10.04.2006 Persönlicher Glaube

Von Herzen – zum Herzen

„Denn der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf“ (Sprüche, Kapitel 24, Vers 16).

Eine offene Tür …

Welch ein Trost ist es, dass wir immer wieder zu Ihm umkehren dürfen. Gottes Arme sind immer offen, uns anzunehmen. Selbst bei der schlimmsten Sünde, bei der man nach menschlichen Maßstäben nicht einmal mehr zurückkehren kann, dürfen und sollen wir zu Ihm umkehren (vgl. Jeremia, Kapitel 3, Vers 1).

Dem Grundsatz nach ist das auch bei uns der Fall (Sprüche, Kapitel 24, Vers 16), sofern wir in Gottes Augen Gerechte sind. Und das ist jeder Gläubige, der Jesus Christus seine Sünden bekannt hat und Ihn als Retter angenommen hat! Es ist ein großer Trost, dass der Vers aus den Sprüchen in der Bibel steht. Es ist sogar wahr, dass sich der Herr Jesus selbst für uns verwendet, wie Er es bei Petrus getan hat (1. Johannes 2,1; Lukas 22,32). Haben wir das verdient? - Und bedenken wir: Der Herr Jesus hat uns geliebt, obwohl Er wusste wie böse wir selbst nach unserer Bekehrung manchmal handeln würden! Macht uns das nicht dankbar? Und …

… muss trotzdem noch betreten werden

… führt das nicht zur Buße, also zu einer inneren Sinnesänderung, wenn wir uns momentan von Gott entfernt haben? - Zur Zeit Jeremias lag es Gott sehr auf dem Herzen, dass sein Volk zu Ihm umkehrte. Wie oft beklagte Er ihren Ungehorsam, und besonders ihre Störrigkeit, da sie nicht umkehren wollten. Und wie groß und vielfältig war seine Mühe, ihr Herz zu erreichen! Folgende Verse vermitteln einen Eindruck von den Empfindungen und Mühen Gottes.

Worte Gottes

* „Vergisst auch eine Jungfrau ihren Schmuck, eine Braut ihren Gürtel? Aber mein Volk hat mich vergessen, Tage ohne Zahl.“

* „Aber du hattest die Stirn einer Prostituiertenfrau, weigertest dich, dich zu schämen.“

* „Nur erkenne deine Schuld, dass du von dem HERRN, deinem Gott, abgefallen und zu den Fremden hin- und hergelaufen bist unter jeden grünen Baum, aber auf meine Stimme habt ihr nicht gehört, spricht der HERR.“

* „Die Propheten weissagen falsch, und die Priester herrschen unter ihrer Leitung, und mein Volk liebt es so.“

* „Lass dich zurechtweisen, Jerusalem, damit meine Seele sich nicht von dir losreiße, damit ich dich nicht zur Wüste mache, zu einem unbewohnten Land.“

* „So spricht der HERR: Tretet auf die Wege und seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, welches der Weg des Guten sei, und wandelt darauf; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Aber sie sprechen: Wir wollen nicht darauf wandeln.“

* „Aber sie haben nicht gehört und ihr Ohr nicht geneigt, sondern sind gewandelt in den Plänen, im Starrsinn ihres bösen Herzens; und sie haben mir den Rücken zugekehrt und nicht das Angesicht.“

* „Warum kehrt sich dieses Volk Jerusalems ab in immerwährender Abkehr? Sie halten fest am Trug, sie weigern sich umzukehren.“ (Jeremia 2,32; 3,3b.13; 5,31; 6,8.16; 7,24b; 8,5).

Ein Blick in unsere Zeit

Sieht es unter uns Christen besser aus als damals im Volk Israel? Jeder möge die Frage für sich selbst beantworten. Dabei sollten wir nicht auf die anderen schauen, sondern prüfen wir unser Leben! Keiner von uns wird wohl einem Baal dienen. Aber sind unsere Götzen nicht doch zuweilen zahlreich? Hobby, Fernsehen, Internet, Arbeit, Geld, die Lust der Augen, das eigene Ich - das alles kann zu unseren Götzen werden. Wir sollten uns ernsthaft fragen, wo unser Herz ist!

Wirklich noch mit dem Herzen bei dem Herrn Jesus? Oder sind wir Grenzgänger, nicht in allem, nein, natürlich nicht, aber doch in manchen Punkten?! Wie traurig, wenn wir nicht leben, um den Herrn zu ehren, sondern uns wenigstens in einigen Dingen so verhalten (wollen), dass der Herr das gerade noch so akzeptieren könnte - wie wir meinen! Allein eine solche Denkweise, die schließlich das Verhalten bestimmt, betrübt Ihn schon.

Eine Bitte

Wenn es so ist, sollten wir Buße tun, wirklich. Das heißt: die Gesinnung, die Einstellung ändern, traurig sein, wenn das wirklich bei uns so ist wie oben geschrieben. Lies mal die ersten Kapitel des Propheten Jeremia, aber denke besonders daran, was der Herr Jesus, Dein Heiland, am Kreuz für Dich getan hat. Wir sollten uns die weitreichenden Ergebnisse seines Sterbens und Auferstehens bewusst machen. Dann erkennen wir auch die Armut und Vergänglichkeit unseres bisherigen Lebens als Christ.

Aber damit sind wir nicht am Ende. Denn der Herr Jesus hilft uns, wieder aufzustehen. Er möchte uns neu in die praktische Gemeinschaft mit sich selbst bringen. Dazu dient Er uns bis heute, bis wir bei Ihm sind. Welch einen Retter haben wir doch!