09.05.2006Ehe & Familie | Dienst

Kindesmissbrauch und Pädophilie – helfen!

Dieser Tage las ich einen Artikel über eine Therapie für Pädophile. Pädophilie – das ist der auf Kinder beiderlei Geschlechts gerichtete Sexualtrieb Erwachsener. Ein Betroffener berichtet in dem konkreten Bericht über Regeln, die er in seinem Leben aufgestellt hat, um dieses zu erleichtern. Eine Regel lautet: nicht mehr ins Schwimmbad gehen, weil man gerade dort Kinder in fast nacktem Zustand sieht, die das entsprechende Gefühl aufsteigen lassen.

Die Bibel nimmt Stellung zu dieser abnormen Sexualität

Wir fragen zunächst: Was hat die Bibel zum Thema Pädophilie und Kindesmissbrauch zu sagen? Im Alten Testament findet sich mit 3. Mose 18 ein ganzes Kapitel, das sich mit falschem sexuellen Verkehr innerhalb einer Familie auseinandersetzt. Dieser Verkehr war ganz prinzipiell verboten und wurde damals mit der Todesstrafe geahndet.

Auch das Neue Testament spricht eine klare Sprache. In 1. Korinther 5,1 ist davon die Rede, dass ein Mann Geschlechtsverkehr mit seiner Stiefmutter hatte – und dass dies eine Handlung war, die selbst in der damaligen, heidnischen Welt nicht stattfand. Im weiteren Verlauf des Kapitels wird dann genauso deutlich gezeigt, dass jede Form von Unzucht (Verse 9-11), und Kindesmissbrauch ist eine schreckliche Form dieser Unzucht, Sünde ist und Versammlungszucht zur Folge haben muss.

Kindesmissbrauch kommt ÜBERALL vor!

Dann ist weiter zu fragen: Ist das Thema Pädophilie und Kindesmissbrauch allein ein Thema allein von bestimmten Randgruppen? Natürlich nicht! Allerdings muss man zwischen Pädophilie und Kindesmissbrauch unterscheiden. Ein Facharzt sagte jetzt, dass die Personengruppe von Pädophilen – also potenzielle Täter – weitgehend unerforscht sei und nicht automatisch mit Sexualstraftätern gleichzusetzen sei. Zudem sei zu berücksichtigen, dass mehr als drei Viertel der verurteilten Kindsmissbraucher nach diagnostischen Kriterien nicht pädophil sind. Auch nicht die Mehrzahl der Kindermörder. Das seien seltene Einzeltaten von psychopathologisch schwerstgestörten Tätern. Meist seien ihre Taten an Kindern Ersatzhandlungen und die Tötungen sogenannte Deckungsmorde, in denen die Kinder als Zeugen beseitigt werden sollten.

Die Frage nach Pädophilie und Kindesmissbrauch ist zu aktuell und zu ernst, als dass man sie nur auf bestimmte Leute und Randgruppen beschränken darf. Es handelt sich um ein gesellschaftliches Problem – und damit ist leider nicht zu leugnen, dass auch Christen – wiedergeborene Menschen – mit diesem Thema zu tun haben. Es gibt eine Reihe an besorgniserregenden Beispielen, bei denen diese Sünde offenkundig geworden ist – leider auch in der ganz aktuellen Gegenwart! Es ist sehr zu befürchten, dass es mehr Beispiele gibt, als wir denken, bei denen die Missbrauchten sich bislang nicht getraut haben, an die „Öffentlichkeit“ zu treten. Vielfach wird ihnen nicht geglaubt, weil sie schlimme Dinge von Personen behaupten, die ansonsten in einem sehr positiven Licht dastehen. Und Täter waren nicht nur einmal Männer, die als Brüder durchaus geschätzt wurden, ja die in den örtlichen Zusammenkommen sogar den Dienst des Wortes taten.

Kindesmissbrauch – Pädophilie

Kindesmissbrauch gehört zu den schlimmsten Begierden (vgl. u.a. 1. Petrusbrief, Kapitel 4, Vers 2 und 3; etc.), die man sich vorstellen kann. Es ist eine verderbliche Sünde, die bei Betroffenen zu einer regelrechten Sucht führt – die im übrigen unentschuldbar ist. Auch diese Schuld kann vergeben werden, wenn man sie dem Herrn Jesus bekennt. Aber sie hat solch schreckliche Folgen, dass man nicht schweigen kann, wenn man selbst betroffen ist (als Missbrauchter) oder feststellt, dass im Freundes- oder Bekanntenkreis jemand Opfer ist. Schweigen ist hier nichts anderes als eine Sünde, denn die Opfer können sich in der Regel nicht wehren und werden äußerlich drangsaliert und innerlich verkrüppelt.

Zu unterscheiden ist die Pädophilie bei Menschen. Wenn sei feststellen, dass sie beim Anblick von Kindern eine innere Erregung spüren, sollten sie eine entsprechende Therapie angehen, wie oben genannt. Dann werden Regeln aufgestellt, an die sich ein Betroffener halten muss, um die Gesundheit und das Wohl von Kindern zu schützen. Es werden dazu Veränderungsprozesse im Denken und Handeln der Patienten regelrecht eintrainiert. Und wenn es die Scham ist, die jemand nicht mehr aushalten könnte, wenn er als solcher bekannt würde – auch das ist ein Mittel, das bewahren kann.

Und wenn wir von einer solchen, betroffenen Person angesprochen werden, sollten wir mit Verständnis und nicht mit Ablehnung reagieren. Man kann sich nur freuen, wenn sich jemand einer solchen Schwäche bewusst wird und nicht so tut, als ob alles in Ordnung ist. Dann sollten wir hilfsbereit sein, um einem solchen Menschen, einem solchen Christen auch eine Chance zu einem gottesfürchtigen Leben zu geben!

Siehe auch: (www.Bibelseelsorge.de)