23.08.2016 Versammlung / Gemeinde

Evangelische Allianz und politisches Engagement

Zum Abschluss seiner „Dienstzeit" als Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz sagte Michael Diener (Kassel), zugleich Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes und Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD): „In der Allianz stehen wir für die grundlegenden Themen geistliche Einheit, Gebet, die Bibel als lebendiges Wort Gottes, Mission und Evangelisation sowie politisches und gesellschaftliches Engagement auf biblischer Grundlage." Auf der Jahreskonferenz der Allianz im thüringischen Bad Blankenburg (27. - 31. Juli) unterstrich er gegenüber ideaSpektrum, Christen sollten deutlich machen, was sie trotz ihrer unterschiedlichen politischen Anschauungen miteinander verbindet.

 

Neben den zu begrüßenden Themen wie Gebet und Bibel als Gottes Wort, Mission und Evangelisation begeben sich Diener und damit die Evangelische Allianz leider auch auf das politische Gebiet. Sie übersehen, dass schon der Herr Jesus gesagt hat: „Sie sind nicht von der Welt, wie ich nicht von der Welt bin" (Joh 17,16). Wir sind wie Botschafter eines anderen Landes - des Himmels - in einem Land - der Welt - in der wir nicht zu Hause sind. Es gibt für uns Christen kein „politisches und gesellschaftliches Engagement". Warum nicht? Weil diese Welt unter dem unabänderlichen Gerichtsurteil Gottes steht. Der Beweis: Der Heilige Geist ist auf diese Erde gekommen. „Und wenn er gekommen ist, wir er die Welt überführen [das ist bloßstellen] von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht .. von Gericht aber, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist" (Joh 16,8-11).

 

Damit macht der Herr deutlich, dass diese Welt nicht reformierbar ist. Wenn ihr Fürst gerichtet ist, steht die Welt unter demselben Urteil, nur dass es noch nicht vollzogen worden ist. Wir haben hier keine Aufgabe als nur, die gute Botschaft weiterzutragen.

 

Wer sich dagegen politisch und gesellschaftlich engagiert, begibt sich auf den Weg derjenigen, die Johannes in seinem ersten Brief als falsche Propheten brandmarkt: „Sie sind aus der Welt, deswegen reden sie aus der Welt, und die Welt hört sie" (1. Joh 4,5). Wohlgemerkt: Ich sage nicht, dass Michael Diener und andere „falsche Propheten" sind. Aber durch diese Botschaften fördern sie genau das, was diese falschen Propheten und damit letztlich Satan will: Dass wir nicht mehr Christen sind, sondern uns genauso als Staatsbürger verstehen.

 

Dazu passt leider ein weiteres Zitat Dieners: „Als Christ wünsche ich mir, dass alle Muslime die befreiende Botschaft des Evangeliums kennenlernen und annehmen. Zugleich bin ich auch Bürger eines Staates, der alle Religionen im Rahmen des Grundgesetzes gleich behandelt."

 

Natürlich ist wahr, dass wir zum Beispiel als Deutsche Bürger des deutschen Staates sind. Aber haben wir damit Pflichten, uns gesellschaftlich und politisch zu engagieren? Damit verraten wir unseren Retter, der von dieser Gesellschaft und ihrer Politik ans Kreuz gebracht worden ist. Wenn dieses Kreuz gestern hier gestanden hätte, ob dann wohl ein Christ auf die Idee käme, sich politisch zu engagieren und für die Religionsfreiheit einzusetzen?

 

Wir sollten unsere Energie auf das Ausleben unseres Glaubens und die Mission und die Evangelisation, auf das Bewahren und Verbreiten der Wahrheit des ganzen Wortes Gottes legen. Keinesfalls sollten wir zulassen, uns von scheinbar überzeugenden Worten ein schlechtes Gewissen einreden zu lassen, wenn wir uns nicht gesellschaftlich engagieren. Hat unser Retter das getan? Ihm und Ihm allein wollen wir folgen.