24.09.2013Ehe & Familie

Mutter-Perspektive

Junge Mütter haben es heute nicht leicht in Deutschland. Einerseits heißt es fast überall, dass zu wenige Kinder geboren werden. Andererseits sehen sich Mütter, die heute Kinder zur Welt bringen, sofort dem gesellschaftlichen Druck ausgesetzt, sehr schnell wieder eine bezahlte Arbeitsstelle anzunehmen. Dass es auch für junge Ehefrauen außerhalb einer bezahlten Arbeitsstelle oftmals eine ganze Fülle von Aufgaben inmitten der Gläubigen gibt, soll an dieser Stelle gar nicht weiter vertieft werden. Es ist allerdings bedauerlich, dass  viele nötige und wichtige Arbeiten nicht ausgeführt werden.

Betreuungsgeld

In Verbindung mit der Frage eines so genannten Betreuungsgeldes, durch das Mütter, die ihre Kinder nicht in eine Kita schicken, sondern zu Hause betreuen, für das zweite und dritte Lebensjahr der Kleinen einen geringen monatlichen Zuschuss erhalten, ist wieder einmal die Rolle der Frau und Mutter heftig diskutiert worden. Viele diffamieren das Betreuungsgeld als „Herdprämie" oder „Fernhalteprämie". Gemeint ist, dass Mütter durch dieses Geld einen Anreiz bekommen, kein bezahlte Arbeitsstelle (mehr) anzunehmen.

Selbst diejenigen, die an höchster Stelle für die Einführung dieses Betreuungsgeldes verantwortlich sind, sprechen nur noch davon, dass man Mütter ja nicht an den Pranger stellen könne, die ihre Kinder für ein paar Jahre zu Hause betreuen wollten. Mütter werden also nicht dafür wertgeschätzt, dass sie ihre Kinder unter dem Einsatz ihrer ganzen Zeit und Energie zu Hause betreuen, sondern diese Entscheidung wird maximal geduldet.

Es fällt wohl nicht schwer zu erkennen, dass auch Christinnen inzwischen unter einem regelrechten Druck stehen, möglichst bald nach einer Geburt (wieder) eine bezahlte Arbeitsstelle anzunehmen. Diese Tendenz dürfte künftig weiter zunehmen, vor allem, wenn die Kinder in die Schule kommen und Mütter nach Meinung der Politik nutzlos zu Hause herumsitzen, wenn sie nicht für Unternehmen tätig werden. Dass die Betreuung der eigenen Kinder und die Versorgung der Familie und des Haushaltes mehr als eine volle Arbeitsstelle umfasst, muss wohl nicht weiter betont werden. Jedenfalls sollte jeder Ehemann zu dieser Erkenntnis kommen, wenn er einmal wegen Krankheit seiner Ehefrau oder aus anderen Gründen einen ganzen Tag für Haushalt und Kinder verantwortlich ist.

Arbeitspflicht für Frauen?

Unter Christen ist manchmal sogar das Argument zu hören, dass eine längere Schul- und Studienausbildung, die der Staat finanziert hat, diesem auch „wiedergegeben" werden müsse. Abgesehen davon, dass wir zwar in der Welt, aber nicht von der Welt sind (Joh 17,11.14), so dass wir dem Staat nichts schuldig sind als nur, dass wir uns der Regierung unterordnen sollen (Röm 13,1), ist ein solches Argument im Blick auf Mütter abwegig. Denn gerade dann, wenn sie Kinder gebären und in einer guten Weise aufziehen, tun sie den besten Dienst, den sie dem Staat leisten können. Denn christlich erzogene Kinder bieten dann, wenn sie auch nach diesen Maßstäben leben, die beste Gewähr dafür, dass gewaltfreies Leben möglich ist und - wenn das denn überhaupt in Betracht kommen soll - künftig ökonomischer Mehrwert geschaffen wird. Und die vorherige Ausbildung ist Müttern dann z.B. für die schulische Begleitung der Kinder von Nutzen - mit ebenso großem Gewinn für die Gesellschaft ...

Warum aber, so mag sich eine junge Christin fragen, soll sie zu Hause bleiben, nachdem sie ein Kind geboren hat oder Kinder in die Schule kommen, wenn alle anderen Frauen anders handeln, wenn dies gesellschaftlicher Konsens ist und sie durch eine bezahlte Arbeit das Haushaltseinkommen deutlich vergrößern könnte? Die Antwort ist schlicht: weil Gott es so will. Natürlich gibt es, wie so oft, Ausnahmefälle und besondere Situationen. Ohnehin bleibt bestehen, dass jedes Ehe- und Elternpaar in seiner persönlichen Verantwortung vor dem Herrn steht. Aber der Grundgedanke der Schrift ändert sich durch besondere Situationen nicht. Vor allem sollten wir uns vorsehen, damit nicht das in unserer heutigen Gesellschaft vorherrschende ökonomische Diktat auch auf uns Christen abfärbt.

