11.08.2016 Buchbesprechungen | Menschliches Zusammenleben

Depression – Wege aus dem Dunkel – eine Buchbesprechung

Dieses Buch ist von den bekannten Autoren Michiaki und Hildegard Horie geschrieben worden, die eine Vielzahl an Büchern in diesem Themenumfeld verfasst haben, und stammt aus dem Jahr 1993. Der Autor ist 1941 in Hiroshima/Japan geboren und nach buddhistischer Tradition aufgewachsen. Mit 18 Jahren bekehrte er sich zum Herrn Jesus Christus. Er ist als freipraktizierender Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie aktiv. Seine Frau ist Schriftstellerin.

Der erste Teil ist im Wesentlichen eine Erklärung und Aufklärung über Depression und Erscheinungsformen von Depressionen. Es wird gezeigt, welche „Gesichter" eine Depression haben kann, wie sie sich äußert, und welche Beziehung es zu gegenteiligen Gefühlslagen wie der Manie gibt.

Auch in medizinischer Hinsicht bekommt der Leser Hilfestellung. So kann (oder muss?) er sich einarbeiten, was biochemisch bei einer Depression passiert und welche Rolle das Gehirn als Schaltzentrale spielt. Horie behandeln ebenfalls die Auslöser von Depressionen. Nützlich sind die Hinweise dazu, in welcher Weise Schuld und Schuldwahn in depressiven Episoden auftreten. Wichtig ist das Kapitel über die Beziehung zwischen Glaube und Depression.

In einem kürzeren zweiten Teil werden Hilfestellungen sowohl für Betroffene als auch für Seelsorger und Familienangehörige gegeben. Dabei werden auch medikamentöse Behandlungsformen erwähnt. Hierbei ist immer zu berücksichtigen, dass Medikamente von einem Facharzt verschrieben werden und auf jeden konkret und speziell zugeschnitten sein müssen. Es hilft hier also nicht, ein paar Medikamente zu kennen. Der jeweils behandelnde Arzt wird hier Antidepressiva bzw., je nach Form der Erkrankung, auch (ergänzend) Neuroleptika verschreiben. Man sollte nicht versuchen, selbst Entscheidungen zu treffen.

Dieses empfehlenswerte Buch ist heute nur noch gebraucht zu erwerben. Es gibt einen wichtigen Überblick über das Thema Depression und umfasst 75 Seiten. Man sollte weder ein Fachbuch noch einen Roman erwarten. Manchmal ist die Lektüre durchaus anspruchsvoll, gerade, wenn es um den naturwissenschaftlichen Teil geht.