26.11.2015Ehe & Familie

Empathie durch „Babywatching“

Die Fähigkeit von Kindern, Empathie zu entwickeln, erhöht sich zu Gleichaltrigen deutlich, wenn Kinder Mütter mehr bei der Babypflege beobachten können. Sogar die Sprachentwicklung verbessert sich dadurch. Empathie ist die Fähigkeit, sich in eine andere Person hineinzuversetzen und ihre Gedanken und Emotionen zu erkennen und zu verstehen.

 

Der Münchener Kinderpsychiater und Psychoanalytiker Karl Heinz Brisch, der dazu eine Studie durchgeführt hat, sagt, dass Aggressionen und Angststörungen auf diese Weise abgenommen hätten. Zudem sei die Feinfühligkeit der Mütter, die sich mit ihren Babys beobachten ließen, gewachsen.

 

In der zweijährigen Untersuchung mit 3-11-Jährigen haben 46 Kindergarten- und Hortkinder den Umgang von 10 Müttern mit ihren Babys beobachtet.

 

Warum besteht dieser „Nachholbedarf"? Weil es zunehmend Einzelkinder gibt. Diese haben nur selten Gelegenheit, Mütter mit Babys zu beobachten und dadurch einen Mangel in ihrer Entwicklung.

 

„Wir stellen immer mehr fest, dass Kinder sich nicht mehr ausreichend in andere einfühlen können", sagte Brisch, leitender Oberarzt an der Kinder- und Poliklinik der Ludwig-Maximilian-Universität München. Dies werde sich voraussichtlich in den nächsten Jahren noch verschlechtern. „Da kommt eine Lawine auf uns zu."

 

Was wird als Ursache angesehen? Zu große Krippen- und Kita-Gruppen, mehr Aufgaben für die Erzieher und viele Kinder mit Sprachproblemen. Zudem würden viele Kinder bereits kurze Zeit nach der Geburt in Krippen mit zu wenigen Erziehern betreut.

 

Und welche Konsequenz will man ziehen? Kleinere Kita- und Krippengruppen, kleine Gruppen in Kindergärten. Was für eine Verdrehung der Verantwortlichkeiten.

 

Denn: Wem hat Gott die Verantwortung für Kinder übertragen? Öffentlichen (oder privaten) Einrichtungen, in denen Kinder verwahrt und betreut werden? Oder hat Er diese Aufgabe Eltern übertragen? Man möge die Bibel einmal ernsthaft daraufhin lesen, was Eltern mit ihren Kindern gemacht haben. Sie haben Verantwortung übernommen und sich um ihre Kinder gekümmert. Und wenn sie - zeitweise - damit überfordert sind, dann sind wir als solche, die das sehen, aufgefordert, Eltern unter die Arme zu greifen.

 

Leider ist auch unter Christen zu beobachten, dass Familien immer kleiner werden. Hier stehen nicht Eheleute an dem Pranger, die gerne Kinder oder mehr Kinder hätten, mit denen Gott aber in seiner Weisheit andere Wege geht. Wir dürfen das ohnehin bei anderen nicht unterstellen. Und am Pranger steht auch niemand.

 

Aber warum erleben wir eine solch deutliche Tendenz, dass Familien immer kleiner werden? Das ist nicht nur in unserer Gesellschaft so! Ist es der Gedanke an einen Lebensstandard? Ist es Egoismus? Stehen wirtschaftliche Überlegungen vor dem Dank für den Segen Gottes? Das muss jedes Ehepaar für sich vor dem Herrn erkennen.

 

Kinder sind und bleiben ein Segen. Schon das erste Wort Gottes an das Ehepaar Adam und Eva zeigt das: „Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde" (1. Mo 1,28). Auch nach dem Sündenfall und der Flut wiederholt Gott diesen Auftrag des Segens an Noah (1. Mo 9,1).

 

Oftmals liegt es an uns, ob wir unseren Kindern die Möglichkeit geben, „Empathie" zu entwickeln. Und für uns Christen sind Hort und Kita sicher nicht der richtige Weg, Kinder aufzuziehen. Gott hat sie uns geschenkt. Oder sehen wir sie nicht mehr als Geschenk an?