienministerin hat, wie man sagt. Die anderen fordern einen viel stärkeren Eingriff in die Entscheidungssouveränität einzelner Familien. Andere werfen ihren politischen Gegnern vor, in ihren Konzepten müsse sich die Frau entscheiden, ob sie Kinder haben oder Karriere machen wolle. Heute müsse beides möglich sein – vom Staat unterstützt. Welche Position vertreten wir als Christen eigentlich zu diesem Thema?


„Damit sie [die alten Frauen] die jungen Frauen unterwiesen, ihre Männer zu lieben, ihre Kinder zu lieben, besonnen, keusch, mit häuslichen Arbeiten beschäftigt, gütig, den eigenen Männern unterwürfig zu sein, damit das Wort Gottes nicht verlästert werde“ (Titus 2,4.5). Dieser Vers gibt der Familienethik einen wichtigen Rahmen: Wenn Gott in einer Ehe Kinder schenkt, sollen die Frauen ihre Liebe zu den Kindern durch die äußere Versorgung zeigen. Sie haben die Aufgabe, die häuslichen Arbeiten zu erledigen. Damit stellen sie sicher, dass das Wort Gottes nicht verlästert wird.

Der Haushalt ist schrecklich – herausfordernd!

Heißt das, dass Männer im Haushalt nicht helfen sollen? Natürlich nicht! Denn wir Männer sollen unsere Frau lieben. Und diese Liebe zeigt sich nicht nur durch einen Kuss und „im Bett“! Sie zeigt sich durch tatkräftige Unterstützung, wo und wann immer das möglich ist. Und dennoch bleibt bestehen, dass die Ehefrauen und Mütter hier ihren besonderen Verantwortungsbereich haben.

Sie bleiben zu Hause, insbesondere, wenn Kinder da sind. Schrecklich, oder? Vielleicht geht es Dir – ich schreibe jetzt zu Männern – ähnlich wie mir, dass man eine solche Entscheidung in Gesprächen im Unternehmen fast rechtfertigen muss. Müssen wir eine solche Haltung (die hoffentlich von Mann UND Frau gemeinsam entschieden und getragen werden!) wirklich verteidigen? Nein, das müssen wir nicht. Denn es ist nicht nur eine wichtige Aufgabe, die Frauen zu Hause ausführen. Es ist auch eine vornehme, eine würdevolle und schöne Aufgabe.

Nicht auf falsche Wertvorstellungen setzen

Das kann man leicht vergessen, weil sich heute andere Wertvorstellungen durchsetzen. Es ist leider dazu gekommen, dass man sich schämt zu sagen, dass die Frau zu Hause „arbeitet“ und auf die Kinder aufpasst. Vielleicht schämt sich der ein oder andere von uns dafür. Das ist nicht nur unnötig, sondern unsinnig! Wir sollten das stolz sagen können. Denn eines ist klar: Unsere Frauen werden für diese Arbeit, die sie hier unter mancher Verachtung tun, großen Lohn erhalten! Und zwar von dem Herrn Jesus.

Daher sollten wir zu dieser scheinbar altmodischen Rollenverteilung nach wie vor nicht nur stehen, sondern sie ruhig offensiv nennen. Übrigens auch vor Christen. Denn auch hier gibt es inzwischen – durch die veränderte Werteordnung unserer Gesellschaft – zuweilen ein mitleidiges Lächeln, wenn eine Mutter ihre Kinder nicht zum frühesten Zeitpunkt in die Krippe oder in den Kindergarten bringt. „Was, Du willst auf Deine Freiheit und Deine herausfordernde Karriere verzichten?“ – wird man manchmal gefragt. „Nein! Es gibt keine größere Herausforderung, als Kinder zu erziehen, zu Erwachsenen zu (be)fördern, sie zu dem Herrn Jesus zu führen. Dadurch haben wahrscheinlich Frauen mehr Menschen zu Jesus geführt als Männer.

Frauen leisten großartige Arbeit zu Hause!

Ja, es ist großartig! Auch wenn die tägliche Arbeit zu Hause manchmal äußerst anstrengend, nervig und aufreibend ist. Wahrscheinlich mehr, als wir Männer im Allgemeinen wissen und glauben – und selbst gefordert sind. Nicht jeder Tag ist für eine Hausfrau gleich schön. Viele Tage sind sehr hart. Wenn sich Mütter aber Zeit für ihre Kinder und den Haushalt nehmen, werden sie letztlich im nachhinein doch Freude haben – jedenfalls, wenn sie diese Arbeit in Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus tun.

Das wünsche ich jeder Mutter und Hausfrau. Es lohnt sich, selbst wenn wir Männer es häufig viel zu wenig wertschätzen und zu wenig mit geäußerter Liebe danken.