09.02.2015 Persönlicher Glaube

Planen nach Gottes Willen

Will Gott überhaupt, dass wir planen?

Gott ist kein Gott der Unordnung, und so will Er auch nicht, dass wir ein unordentliches Leben führen. Damit kein chaotischer Lebenswandel herrscht und ein geordnetes Miteinander in der Gesellschaft gewährleistet ist, ist eine gewisse Planung erforderlich. Das ist selbstverständlich und von Gott gewollt. Er weist uns in dem Buch der Sprüche immer wieder auf konkretes Planen, Beraten und den Gebrauch des Verstandes hin, warnt aber auch davor, das nicht in Unabhängigkeit von Ihm zu tun:

  • „Der Weg des Narren ist richtig in seinen Augen, aber der Weise hört auf Rat" (Spr 12,15).
  • „Pläne scheitern, wo keine Besprechung ist; aber durch viele Ratgeber kommen sie zustande" (Spr 15,22).
  • „Die Entwürfe des Herzens sind des Menschen, aber die Antwort der Zunge kommt von dem Herrn. Alle Wege eines Mannes sind rein in seinen Augen, aber der Herr wägt die Geister. Befiehl dem Herrn deine Werke, und deine Gedanken werden zustande kommen" (Spr 16,1-4).
  • „Das Herz des Menschen erdenkt seinen Weg, aber der Herr lenkt seine Schritte" (Spr 16,9).

 

Grundsätzliches zu unserer Gesinnung beim Planen

Als seine Kinder ist es unser Wunsch, Pläne zu machen, die dem Willen Gottes entsprechen. Dafür müssen wir in einer lebendigen Gemeinschaft mit Gott leben und unsere Gesinnung und unseren Wandel beständig an seinem Wort ausrichten.

Unsere Gesinnung und unser Wandel sollte gekennzeichnet sein durch:

  • Gottesfurcht - „Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis" (Sprüche 1,7). Durch Gottesfurcht werden wir daran gehindert, Pläne zu machen, ohne nach seinem Willen und seinen Rechten zu fragen - Pläne, die außerdem vielleicht auch nicht rein sind und damit nicht seiner Heiligkeit entsprechen.
  • Abhängigkeit - sie drückt sich im Gebet aus. Das Gebet im Glauben ist für ein Planen nach Gottes Willen eine Grundvoraussetzung. „Befiehl dem Herrn deine Werke, und deine Gedanken werden zustande kommen" (Spr 16,3).
  • Aufrichtigkeit - „Die Unsträflichkeit (Geradheit) der Aufrichtigen leitet sie, aber die Verkehrtheit (Schiefheit) der Treulosen zerstört sie" (Spr 11,3). Unaufrichtigkeit sich selbst und anderen gegenüber wird beim Planen letztlich immer zum Schaden für uns selbst und für unsere Mitmenschen sein. „Aufrichtigkeit (das Aufrichtigsein) ... gilt als Tugend für jenen, ... der ohne versteckte Nebengedanken und versteckte Absichten handelt" (Wikipedia).
  • Demut - „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade" (Jak 4,6). Der reiche und hochmütige Bauer in Lukas 12 hatte große Pläne: „Dies will ich tun: Ich will ...". Doch was war Gottes Antwort? Er widerstand dem Hochmütigen: „Du Tor! In dieser Nacht fordert man deine Seele von dir; was du aber bereitet hast, für wen wird es sein" (Lk 12,18-20).

Jakobus warnt: „Wohlan nun, ihr, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt gehen und dort ein Jahr zubringen und Handel treiben und Gewinn machen (die ihr nicht wisst, was der morgige Tag bringen wird; denn was ist euer Leben? Ein Dampf ist es ja, der für eine kurze Zeit sichtbar ist und dann verschwindet); statt dass ihr sagt: Wenn der Herr will und wir leben, so werden wir auch dieses oder jenes tun." (Jak 4,13-15).

 

Wie planen wir konkret?

