25.10.2015Matthäus | Persönlicher Glaube

Das Gleichnis vom Netz und den Fischen (4)

Wie bei dem Gleichnis vom Unkraut im Acker fügt der Herr Jesus noch eine Erklärung an. Diese geht über die engere Bedeutung des eigentlichen Gleichnisses hinaus und zeigt den Jüngern, was das Ende derer ist, die falsche Bekenner im Königreich sind. Und hier wechselt der Gegenstand der Beschäftigung. Während es im Gleichnis die guten Fische waren, um die man sich kümmerte, sind es bei der weitergehenden Erklärung die schlechten Fische, die in den Feuerofen geworfen werden.

Dieser Wechsel geht offenbar mit einem zeitlichen Wechsel einher. Wie im Gleichnis vom Unkraut (Vers 40) spricht der Herr auch hier von „der Vollendung des Zeitalters". Das ist die Vollendung des Zeitalters des Reiches der Himmel. Sie findet mit dem sichtbaren Wiederkommen des Herrn dieses Reiches statt, wenn Er sein Königreich auf dieser Erde in Macht und Herrlichkeit aufrichten wird. Dieses Kommen wird einhergehen mit furchtbaren Gerichten, die Er durch seine Engel über diese Erde und besonders die Ungläubigen bringen wird.

Wir müssen also bedenken, dass das Reich der Himmel auch nach der Entrückung (1. Thes 4) weiter fortbestehen wird. Auch dann wird es (wieder) Gläubige auf dieser Erde geben, genauso wie (vor allem) Ungläubige. Die Gläubigen werden nicht mehr Teil der Versammlung (Gemeinde, Kirche) sein, sondern gläubige Juden oder Gläubige aus den Nationen sein. Sie werden dem Evangelium des Reiches Gehör schenken. Sie werden von ungläubigen Juden und anderen Widersachern verfolgt werden und durch das Kommen des Herrn (vgl. Off 19,11 ff; Sach 14,4 ff.) gerettet werden. Zuvor werden es gerade Engel sein, die der Herr in seinen Gerichtswellen über die ungläubige Christenheit und die Juden senden wird (vgl. Mt 16,27; 2. Thes 1,7; Heb 1,7). Mit der Ausführung des Gerichts haben wir Gläubige nichts zu tun. Auch wenn wir einmal mit dem Herrn Jesus auf diese Erde kommen werden, wenn Er das Gericht ausüben wird (vgl. z.B. Off 19,11 ff.), so bleibt es immer sein Gericht. Wir begleiten Ihn nur.

Es sind hier also Engel und nicht Menschen, die als Boten und Stellvertreter Gottes tätig sind. Sie beschäftigen sich mit den Bösen. Wenn man einmal die Stellen vergleicht, in denen die Engel in Bezug auf das Ende genannt werden, so fällt auf, dass sie kaum genannt werden, wenn es um die Beschäftigung mit dem „Guten" geht. Sie sind es aber, die immer wieder das Gericht ausüben. Eine Ausnahme bildet z. B. die heutige Zeit, wo sie besonders mit den „guten Fischen" beschäftigt sind; sie dienen den Gläubigen (vgl. Heb 1,14). Im zukünftigen Zeitalter aber haben sie im Wesentlichen die Aufgabe, Gericht auszuführen (vgl. die Beschreibung ihrer Tätigkeiten in dem Buch der Offenbarung).

Hier wird außerdem bestätigt, dass die schlechten Fische symbolisch für böse Menschen stehen, die nicht an den Herrn Jesus geglaubt haben. Es erwartet sie dasselbe Gericht, das auch in dem nun mehrfach genannten Gleichnis vom Acker erwähnt wird: Sie werden aus der Mitte der Gerechten ausgesondert und in den Feuerofen geworfen. Das ist letztlich die Hölle, in die ungläubige Menschen einmal vom Herrn Jesus selbst geworfen werden (vgl. Off 20,15). Noch einmal wird ihre Zukunft genannt: Weinen und Zähneknirschen. An diesem Ort wird es furchtbar sein!

Die Erläuterungen zeigen aber auch, dass die „guten Fische" (Vers 48) andere Menschen sind als die Gerechten (Vers 49) und dass die „schlechten Fische" andere sind als die Bösen. Ihr Charakter gleicht sich - sie sind Ungläubige, die Gottes Wort und Botschaft ablehnen. Aber die guten Fische sind Gläubige in der christlichen Zeit, während die Gerechten Gläubige aus den Nationen und Juden in der siebenjährigen Drangsalszeit zwischen Entrückung und Erscheinung des Herrn sind. Dasselbe gilt für die schlechten Fische, die sich heute bewusst gegen Christus entscheiden, während die „Bösen" diejenigen Menschen sein werden, die nach der Entrückung das Evangelium des Reiches ablehnen werden.