27.10.2015Persönlicher Glaube

Der Glaube

Was ist der Glaube?

Das 11. Kapitel des Hebräerbriefes wird auch das Glaubenskapitel genannt. Es beginnt mit einer mehr grundsätzlichen Aussage zum Glauben: Der Glaube ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, und eine Überzeugung von Dingen, die man nicht sieht. Der Glaube beginnt also da, wo das Sehen aufhört. Ich kann nur an etwas glauben, was ich nicht sehe. Der Glaube ist somit das Verbindungsstück zur unsichtbaren Welt. Paulus bringt es in 2. Kor 5,7 auf den Punkt: „Denn wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen". Und doch ist der Glaube nichts Ungewisses, kein bloßes Für-wahr-halten einer Sache, keine vage Hoffnung, wie wenn wir sagen: „Ich glaube, dass es morgen schönes Wetter gibt"! Das kann eintreffen, aber es kann auch falsch sein. Nein, der Glaube ist etwas Festes, eine Überzeugung, eine felsenfeste Gewissheit (vgl. auch Heb 6,18.19). Die manchmal geäußerte Meinung „Glauben ist nicht Wissen" steht somit im Widerspruch zur biblischen Bedeutung von Glauben.

 

Vom Glauben zum Schauen

Noch wandeln wir durch Glauben. Wir, so viele wir noch auf dieser Erde leben, sind noch nicht zum Schauen gelangt. Petrus schreibt: „den ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt, liebt; an welchen glaubend, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, ihr mit unaussprechlicher Freude frohlockt..." (1. Pet 1,8). Was wird es sein, wenn der Herr uns vom Glauben zum Schauen führt! Was wird es sein, wenn wir unseren Herrn, den wir bisher nur mit unseren Glaubensaugen gesehen haben, dann im Herrlichkeitsleib mit unseren leiblichen Augen von Angesicht zu Angesicht sehen werden! Er kann heute noch kommen, und dann wird wahrwerden, was Johannes schreibt: „denn wir werden ihn sehen, wie er ist" (1. Joh 3,2b).

 

Unsere Verantwortung

Doch mit dieser Hoffnung ist auch Verantwortung verbunden. Denn es heißt weiter: „Und jeder, der diese Hoffnung zu ihm hat, reinigt sich selbst, wie er rein ist" (1. Joh 3,3). Wenn wir diese Hoffnung in unseren Herzen lebendig erhalten, wird es unser Bestreben sein, Dinge aus unserem Leben wegzutun, die dem Herrn Jesus missfallen, die nicht in Übereinstimmung mit ihm sind. Dann werden wir im Selbstgericht konsequent alles das verurteilen, was sich hindernd zwischen uns und den Herrn stellt und die Gemeinschaft mit ihm trübt. Möge der Herr uns dabei helfen!