25.03.2015 Persönlicher Glaube

Psalm 63 - Ein Psalm trotz Wüstenzeiten (1)

"Ein Psalm von David, als er in der Wüste Juda war." (Psalm 63,1

David befand sich also weder im Heiligtum, noch in einem angenehmen zu Hause. Die Wüste war kein Ort zum Wohlfühlen. Ob er die Bundeslade und die Wohnung Gottes jemals wiedersehen würde, war für ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar. In der Wüste gab es kein Wasser und keine Nahrung, es war unvorstellbar heiß, und rein menschlich gesprochen gab es dort nichts, woran sich David hätte erfreuen können. 

 

Immer wieder hat David solche Wüstenzeiten erlebt, aber anstatt den "Kopf in den Sand zu stecken", entdecken wir bei David eine tiefgehende Sehnsucht nach seinem Gott. Er schaute nicht auf die Gefahren, die überall um ihn herum lauern konnten, vergrub sich nicht in Trauer und Wehmut, sondern schaute auf zu seinem Gott, erinnerte sich an die Erfahrungen, die er mit Ihm gemacht hatte und wurde dadurch im Glauben gestärkt und ermuntert. Das Ergebnis war ein Lobpreis Gottes von ganzem Herzen!  

 

David hatte erkannt, dass nichts anderes als Gott selbst einen Menschen wirklich zufrieden machen kann. (siehe Vers 6 und 7) 

Auch in Deinem und meinem Leben gibt es früher oder später solche "Wüstenzeiten" - ganz abgesehen davon, dass für den Gläubigen diese Welt an sich eine "Wüste" ist, die ihm keine nachhaltige Befriedigung geben kann. Es bleiben Hunger und Durst der Seele zurück, die nur Gott stillen kann. Vielleicht erlebst Du gerade eine Zeit der Krankheit, Probleme auf der Arbeit oder im Studium? Es kann sein, dass Du erleben musst, dass sich sogar Christen oder sogar Deine eigene Familie gegen Dich stellt ... Wie gehst Du damit um? 

 

Das sind Zeiten, in denen uns die angenehmen Seiten des Lebens für eine bestimmte Zeit unzugänglich bleiben - wo uns all das genommen wird, was zum normalen Leben eben dazu gehört. Gott möchte solche Zeiten dazu nutzen, dass wir Ihn besser kennenlernen und näher zu Ihm zu kommen. (5 Mose 8,3

 

Wenn Du mit dem Auto eine längere Strecke zurücklegen willst, ist es wichtig, zu Beginn Deiner Reise voll zu tanken, damit Du nicht plötzlich trocken fährst, weil an der Straße weit und breit keine Tankstelle auftaucht. Wenn der Tank leer ist, bleibst Du irgendwo am Straßenrand liegen und kommst nicht weiter ... 

 

Gerade in den "Wüstenzeiten" unseres Lebens werden wir wohl anfangen, nach Gott zu dürsten, weil uns sonst alle Annehmlichkeiten des Lebens verborgen sind. Aber dieser Durst, diese Sehnsucht, kann nur entstehen - das wollen wir von David lernen - wenn wir schon vorher Erfahrungen mit unserem Gott gemacht haben! 

 

Hast Du eine Sehnsucht, ein Verlangen nach Deinem Gott?

"Wie ein Hirsch lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele nach dir, o Gott. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott: Wann werde ich kommen und erscheinen vor Gottes Angesicht?" (Psalm 42,2.3)