10.12.2015Persönlicher Glaube

Alkohol tötet! Warum sagt das niemand? (FMN)

Volksdroge Nr. 1

Alkohol ist bis heute die Volksdroge Nr. 1. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen betreiben 2,4 Millionen Deutsche Alkoholmissbrauch. 1,6 Millionen Deutsche sind alkoholabhängig. Die Zahl der Alkoholfolgetoten liegt stabil bei etwa 75.000 Menschen jährlich.

Der Vorsitzende des Blauen Kreuzes (Wuppertal), einer christlichen Suchtkrankenhilfe, sagte dazu kürzlich: „Offensichtlich kriegen wir das Problem nicht in den Griff. Der Rausch vermittelt dem Suchtkranken ein faszinierendes Erleben, was stärker ist als alles andere, auch als das Erleben tiefer Gemeinschaft mit anderen.“

 

Alkohol in der Bibel

Alkohol war von Anfang an eine Gefahr für Menschen. Der erste Mensch, von dem es in der Bibel heißt, dass er Wein anbaute, war Noah, dieser Gottes- und Glaubensmann. Und er war zugleich der erste Mensch, von dem wir lesen, dass er total betrunken war. Er war dadurch nicht mehr Herr seiner Sinne, so dass er sich entblößte (1. Mo 9,21).

Lot erlag den Versuchungen des Alkohols ebenfalls. Dadurch kam es zu der bösen Tat, dass er Vater und zugleich Großvater von Kindern war, die seine Töchter zur Welt brachten. Er hatte sie in betrunkenem Zustand gezeugt (1. Mo 19,30 ff.).

 

Die Bibel als Entschuldigung-

Ob mancher Christ die Worte der Mutter Lemuels zu seiner Verteidigung anführt- „Gebt starkes Getränk dem Umkommenden und Wein denen, die betrübter Seele sind: Er trinke und vergesse seine Armut und erinnere sich nicht mehr an seine Mühsal“ (Spr 31,6.7). Was auch immer die konkrete Auslegung und richtige Anwendung dieser Verse auf den König Lemuel war, wir können nur mit dem Hausarzt und geschätzten Bibelausleger Henri Rossier davor warnen, diese Verse als Freibrief zum Trinken von Alkohol zu missbrauchen. Denn uns Christen gilt allemal: „Berauscht euch nicht mit Wein, in dem Ausschweifung ist, sondern werdet mit dem Geist erfüllt“ (Eph 5,18).

Das Trinken von Alkohol wird in der Bibel nicht verboten. Aber vielleicht gibt es kein anderes Konsummittel, bei dem der vernünftige Gebrauch so schnell in schädlichen Missbrauch umschlägt. Davor warnt uns Gott. Davor möchte ich dich als jungen Christen gerne warnen.

 

Abstinenz!

Um mal ein Alter zu nennen: Bevor du 16 Jahre alt wirst, solltest du möglichst keinen Tropfen anrühren. Leider gibt es Beispiele inmitten von ernsthaften Christen, wo in Verbindung mit ausgelassenen Partys junger Leute nicht nur Alkohol in Mengen floss, sondern sich daraus auch schlimme moralische Sünden entwickelten. Hurerei, Unreinheit, so dass einige aus der Gemeinschaft der Gläubigen ausgeschlossen werden mussten (1. Kor 5 und 6), usw. kamen daraus hervor. Junge Leute sind dadurch verführt und auf Wege in die Welt geführt worden. Daraus wieder zurückzufinden ist ein außerordentlich steiniger Weg. Lerne das bitte nicht aus eigener Erfahrung, sondern lerne das durch die Erfahrung der wenigen, die zurückgefunden haben - durch die Gnade Gottes.

Wie ist das: Ihr fahrt zusammen Ski, seid auf einer Berghütte, trefft euch nach der Schule oder dem Arbeitstag: Ist man Außenseiter, wenn man ausdrücklich keinen Alkohol trinkt- Wäre das Zusammensein „trocken“, wenn alle nur Cola und Limo tränken-

 

Partys und Feiern

Ich hörte kürzlich davon, dass es an bestimmten Orten zu einer Gewohnheit geworden war/ist, dass sich jüngere Christen an einem Abend in der Woche in einer Disco, an einem anderen Abend bei einer Party zusammenfanden. Ich würde dich gerne dafür sensibilisieren wollen, dass das Sünde ist.

Junge (und ältere) Christen dürfen und sollen Freude haben. Aber wie will ein Christ echt Freude und Glück empfinden, wenn der Herr Jesus nicht dabeisitzen kann- Es geht nicht darum, dass man sich nur über Christus und sein Wort unterhält. Aber könnte man es dort auch- Tust du das auch-

In einem der beiden einleitend angesprochenen Artikel wurde erwähnt, dass manche meinen, nur Spießer blieben heute abstinent. Vielleicht nennst du diese Sorte von Menschen auch schon ganz anders ... Man darf heute gegen alles sein - gegen alle Formen von Traditionen. Aber wer gegen den Alkohol spricht, macht sich unbeliebt, wenigstens hinter vorgehaltener Hand. „Wo ist denn eigentlich das Problem- Was ist denn gegen ein oder zwei Gläschen zu sagen-“ Absolut gesehen: nichts. Aber warum braucht man diese überhaupt- Steigt die Stimmung nur, wenn der Pegel steigt-

 

