10.10.2014Buchbesprechungen | Persönlicher Glaube

Buchbesprechung: Simson – Glaubensheld & Versager (FMN)

Aller Einstieg ist leicht

Eine zeitgemäße Sprache, kurze Sätze und eine verständliche Ausdrucksweise sind zusätzlich wertvolle Hilfen, das Buch bis zum Ende durchzulesen. Wobei man sich auch sofort angesprochen fühlt und konkrete Hilfe fürs Glaubensleben erhält.

Das Buch gliedert sich in drei Hauptteile:

  1. Die Geschichte Simsons von seiner Geburt bis zum Erreichen seiner Glaubenshöhe bei Lechi (ca. 30 Seiten);
  2. Simson & Delila (ca. 20 Seiten);
  3. Exkurs Vermischung (ca. 18 Seiten). 

Simsons Geschichte - Lektionen für das 3. Jahrtausend

Im ersten Hauptteil des Buches wird die Geschichte Simsons chronologisch behandelt. Direkte Hinweise für das Leben von uns Christen heute geben immer wieder Impulse zum Nachdenken und motivieren zu treuer Nachfolge. Ausdrücke, Personengruppen und Ereignisse werden dabei in ihrer geistlichen Bedeutung für uns heute gut erklärt.

Deutlich und zugleich einfühlsam machen die Autoren auf die vielfältigen Gefahren im Leben von (jungen) Gläubigen aufmerksam. Sie zeigen ebenso die Ursachen mancher Probleme auf wie auch Auswege und Hilfen. Sexuelle Reize, Freundschaften mit der Welt, fehlendes Selbstgericht - das sind einige der aufgegriffenen Themen. 

Der Weg bergab - leicht, aber verhängnisvoll

Der zweite Hauptteil skizziert in zehn Punkten den erschütternden Abwärtsweg von Simson. Besonders die Verführung durch Delila und das Missachten mancher Warnungen Gottes beeindrucken den Leser und regen zu erneutem Beten um Treue in traurigen, schmutzigen Zeiten an. Ein Ausblick auf die Gnade Gottes am Ende des Lebens Simsons rundet die Beschreibung ausgewogen ab.

Vermischung mit der „Welt" - konkret

Zur Vertiefung wird im letzten Teil des Aufsatzes das Thema der Vermischung zwischen Gläubigen und Ungläubigen praxisorientiert behandelt. Dabei zeigen die Autoren den biblischen Weg der Absonderung ohne Isolation auf. Themenkreise wie Eheschließung, Berufskooperationen, aber auch Facebook und Gästegottesdienste werden aktuell und themenbezogen beleuchtet.

Zum Ausklang wird noch eindrucksvoll der Gegensatz zwischen Joseph, der in allem treu blieb, und Simson, der in (fast) allem versagte, aufgezeigt. Gerade das Kurzporträt über Joseph motiviert, auch inmitten einer schwierigen Welt, deren Verlockungen man ja längst nicht immer aus dem Weg gehen kann, treu zu bleiben.

Kurzum: Die Lektüre dieses Buches sollte sich keiner der Leser von Folge mir nach entgehen lassen; die Anregungen und Denkanstöße sind wertvoll und sehr hilfreich. Der kleine Preis des Buches erleichtert auch Lesern mit kleinem Budget den Kauf und den Segen dieser Arbeit.

 

Ernst-August Bremicker und Manuel Seibel

Wiehl, 2013 (VCG)

91 Seiten, € 5,00 (eBook: € 1,25)

Hier zu kaufen: Simson - Glaubensheld & Versager

 

 

Leseproben:

„Wo halten wir uns als (junge) Christen auf? Natürlich leben wir nicht im Vakuum. Wir heben auch nicht ab vom natürlichen Leben. Wir nehmen ganz normal am Leben auf dieser Erde teil. Aber es gibt doch Orte, wo es für uns besonders gefährlich wird. Solche Orte sollten wir in jedem Fall meiden. Muss man z.B. in die Disko gehen? Laute Musik, grelles Licht und Alkoholkonsum schaffen eine explosive Atmosphäre. Dieser Gefahr sollte man sich nicht aussetzen. Gleiches gilt für Fußballstadien, Kinos, Kneipen, Tanzlokale usw. Wir sollten die Gefahren nicht unterschätzen." (Seite 50/51)

„Es gibt Situationen, in denen wir es nicht vermeiden können, dass die Welt mit ihren Verlockungen auf uns zukommt. Solche Situationen können sich am Arbeitsplatz, in der Ausbildung, in der Freizeit und zu anderen Gelegenheiten plötzlich entwickeln. Niemand kann etwas dazu, wenn er plötzlich von dem netten Kollegen oder der netten Kollegin in eine unangenehme Situation hineingezogen wird. Die Frage ist dann nur, wie wir reagieren. Wenn wir uns wie Simson bewusst in Gefahr begeben, werden wir eine Niederlage erleiden. Wenn es sich um nicht gewollte Situationen wie bei Joseph handelt, können wir von Joseph lernen, wie wir ohne inneren moralischen Schaden herauskommen." (Seite 85).

Jeder muss sich selbst fragen, welche „Delila" der Teufel gegen ihn ins Feld schickt (Seite 54).