Wie und in welchem Maß dürfen und sollen wir planen? Die Antworten können je nach Bereich und Situation unterschiedlich ausfallen. Drei wesentliche Bereiche unseres Lebens wollen wir uns unter der Fragestellung anschauen und ein paar Gedankenanstöße geben:

  • Familie
  • Karriere
  • Finanzen

 

Familienplanung

Wer verheiratet ist oder heiraten möchte, wird sich mit der Frage beschäftigen wollen, was die Bibel zum Thema Familie sagt. Schon im ersten Kapitel der Bibel werden wir fündig: „Und Gott segnete sie [die Menschen Adam und Eva] und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan" (1. Mo 1,28).  Gott wiederholt diese Aufforderung gegenüber Noah nach der Flut: „Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch, und füllt die Erde!" (1. Mo 9,11). Da dieser Auftrag vor der Einführung des Gesetzes erteilt wurde, gehen wir sicher nicht fehl, ihn auch für uns heute als gültig anzunehmen.

Der Zweck der Ehe ist nach 1. Mose 2,24 nicht allein (1. Mo 1,28) das Zeugen von Kindern, sondern eine glückliche Gemeinschaft zwischen Mann und Frau - geistig, seelisch und körperlich (in dieser Rangfolge!). „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden ein Fleisch sein." Das wollen wir festhalten.

Und dennoch bleibt die Aufforderung bis heute bestehen, die Gott Adam und Eva in 1. Mose 1 und Noah nach dem Sündenfall in 1. Mose 9 mitgegeben hat. Ist die Aufforderung zur Vermehrung aber nun so zu verstehen, dass wir möglichst viele Kinder in die Welt setzen sollen?

Gott gibt hier keine konkrete Anzahl an Nachkommen an. Er begrenzt es nicht. Das Wort „mehren" wird in vielen anderen Bibelstellen auch mit „viel" übersetzt (z.B. in 2.16,17). Mir scheint, dass wir darin schon einen Hinweis sehen können, dass Gott will, dass wir mehrere Kinder haben - wenn Er es schenkt. Aber um eine konkrete Antwort für uns zu erhalten, ist es erforderlich, diese Frage Gott vorzulegen und Ihn zu bitten, uns seinen Willen zu zeigen. Dabei sollten wir uns fragen:

  • Sind wir bereit, Gottes Weg für uns zu folgen, oder haben wir vielleicht für uns schon vorab die maximale Anzahl an Kindern festgelegt?
  • Sind unsere Motive und Kriterien für die Beurteilung rein und frei von Egoismus (z.B. Bequemlichkeit, Freiheit/Ungebundenheit)?
  • Halten unsere Gründe für oder gegen (weitere) Kinder einer Beurteilung anhand der Bibel stand (z.B. Gesundheit/Belastbarkeit, Finanzen, Wohl der Geschwisterkinder)?

Bedenken wir bei der Familienplanung, dass es ein Geschenk Gottes ist, wenn Er uns Kinder schenkt. Wir wollen dafür dankbar sein und sie mit freudigem Herzen annehmen. Nicht für jeden hat Er dies vorgesehen, doch auch dann gibt Gott eine andere besondere Gnade (vgl. 1. Kor 7,7b). Er weiß, dass manche kinderlose Ehefrau wie Hanna in 1. Samuel 1 große Not damit hat. Nicht immer erhört Er das Gebet um Kinder, aber Er gibt Gnade und vermag, den „Mangel" durch anderen Segen zu ersetzen.

 

Karriereplanung

Zum Ende der Schulzeit denkt man an den beruflichen Werdegang. Was ist der richtige Beruf, der richtige Ausbildungsweg? Wenn wir bereits im Beruf stehen, werden wir heutzutage dazu angehalten, uns hohe berufliche Ziele zu stecken und unsere Karriere zu planen. Was sind Gottes Gedanken dazu?

Als Leitvers für diesen Abschnitt möchte ich Römer 12,16 anführen: „Sinnt nicht auf hohe [Dinge], sondern haltet euch zu den Niedrigen".

