29.06.2016Ehe & Familie | Persönlicher Glaube

Kann denn Schönheit Sünde sein?

Schönheitsoperationen sind in. Immer wieder ist davon zu lesen, dass sich (noch vor allem) Frauen unters Messer begeben, um sich „straffen" zu lassen - wo auch immer am Körper. In den USA sind Schönheitsoperationen weit verbreitet; etwa 15,6 Millionen Eingriffe wurden im Jahr 2014 vorgenommen. In Deutschland wird die Zahl der Operationen auf weit über eine halbe Million geschätzt; darin sind Behandlungen zur Hautglättung etwa mit dem Nervengift Botox nicht enthalten. Experten gehen von einer jährlichen Zunahme der Eingriffe von etwa 10% aus.

 

Auch als Christen haben wir mit diesem Thema zu tun. Wer ist schon zufrieden mit seinem Aussehen? Viele jedenfalls nicht. Und dann stellt sich die Frage, ab welcher Maßnahme man in einer Weise in die Schöpfung eingreift, dass es ein Übermaß ist? Diese Frage kann man so pauschal kaum beantworten.

 

Sind wir bereit - jeder von uns? - so zu sprechen wie David? „Ich preise dich dafür, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele weiß es sehr wohl. Mein Gebein war nicht vor dir verborgen, als ich gemacht wurde im Geheimen, gewirkt wie ein Stickwerk in den untersten Örtern der Erde" (Ps 139,14.15).

 

Wir sollten auch nicht vergessen, was am Ende des Buches der Sprüche zu lesen ist: „Die Anmut ist Trug, und die Schönheit Eitelkeit; eine Frau, die den Herrn fürchtet, sie wird gepriesen werden" (Spr 31,30).

 

Gott macht keine Fehler. Wir müssen zugeben, dass manche Fehlbildung vorhanden ist, die eine Spätfolge des Sündenfalls von Adam und Eva ist. Aber sind wir als Christen solche, die dennoch alles dankbar aus Gottes Hand nehmen? Dann werden wir jedenfalls nicht im Übermaß Hand anlegen. Dann stehen wir zu dem Alter, das wir haben (auch mit Falten und bei veränderten Farben unserer Haare ...). Dann stehen wir zu dem Aussehen, das Gott gegeben oder jedenfalls zugelassen hat.

 

Dann geht es uns in erster Linie darum, schön für Gott zu sein, nicht für Menschen. Und Gott schaut auf unser Herz - da sucht Er Gehorsam und Treue. Mose war schön für Gott (Apg 7,20) - darum sollte es uns in erster Linie gehen. Dass wir auch für unseren Ehepartner schön sein wollen, ist natürlich. Dazu aber brauchen und sollten wir nicht im Übermaß Hand anlegen. Vor allem sind dafür Ehepartner nötig, welche die richtigen Prioritäten im Leben haben und nicht dafür sorgen, dass das Gegenüber in erster Linie das Aussehen bearbeitet.