Von einem Gläschen zur Abhängigkeit

Wir dürfen nicht vergessen, dass Alkoholgenuss und Alkoholpegel eng beieinander liegen. Immer nur ein oder zwei Gläschen, oder- Man gewöhnt sich sehr schnell an Alkohol. Und es gibt nicht nur die Dauertrinker, sondern auch die Gelegenheitstrinker, die sich „nur“ alle paar Wochen volllaufen lassen und dann für drei Tage nicht mehr Herr ihrer Sinne sind. Und unser Zeugnis als Christen vor unseren Mitschülern, Kollegen, Nachbarn-

In vielen Schulen gibt es fast jedes Wochenende eine große Party. Wer als Christ nicht mitmacht, ist Außenseiter. Das fällt niemand leicht! Aber gerade da kannst du beweisen, dass du verstanden hast, was der Herr Jesus in seinem Gebet zum Vater sagte: „Die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind“ (Joh 17,14). Und Petrus sagt uns: „Denn die vergangene Zeit ist genug, den Willen der Nationen vollbracht zu haben, indem ihr wandeltet in Ausschweifungen, Begierden, Trunkenheit, Schwelgereien, Trinkgelagen und frevelhaften Götzendienereien“ (1. Pet 4,3).

Zurück zum eigentlichen Thema: Nachlesen kann man, dass mehr als 3 Milliarden Euro pro Jahr durch die verschiedenen Alkoholsteuern in die Kasse des Staates gespült werden. Dem steht allerdings etwas entgegen: 27 Milliarden Euro müssen Krankenkassen für das Thema „Alkohol“ pro Jahr aufbringen. Keine Statistik kann den unermesslichen seelischen Schaden beschreiben, den Trinker sich und ihren Familien zufügen. Wie soll sich ein Kind oder Ehepartner von der leidvollen Erfahrung eines immer wieder betrunkenen Vaters erholen, der auch noch mit zynischen Sprüchen über seine Frau oder seine Kinder herzieht- Dadurch steigt zudem das Risiko, dass sie selbst zu Alkoholikern werden. Wir kennen unter Christen leider Fälle, wo die Sucht über Generationen „vererbt“ worden ist.

 

Illusionen

In einem Artikel (FAZ) las ich: „Wer heute noch behauptet, dass Rauchen schlank macht oder gut für die Verdauung ist, wird nicht mehr ernst genommen. Es hat sich herumgesprochen, dass derlei längst widerlegt ist und einst von der Tabakindustrie gezielt lanciert worden ist - bis hin zur Bestechung von Wissenschaftlern und der skrupellosen Fälschung medizinischer Studien. Beim Alkohol jedoch werden die Halb- und Unwahrheiten, die seit je die Sauferei legitimieren und das schlechte Gewissen beruhigen sollen, immer noch unbekümmert weitergegeben: Rotwein ist gut fürs Herz, Bier ist der beste Durstlöscher, ein Digestif hilft bei der Verdauung, ein Aperitif macht - das sagt der Name doch schon! - Appetit, und Alkohol hilft auch, besser zu schlafen. Nichts von alledem stimmt. Aber man glaubt es gern ...“ 1 Diese etwas „robusten“ Bemerkungen stehen nicht dem Hinweis von Paulus an Timotheus entgegen, wegen seines häufigen Unwohlseins ein wenig Wein zu sich zu nehmen (1. Tim 5,23). Dieser Hinweis wird aber zuweilen in falscher Weise verallgemeinert.

Alkohol tötet, wenn man sich an den ständigen „Genuss“ gewöhnt hat. Daher möchte ich dich ausdrücklich davor warnen, mehr und mehr unbewusst kleinere und größer werdende Mengen zu trinken. Niemand kann mit Bier oder Schnaps seine Sorgen ertränken. Das ist unmöglich. Sie sind nachher immer noch da. Auch die Probleme auf der Arbeit oder die Schwierigkeiten in einer Ehe und Familie verschwinden nicht dadurch, dass man sie mithilfe von Alkohol verdrängen will.

 

Menschen in Not

Wenn jemand Schwierigkeiten hat, darf er zu Gott rufen. Der verherrlichte Herr hat vom Himmel aus Brüder als Gaben der Versammlung (Gemeinde) gegeben, die einen Hirtendienst zum Wohl der Gläubigen tun. Es gibt Ehepaare, die ein offenes Haus und Ohr haben für die verschiedenen Nöte.

Und wenn du einmal bei einem so hohen Konsum angekommen bist, dass du spürst, dass du nicht mehr allein davon loskommt- Dann geh zu einem Hirten, der ein offenes Ohr für dich hat. Vermutlich wirst du ohne eine medizinische Entziehungskur nicht weiterkommen. Aber besser das, als zu sündigen und dein Leben durch den Alkohol noch mehr zu verkürzen und lebensunwerter zu gestalten. Eine begleitende Seelsorge wird dir auch den nötigen Mut zusprechen.

Wir alle wollen zudem sensibel werden, wenn wir sehen, dass jemand nach Alkohol riecht, aussieht oder öfter zugreift als andere. Wir sind keine Detektive, bestimmt nicht. Aber wie oft haben wir uns hinterher gesagt: Das soll uns nicht noch einmal passieren, dass uns der Mut gefehlt hat, rechtzeitig jemand anzusprechen. Mut und Feingefühl gehen zusammen und sind zum Segen. „Wer einen Sünder von der Verirrung seines Weges zurückführt, wird eine Seele vom Tod erretten und eine Menge von Sünden bedecken“ (Jak 5,20).

Folge mir nach - Heft 12/2015

Fußnoten:

1 Diese etwas „robusten“ Bemerkungen stehen nicht dem Hinweis von Paulus an Timotheus entgegen, wegen seines häufigen Unwohlseins ein wenig Wein zu sich zu nehmen (1. Tim 5,23). Dieser Hinweis wird aber zuweilen in falscher Weise verallgemeinert.