13.06.2016Jesus Christus / Gott | Persönlicher Glaube

Rückschau halten - eine wichtige und gesegnete Sache

"Der Jahre der Rechten des Höchsten will ich gedenken, der Taten des Jah; denn deiner Wunder von alters her will ich gedenken; und ich will nachdenken über all dein Tun, und über deine Taten will ich sinnen ... Wer ist ein großer Gott wie Gott?" (Psalm 77,11-14)

 

Die 40-jährige Wüstenwanderung liegt hinter dem Volk Israel. Das Land Kanaan, das Gott bereits ihren Vorvätern verheißen hatte, steht vor ihnen. In seiner Abschiedsrede erinnert Mose die Israeliten an Gottes Treue, mit der Er sein Volk durch die Wüste geleitet hatte. Gott hatte sein Volk getragen, "wie ein Mann seinen Sohn trägt". Dieser Vergleich zeigt uns die persönliche, liebende und fürsorgliche Beziehung, die Gott zu seinem irdischen Volk hatte.

 

Auch wir als Christen tun gut daran, in unserem Leben immer mal wieder Rückschau zu halten - nicht nur dann, wenn ein neues Jahr vor uns liegt. Wie hat Gott mich durch eine schwierige Phase meines Lebens hindurchgebracht? Oft erkennen wir das erst im Rückblick. Wie hat Er mir aus mancher Prüfung herausgeholfen (Heb 4,16; 7,25)? Sich daran zu erinnern, macht glücklich und ist Anlass, Ihn  für seine Allmacht, Weisheit und rechtzeitige Hilfe zu loben (Ps 50,15)!

 

Wir haben ein weitaus innigeres Verhältnis zu Gott als das Volk Israel. Wir, die wir zur Brautgemeinde des Herrn Jesus gehören, dürfen Gott unseren Vater nennen (Röm 8,15.16). Wir sind Kinder, ja Söhne Gottes (Gal 4,6.7). Unser Bestimmungsort ist das Vaterhaus (Joh 14,1-3). Haben wir, wenn wir Rückschau halten, nicht allen Grund, Gott für seine Treue zu preisen? Hat Er nicht auch uns in seiner Güte getragen bis jetzt? Wie Samuel dürfen auch wir dankbar feststellen: "Bis hierher hat uns der Herr geholfen" (1. Sam 7,12).

 

Und natürlich dürfen und sollen wir immer wieder an das größte Werk Gottes in der Vergangenheit denken: Er hat uns aus einem elenden, sündigen Zustand befreit und uns in seine gesegnete Nähe gebracht (vgl. 2. Mo 19,4; Eph 2,1-5; Kol 1,12.13). Uns zu erretten, hat Ihn die Gabe seines einzigen und geliebten Sohnes gekostet (Röm 8,32)! Durch seinen stellvertretenden Tod am Kreuz sind wir vor Gottes Gericht über unsere Schuld verschont worden. Gott hat uns vollständig aus dem Machtbereich Satans befreit. Das Passah und der Durchzug durch das Schilfmeer beim Volk Israel sind treffende Bilder davon. Allein das muss unsere Herzen tief dankbar und glücklich machen. Darüber hinaus können wir gesegnete Erfahrungen mit unserem Gott auf dem Weg durch eine gefahrvolle, uns feindlich gesinnte Welt machen, die für uns im moralischen Sinn eine Wüste ist.

 

Was Gott für uns in der Vergangenheit getan hat, macht uns dankbar und lässt uns mit Zuversicht nach vorne sehen. Er wird uns auch weiterhin in seiner Treue tragen und danach in seine Herrlichkeit aufnehmen (vgl. Ps 73,24). - Was für eine Aussicht!