01.06.2014Matthäus | Jesus Christus / Gott | Persönlicher Glaube

Die ausgestreckte Hand

Vor dem Herrn Jesus stand ein Mann mit einer verdorrten Hand. Der Herr wendet sich diesem armen, kranken Menschen zu. Er vollbringt das Wunder jedoch nicht, ohne den Glauben dieses Mannes zu testen: „Strecke deine Hand aus!" Jesus fordert immer das Herz und den Glauben eines Menschen heraus, bevor Er ihn heilt. So auch hier. Was für einen Sinn hatte es, eine verdorrte Hand auszustrecken? Das war ja unmöglich. Aber der Herr fordert es - und der Mann hat den Glauben, das auch zu tun.

Wie kann man dieses Ausstrecken erklären? Wir sehen hier das Geheimnis, das auch bei der Bekehrung und der neuen Geburt eines Menschen anzutreffen ist. Gottes Wort unterstreicht, dass der Mensch zu 100% dafür verantwortlich ist, sich zu bekehren (vgl. z. B. Apg 16,31). Andererseits betont die Schrift auch, dass die neue Geburt und der Glaube zu 100% göttliche Gnade sind (vgl. z. B. Eph 2,5.8). Wie aber kann sich ein Mensch bekehren, der sich ja nach Aussagen des Apostels Paulus gar nicht bekehren will (vgl. Röm 3,10-18)? Die Antwort ist: Weil Gott sowohl das Wollen als auch das Tun in seiner souveränen Gnade bewirkt. Gott beginnt also in seiner Herablassung ein Werk in uns - und wir gehorchen dann seinem Wort, indem wir im Glauben das tun, was Er uns sagt. Das ist bei der Bekehrung so und das sehen wir auch bei diesem Mann. Er konnte seinen Arm nicht ausstrecken. Aber weil Gott durch den Herrn Jesus ein Werk in und an ihm vollbrachte, konnte er in dem Augenblick seinen Arm ausstrecken, als er das Wort des Herrn im Glauben verwirklichte.