18.01.2015 Matthäus | Jesus Christus / Gott

Der „abwesende“ König

Der Herr Jesus kündigt dadurch, dass Er das Haus verlässt und an den See an, dass Er sich von nun an nicht mehr exklusiv und besonders den Juden zuwendet. Er weitet seinen Segen auf alle Menschen aus.

Was für eine Bedeutung hat nun diese Veränderung für den Fortlauf des Evangeliums? Drei Punkte erscheinen mir besonders wichtig:

  1. Der König wird als abwesend gesehen. Bislang war noch davon auszugehen, dass der König letztendlich doch von seinem Volk angenommen würde. Durch die Verwerfung aber wurde zunehmend klarer, dass der König des Volkes hinausgeworfen und damit aus seinem eigenen Königreich entfernt würde. Der anwesende König wird somit zu einem abwesenden Regenten. Seine Abwesenheit hier auf der Erde bedeutet jedoch nicht, dass Er keinen Einfluss mehr ausüben könnte. Denn von nun an würde der Herr aus dem Himmel sein Königreich regieren - mit noch größerer Macht ausgestattet.

  2. Wenn der König als Verkündiger des Evangeliums des Reiches auf der Erde ausfällt, müssen andere diese Aufgabe übernehmen. So sendet der Herr seine Knechte aus, an seiner Stelle für Ihn hier tätig zu sein. Das sind zunächst die Jünger; später dann alle diejenigen, die sich im Werk des Herrn verwenden lassen wollen.

  3. Wenn der Herr fehlbare Menschen in seinem Dienst gebraucht, wird sofort klar, dass keine Vollkommenheit mehr da ist. Als der Herr hier seinem Vater diente, tat Er dies in makelloser Weise. Jetzt, wo es seine Diener sind, ist die Folge, dass auch Falsches und Böses in das Königreich hineinkommen kann. So würde das Reich zunehmend eine gemischte Sache werden, in der Gutes und Böses nebeneinander bestehen.