11.10.2016Menschliches Zusammenleben | Persönlicher Glaube

Neid – nicht zu Ende gedacht!

„Neid richtet sich stets nur auf die Ergebnisse, nie auf die Voraussetzungen“, schrieb einmal der deutsche Pfarrer und Schriftsteller Heinrich Wolfgang Seidel (1876–1945). Tatsächlich ist es so, dass wir neidisch sind auf das Einkommen, den Besitz, den Einfluss, den Ruf, die Fähigkeiten, vielleicht auch auf die Begabung usw. von anderen. Das aber ist das Ergebnis von vielleicht Fleiß, Einsatz und Gaben Gottes.

 

Sind wir wirklich neidisch auf das, was zu dem Besitz des anderen geführt hat, zu den (scheinbaren) Vorzügen, die wir selbst auch so gerne hätten?

 

Nehmen wir an, wir wollten so reich sein: Sind wir neidisch auf den Fleiß unseres Mitgläubigen? Oder wie sieht es aus, wenn er sich das Vermögen auf unrechte Weise angeeignet hat: Sind wir auch „darauf“ neidisch?

 

Wie ist es im geistlichen Bereich? Die Gabe des anderen möchten wir wohl haben. Aber sind wir auch neidisch auf die Verantwortung, die damit verbunden ist?

 

Wenn es um Einfluss geht: Dieser erscheint uns wohl attraktiv, aber wohl kaum der Gegenwind, die Kritik (und womöglich die Mittel, die zu diesem Einfluss geführt haben).

 

Wenn man die Dinge zu Ende denken würde, wäre man viel glücklicher damit, dass man das alles nicht hat und nicht tragen muss. Aber leider sind wir so schnell ehrgeizig, so fleischlich, dass wir die Dinge nicht zu Ende denken.

 

Gott warnt uns vielfach vor Neid. Nach Galater 5,21 gehört er zu den Werken des Fleisches. Nach 2. Korinther 12,20 war der Neid ein Kennzeichen des schlechten Zustands der Korinther. Nach Titus 3,3 hat uns der Neid vor unserer Bekehrung geprägt. So könnte man fortfahren.

 

Wir wollen genügsamer werden und Gott mehr danken für das alles, das Viele, was Er uns in seiner Liebe geschenkt hat. Das ist gut für uns – das reicht uns. Denn das, was Gott gibt, ist zu unserem Segen. Auch das Ausmaß!