20.09.2015 Matthäus | Jesus Christus / Gott

Das Gleichnis der Perle (6)

Der Herr Jesus musste sterben, um die Versammlung zu erwerben. Tatsächlich finden wir in diesem Gleichnis und auch in dem Bild der Perle - deutlich oder andeutungsweise - ein mehrfaches Bild seiner Leiden, seiner Erniedrigung und seines Todes.

  1. Sehen wir uns die Perle an. Auch die Perle spricht von seinem Tod. Denn zum Entstehen der Perle muss die Perlmuschel verwundet werden und zum Entnehmen der Perle muss sie getötet werden (vgl. Jes 53,5). Zunächst ist sie noch im Innern der Muschel. Erst dann, wenn die Muschel aufgebrochen und damit getötet wird, kann man die Perle finden. So musste auch der Herr Jesus zuerst sterben, damit diese kostbare Perle, die Versammlung, ans Licht kommen konnte. Das erinnert an Eva, die aus der Seite des in einen tiefen Schlaf gefallenen Adam genommen wurde, was ja ebenfalls ein bekanntes Bild von der Bildung der Versammlung ist.
  2. Er ging hin: „Und sein Kreuz tragend, ging er hinaus zu der Stätte, genannt Schädelstätte (Joh 19,17). Er ging in den Tod!
  3. Er verkaufte alles: In seinem Tod hat Er jedes Anrecht hingegeben. Wenn Christus schon im Gleichnis vom Schatz im Acker alles aufgegeben hat, um des Schatzes wegen den Acker zu kaufen, dann lernen wir in unserem Gleichnis, dass Er für diese eine Versammlung ebenso alles aufgegeben hat, was Er besaß, auch alle seine Ansprüche. Er starb auch nicht nur für unsere Bedürfnisse, sondern aus Liebe zu seiner Versammlung. Er sah an der Versammlung etwas Schönes, etwas Herrliches, und daher begehrte Er sie. Und vergessen wir nicht, dass der Herr die Versammlung stets in dieser Schönheit sieht: Er sah sie so vor Grundlegung der Welt; Er sieht sie heute so, und das wird in Ewigkeit so bleiben.
  4. Er kaufte sie: Er musste einen Preis für die Perle, für die Versammlung bezahlen: Das ist sein eigenes Leben.

Wir beten unseren Herrn an, dass Er das alles auf sich genommen hat - für seine Versammlung, zu der wir als seine Erlösten zählen dürfen. Auch für sie gab er seine Rechte, die Er als Messias und Mensch besaß, auf. Gerade in Verbindung mit der Einführung der Versammlung lesen wir: „Dann gebot er den Jüngern, niemand zu sagen, dass er der Christus sei" (Mt 16,20). Er hatte das Recht, als Christus über sein Volk zu regieren. Aber für die Versammlung gab Er dieses Recht hin. Es sollte nicht mehr verkündigt werden, dass Er der Christus war - rechtmäßig war! So sehr hat sich der Herr für seine Versammlung erniedrigt.