Weitere Überlegungen, die wir hier anstellen sollten:

  • Sind meine Motive rein? Bin ich darauf aus, in der Welt eine angesehene Stellung zu erlangen und/oder viel Geld zu verdienen? „Jeder, worin er berufen worden ist, Brüder, darin bleibe er bei Gott" (1. Kor 7,24). Auch wenn sich dieser Vers sicher in erster Linie auf eine bestimmte soziale und kulturelle Position bezieht, kann man ihn sicher auf berufliche Motive beziehen. Denn die damalige Position war eng verbunden mit der beruflichen.
  • Machen wir uns die Gefahr bewusst, dass es Berufe gibt, in denen vom Mitarbeiter extreme Arbeitszeiten gefordert werden. Ist es richtig, als Christ unbedingt diesen Weg auf die Gefahr hin einzuschlagen, in Zukunft keine oder äußerst wenig Zeit für andere Dienste für den Herrn zu haben?
  • Gottes Belange gehen vor: „Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem anhangen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und [dem] Mammon" (Mt 6,24).
  • Karriereplanung bedeutet nicht Lebensplanung: Abraham, David, Paulus und viele andere sind Beispiele dafür, dass Gott in seinen Wegen auch sozusagen zwischendurch grundlegende Änderungen herbeiführen kann. Seien wir daher offen für alternative Wege, die wir bisher noch nicht erwogen haben. Bedenken wir die Ermahnungen in Jakobus 4,13-15 über unsere Planungen und den Willen des Herrn
  • Verlieren wir bei der Planung nicht unser Bürgertum in den Himmeln und das nahe Kommen des Herrn aus den Augen!

 

Finanzplanung

Wenn Gott uns materielle Mittel und insbesondere Geld zur Verfügung stellt, hat Er uns gleichzeitig als Verwalter darüber eingesetzt. Und auch hier stellt sich die Frage, was für eine Zielsetzung dieses Planen in den Augen Gottes hat.

Kaum ein anderes Thema ist so viel von den Gegebenheiten und dem persönlichen Glauben abhängig. Daher können wir Römer 14,22 über unsere Gedanken dazu setzen: „Hast du Glauben? Habe ihn für dich selbst vor Gott". Aber wir können dennoch in Gottes Wort einige „Leitplanken" dazu finden:

 

  • „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon" (Mt 6,24) - die richtige Zielrichtung ist es, mit den Finanzen Gott zu dienen.
  • „Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein" (Mt 6,21). „Der Wandel sei ohne Geldliebe" (Heb 13,5). - die richtige Bewertung ist, dass unser wahrer Schatz im Himmel ist und unser Herz an ihm hängt, nicht an unserem Geld.
  • „Was aber hast du, das du nicht empfangen hast" (1. Kor 4,7)? „Begnügt euch mit dem, was vorhanden ist" (Heb 13,5) - die richtige Gesinnung ist, sich nicht zu rühmen, sondern dankbar, zufrieden und demütig zu sein.
  • „Wenn wir aber Nahrung und Bedeckung haben, so wollen wir uns daran genügen lassen" (1. Tim 6,8) - Genügsamkeit ist eine Gott wohlgefällige Gesinnung.

Wenn wir diese Dinge als Leitgedanken nehmen, werden wir in Gott gemäßer Weise Verwalter über unsere Finanzen sein können, ob es um Sparen, Spenden oder Schulden geht. Zu jedem einzelnen Bereich finden wir in Gottes Wort reichlich Hinweise, die wir beim Planen der Finanzen beachten sollten.

 

„Viele Gedanken sind im Herzen eines Mannes; aber der Ratschluss des Herrn, er kommt zustande" (Sprüche 19,21).


Zum Vertiefen eine Zusammenstellung von Bibelstellen:

Sparen: Sprüche 6,6-8; 11,24b; 21,20; 28,16b.20b.22; 1. Mose 41,35; 1. Korinther 16,2; 1. Timotheus 6,9.10; Lukas 12,15; 2. Korinther 6,10; Matthäus 6,19

Schulden: Sprüche 22,2.26; Hebräer 13,5; Philipper 4,19; Römer 13,8; 1. Korinther 7,23; Matthäus 5,25.26; Lukas 14,28

Spenden: Sprüche 19,17; 28,27; Maleachi 3,10; 1. Korinther 16,2; 2. Korinther 9,6.7; Philipper 4,17; Hebräer 13,16; 1. Chronika 29,3.5.9

Folge mir nach - Heft 2/2015