14.04.2014Menschliches Zusammenleben

Ein „negatives“ Vorbild

Wir werden immer menschliches Versagen finden, das wir bei unserem Herrn niemals finden. Es mag aber auch „negative" Vorbilder geben. Hier sehen wir Handlungen, die in direktem Gegensatz zu den Verhaltensweisen des Herrn Jesus stehen. Dadurch wird uns der Herr wertvoller, größer und kostbarer.

Dazu wollen wir uns noch einmal die Geschichte von Rehabeam anschauen (1. Kön 12,1-15). Dort finden wir, wie Rehabeam am Anfang seiner Regierung über das Volk Israel von diesem eine Bitte vorgelegt bekommt. Er berät sich mit Älteren und Jüngeren und folgt zu seinem Schaden dem Rat der Jüngeren (wir lesen im Übrigen nirgends, dass er auch nur einmal in seinem Leben Gott selber befragt hätte).

Die Älteren hatten Ihm geraten, sozusagen zu einem Knecht des Volkes zu werden, diesem zu dienen und gütige Worte zu Ihnen zu reden (Vers 7). Rehabeam tat aber das Gegenteil. Unser Herr dagegen ist vollkommener Knecht geworden, Er nahm Knechtsgestalt an (Phil 2,7). Er war gekommen, nicht um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld zu geben für viele (Mk 10,45). Er war es, der in unvergleichlicher Demut bereit war, seinen Jüngern die Füße zu waschen (Joh 13). Er war es auch, dort am Brunnen von Samaria, der bereit war, einer in Elend geratenen Frau das zu geben, was sie wirklich brauchte (Joh 4). Er war es, der schließlich am Kreuz sich nicht selber verteidigte (Mk 15,4.5), obwohl Er das Recht dazu gehabt hätte. Wir könnten diese Liste wohl nahezu endlos fortsetzen ... Schließlich gingen aus seinem Mund Worte der Gnade hervor (Luk 4,22). Selbst die Diener der Hohenpriester und Pharisäer mussten anerkennen: „Niemals hat ein Mensch so geredet" (Joh 7,46).

Rehabeam antwortete dem Volk hart und sagte von dem Joch, das sein Vater dem Volk schwer gemacht hatte, er würde zu diesem Joch noch hinzu tun (Vers 14). (Hier müssen wir übrigens schon ein Fehlverhalten seines Vaters Salomo feststellen, welches uns erst an dieser Stelle mitgeteilt wird.) Die Könige des Volkes Israel waren von Gott eingesetzt und sollten das Volk nach Gottes Gedanken regieren. Dazu gehörte nicht, dass es für Untertanen eine Last ist.

Zur damaligen Zeit bekamen die Rinder eine Art Gestell aufgelegt, an der das Arbeitsgerät befestigt war, das Joch. Auch im Neuen Testament lesen wir von einem Joch; und zwar von dem Joch unseres Herrn, welches wir aufnehmen sollen. Aber welch ein Unterschied: Es ist sanft, sein Last leicht (Mt 11,29.30). Ja, einen HERRN haben wir, aber keinen grausamen und harten Herrn (Mt 25,24), sondern einen, der sich selbst als sanftmütig und von Herzen demütig bezeichnet und den wir in dieser Weise überall  in den Evangelien kennenlernen. Wir finden bei Ihm keinen harten Dienst unter Stöhnen und seufzen wie einst bei den Kindern Israel in Ägypten (2. Mo 2,23-25), sondern bei Ihm können wir die vollkommene Ruhe für unsere Seelen finden (Mt 11,29).