14.11.2015 Matthäus | Prophetie

Das Gleichnis vom Netz und den Fischen – die Nationen

Das dritte Gleichnis dieser Serie vom Schatz, der Perle und dem Netz folgt nun - wie schon in den Kapiteln 8 und 9 sowie später in den Kapiteln 24 und 25 - chronologisch auf die Entrückung der Gläubigen, auch der Versammlung. Dann wird der Herr nicht nur mit Israel (dem Schatz im Acker) anknüpfen, sondern zugleich auch die Nationen einladen, sich zu Ihm zu bekehren. In Windeseile werden Boten Israels durch alle Staaten der Welt laufen, um das Evangelium des Königreichs zu verkündigen (vgl. z.B. Off 14,6.7; Mt 10; 24,14).

Diese Boten haben nicht viel Zeit. So werden sie das Evangelium verkündigen und sich weiter nur mit denen beschäftigen, die „gute Fische" sind, weil sie diese gute Botschaft von Herzen annehmen werden. Für andere haben sie in dieser kurzen Periode von dreieinhalb Jahren keine Zeit. Diese guten „Fische" werden gesammelt und zusammen in Gefäße gebracht. In Offenbarung 7 finden wir einen solchen Hinweis, wo nicht nur die 144.000 Versiegelten aus Israel genannt werden, sondern auch eine große Volksmenge von Gläubigen aus den Nationen (Off 7,9-12). Von einer Beschäftigung mit den schlechten Fischen lesen wir hier nichts. Diese werden ihrem Schicksal und dem Gericht Gottes durch seine Engel überlassen, wie wir es in der Offenbarung finden.

Auch die zusätzliche Erklärung des Herrn ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert, weil sie in Verbindung mit anderen Stellen zeigt, in was für einer Weise der Herr die Gläubigen in sein Reich einführt. Man liest hier: „Die Engel werden ausgehen und die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern und sie in den Feuerofen werfen: Dort wird das Weinen und das Zähneknirschen sein."

Offensichtlich werden also in der Gerichtszeit, von der das eigentliche Gleichnis gar nicht spricht, zunächst die Bösen aus der Mitte der Gerechten hinweggenommen, um gerichtet zu werden. Dann gehen die lebend bleibenden Gerechten, die das Evangelium angenommen haben, in das ewige Reich des Herrn ein. Diese Erklärung deckt sich mit dem, was Jesus später in seiner großen prophetischen Rede in Matthäus 24 und 25 vorstellt.

Zunächst heißt es: „Dieses Evangelium des Reiches wird auf dem ganzen Erdkreis gepredigt werden, allen Nationen zum Zeugnis" (Mt 24,14). In einem weiteren Abschnitt lesen wir dann: „Dann werden zwei auf dem Feld sein, einer wird genommen und einer gelassen; zwei Frauen werden am Mühlstein mahlen, eine wird genommen und eine gelassen" (Verse 40.41). Hier geht es noch um Juden, aber der Grundsatz gilt in dieser künftigen Zeit, wenn die Erlösten der Gnadenzeit bereits in den Himmel entrückt sein werden, auch darüber hinaus. Diejenigen, die gerichtet werden, kommen nicht in das Reich des Herrn hinein - so wie wir in unserem Gleichnis lesen, dass sie aus der Mitte der Gerechten ausgesondert werden, um in den Feuerofen geworfen zu werden. Die Gerechten dagegen bleiben und werden ins Königreich eingehen.

Bestätigt wird dieser Gedanke in dem Abschnitt, der sich direkt mit den Nationen beschäftigt (25,31-46). Auch dort finden wir die Gerechten und die Ungerechten versammelt. Sie werden dort als Schafe (die Gläubigen) und als Böcke (die Ungläubigen) gesehen. Die Ungerechten werden „hingehen in die ewige Pein, die Gerechten aber in das ewige Leben" (Vers 46). Und wie wird das gehen? „Alle Nationen werden vor ihm versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden, so wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet" (Vers 32).