08.11.2015Matthäus | Prophetie

Das Gleichnis vom Schatz – Israel (2)

Im Unterschied zum Gleichnis von der Perle wird in diesem Gleichnis das Königreich mit dem Schatz verbunden - bei dem folgenden Gleichnis mit der Perle wird das Königreich einem Kaufmann verglichen. Passt das nicht wunderbar zu den beiden unterschiedlichen Gedanken der beiden Gleichnisse: Israel und die Versammlung? Im Blick auf die Versammlung gibt es eine untrennbare Verbindung von Christus und seiner Versammlung, so dass der Apostel Paulus sogar die Versammlung als „den Christus" bezeichnen kann (1. Kor 12,12). Im Blick auf das künftige gläubige Israel gibt es diese intime Beziehung nicht. Da ist das Volk der Bereich seiner Regierung - daher wird das Reich mit dem Acker und nicht mit dem Menschen verbunden.

Interessanterweise lesen wir in diesem Gleichnis nicht, dass der Schatz von dem Menschen sofort gehoben wurde. So hat auch Christus diesen Schatz nicht sogleich sichtbar gemacht. Aber Er sah und sieht ihn. Und seine Freude war angesichts der allgemeinen Ablehnung durch sein Volk so groß, dass Er bereit war, dafür alles aufzugeben, um sein Volk zu erwerben. Man kann an Stellen wie Jesaja 53 denken, wo wir die Übriggebliebenen künftiger Tage hören, wie sie erkennen, dass Christus gerade für sie gestorben ist. Das ist also am Ende der Tage. An anderer Stelle heißt es: „Man wird dich nennen: ‚Mein Gefallen an ihr', und dein Land: ‚Vermählte'; denn der HERR wird Gefallen an dir haben, und dein Land wird vermählt werden. Denn wie der Jüngling sich mit der Jungfrau vermählt, so werden deine Kinder sich mit dir vermählen; und wie der Bräutigam sich an der Braut erfreut, so wird dein Gott sich an dir erfreuen" (Jes 62,4.5; vgl. Jes 65,19; Zeph 3,17).

Nun stellt sich die Frage: Was hat der Herr aufgegeben, um Israel inmitten der Welt zu besitzen? Da das Volk Israel versagt hatte, konnte Christus sein eigenes Volk nicht erwerben. Er konnte die Regentschaft über sein Volk nicht antreten, sondern musste nun den schwierigen Weg gehen, die ganze Welt (der Menschen) durch seinen Opfertod zu erwerben. Dadurch und nur dadurch besaß Er dann auch ein neues Recht an dem Schatz, den noch niemand inmitten des Ackers erkennen konnte. Aber Christus sah schon, dass es einmal diese gläubigen Übriggebliebenen geben würde. So musste Er alle seine Anrechte an diesem Volk aufgeben, um es für sich neu zu erwerben.

Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang daran, dass Abraham einmal einen ganzen Acker kaufen musste, um inmitten des Ackers seine Frau Sara zu begraben (1. Mo 23,17). Er kaufte das ganze Feld Ephrons, das bei Machpela vor Mamre lag. Und inmitten dieses Feldes war die Höhle von Machpela, in der er seine Frau begrub. Dazu passt auch, dass die Bundeslade zur Zeit Josuas den Namen trug: „Lade des HERRN, des Herrn der ganzen Erde" - nicht nur Israels (vgl. Jos 3,13).

Wir denken oft an uns ganz persönlich und vielleicht noch an die Versammlung, für die der Herr Jesus sein Leben hingegeben hat. Hier lernen wir jedoch, dass Christus auch für sein irdisches Volk gestorben ist. Auch sein eigenes Volk hatte Er im Herzen, als Er an das Kreuz von Golgatha ging. Von ihnen spricht Er sogar an erster Stelle (vgl. Mt 1,21; Joh 11,51.52).

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