31.12.2014 Persönlicher Glaube

Eine tröstliche Gewissheit

Bild: Habicht - Vogel des Jahres 2015

Es lohnt sich, über die Einzelheiten dieses Verses ein wenig nachzudenken.

 

  • „Wir wissen aber": Schon der alttestamentliche Patriarch Hiob konnte sagen: „Und ich, ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der letzte wird er auf der Erde stehen" (Hiob 19,25). Wir wissen weit mehr als Hiob. Es gibt manche Stellen im Neuen Testament, die von unserer Gewissheit sprechen. Zum Beispiel in 1. Petrus 1,18.19: „indem ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid... sondern mit dem kostbaren Blut Christi, als eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken". Dieses Wissen bezieht sich auf die Heilssicherheit, der sich jeder erfreuen kann, der ein Eigentum des Herrn Jesus ist. Das Wissen in unserem Vers steht mit den Lebensumständen in Verbindung, die uns auf dem Weg über diese Erde begegnen. Die Aussage von Römer 8,28 ist für uns nichts Ungewisses, keine vage Hoffnung, sondern eine felsenfeste und sichere Gewissheit. Es ist eine verbindliche Zusage Gottes, die wie ein Fels in der Brandung steht und auf die wir uns stützen dürfen - auch im neuen Jahr.
  • „denen, die Gott lieben": Wer ist damit gemeint? Ich denke, wir können ganz allgemein sagen: alle, die eine lebendige Beziehung zu Gott haben, die also von neuem geboren sind. Wer hier gemeint ist, wird im weiteren Verlauf des Verses noch etwas konkretisiert, indem es heißt: „denen, die nach Vorsatz berufen sind". Jeder Mensch, der in der Zeit der Gnade an das Evangelium glaubt, ist auserwählt ist vor Grundlegung der Welt (Eph 1,4) und somit nach dem Vorsatz Gottes berufen.
  • „alle Dinge zum Guten mitwirken": Demnach gibt es nichts in unserem Leben als Christen, kein Geschehen, kein vermeintliches „Schicksal", das nicht zu unserem Besten dient. Das wird angedeutet durch das Wörtchen „alle". Es lässt keine Ausnahme zu. Mit allem hat Gott, unser Vater, eine liebende Absicht. In allem, was uns widerfährt, dürfen wir die Güte Gottes sehen. Vieles, was wir erleben, mag für uns nicht angenehm sein (vgl. Heb 12,11). Gerade inmitten von Schwierigkeiten fällt es uns schwer, darin einen Ausdruck der Güte Gottes zu sehen. Wir verstehen einfach nicht, wofür dieses oder jenes gut sein soll. Deshalb wollen wir auch vorsichtig sein, diesen Vers an geprüfte Gotteskinder weiterzugeben. Hier ist Weisheit und Feingefühl nötig. Trotzdem wissen wir - und darauf wollen wir uns stützen -, dass Gott, dessen Sichtweite über unseren begrenzten Horizont hinausgeht, mit allem etwas Gutes im Sinn hat.

 

Diese Zusage Gottes gibt uns Sicherheit und Trost in einer Welt, die von Unsicherheit und Leid geprägt ist. Wir haben einen liebenden Vater, der eine Absicht und einen Weg mit uns hat. Alles, was uns begegnet, ist ein Ausdruck seiner Güte und Liebe. Mit dieser Zuversicht dürfen wir in das neue Jahr gehen.