Die Anweisungen Gottes

Der Geist Gottes hat in der Bibel zu diesem Thema Hinweise und Berichte niederschreiben lassen, durch die falschen Tendenzen zu allen Zeiten begegnet wird, zum Beispiel, wenn Mütter durch gesellschaftliche Entwicklungen in Gefahr stehen, ihre Aufgaben zu Hause zu vernachlässigen. Diese Veränderungen haben viele Ursachen wie zum Beispiel den Egoismus des Menschen, Emanzipation usw. Deshalb schreibt der Apostel Paulus an Titus, dass die alten Frauen jüngere Frauen anleiten sollen, „ihre Männer zu lieben, ihre Kinder zu lieben, besonnen, keusch, mit häuslichen Arbeiten beschäftigt, gütig, den eigenen Männern untergeordnet zu sein, damit das Wort Gottes nicht verlästert werde" (Tit 2,4.5). Bei dieser Liebe zu den Männern und den Kindern geht es vor allem um praktische Liebe und Fürsorge. Kann eine Mutter dieser Pflicht nachkommen, wenn sie ihr Kleinkind in eine Kita bringt, um es dort von fremden Personen, häufig zudem noch ungläubigen, betreuen zu lassen? Sie und ihr Mann sollten sich dann bewusst machen, dass sie ihre Kinder auf diesem Weg einer starken Beeinflussung aussetzen, die sie selbst nicht direkt steuern können, gerade in einer Zeit, in der Kinder für jeden Impuls empfänglich sind.

Kinder sollen ihren Eltern gehorchen (Eph 6,1). Die beste Voraussetzung dafür ist dann gegeben, wenn Kinder gewohnt sind, dass die Mütter zu Hause sind, um ihre Kinder zum Gehorsam zu erziehen. Wenn das Kind seine Eltern kaum sieht, kann es diesem Gebot des Herrn kaum nachkommen. Das allerdings setzt auch voraus, dass der Vater nicht „fern vom Nest schweift" (Spr 27,8), sondern seiner Verantwortung als Vater zu Hause nachkommt. Er kann nicht die Erziehung bei seiner Frau abladen und sich selbst allein dem Beruf oder anderen Beschäftigungen hingeben.

Mutterliebe ist sprichwörtlich. Wer könnte eine bessere Bezugsperson für kleine Kinder sein als die eigene Mutter? Hat Gott, der Schöpfer, es nicht ausdrücklich gewollt, dass Kinder von ihren Eltern, von ihrer Mutter betreut werden? Werden Kinder nicht deshalb in eine Familie hineingeboren, um in der Familie aufzuwachsen? Durch die Schwangerschaft hat Gott eine einzigartige Beziehung zwischen dem Kind und der Mutter geformt. So kennt das Kind seine Mutter bereits vor der Geburt. Nach der Geburt wird es im Normalfall von seiner eigenen Mutter auch gestillt, in „biblischer" Zeit übrigens mehrere Jahre. So finden wir Jokebed, die Mutter von Mirjam, Aaron und Mose als ein schönes Vorbild, wie sie sich um Mose kümmerte. Auch Hanna nahm diese Fürsorge wahr, bevor sie Samuel in das böse Umfeld von Eli, Hophni und Pinehas übergab (vgl. 2. Mo 2,2.7-9; 1. Sam 1,22-28). Das sind Hinweise, wie Mütter ihre Kinder in einer guten Weise versorgen und umhegen. So lernt das Kind die Atmosphäre der Beziehung zu der Mutter kennen. Wie zerstörerisch kann es dann sein, diese Beziehung durch das Aufnehmen oder Wiederaufnehmen einer bezahlten Arbeit zu unterbrechen.

Falsche Argumente

In den vergangenen Jahren hat sich durch die Veränderung unserer Gesellschaft, in der es viele allein erziehende Mütter gibt, das verführerische, aber unzutreffende Argument durchgesetzt, es käme nicht auf die Quantität der Zuwendung an, sondern auf die Qualität. Entscheidend sei, dass man die Zeit, die man hat mit einem Kind, mit großer Intensität nutzt. Leider hat man bei diesen Überlegungen vergessen, an das Kindeswohl zu denken. Denn ein Kind braucht nicht nur Qualität, sondern auch eine Mutter, die immer für das Kind da ist: Nacht und Tag.

Wenn der Herr Jesus noch nicht wieder gekommen ist, werden wir in naher Zukunft die Ergebnisse dieser Familienpolitik erleben. Da gesellschaftliche Strömungen leider auch in christlichen Haushalten früher oder später Wirkung zeigen, ist zu befürchten, dass auch wir das erleben werden. Das aber heißt nicht, dass wir uns einfach diesem  Trend anschließen müssen.

Der Weg des Lebens

Liebe junge Schwestern, lasst euch nicht vorgaukeln, es sei viel herausfordernder, einer bezahlten Arbeit nachzugehen, als zu Hause für die Kinder, die Familie und den Ehemann zu sorgen. Ja, diese Arbeit zu Hause wird oft nervenaufreibender und anstrengender sein. Aber sie hat einen Vorteil, der entscheidend ist: Du hast Gott auf deiner Seite, so ehrst du Ihn. Dies ist der Weg, auf dem du von Gott gesegnet werden wirst, wenn der Herr dir einen Ehemann und Kinder schenkt.

Liebe junge Brüder, an euch liegt es, ob ihr euren (späteren) Ehefrauen mutig zur Seite steht, indem ihr sie ehrt, wenn sie ihren Dienst zu Hause für euch, die Kinder und den Haushalt tun. Lasst euch nicht einreden, dass dieses KKK (eine abwertende Formel für Kinder, Küche, Kirche) provinziell und veraltet sei. Das, was eure Frauen leisten, ist gewaltig. Dafür solltet ihr ihnen immer wieder von Herzen danken. Und es nicht nur sagen, sondern durch Taten unterstreichen. Steht auch vor euren Kollegen am Arbeitsplatz zu diesem biblischen Betreuungsprinzip und der Entscheidung, die ihr zusammen mit eurer Ehefrau gefällt habt. Ihr braucht euch nicht zu verstecken! Denn wer den Weg Gottes wählt, der weiß, dass er sich auf der richtigen Spur befindet, dem Weg des Lebens.

Auf diese Weise könnt ihr als Eheleute und Eltern Gott ehren. So seid ihr seinem Wort gehorsam und sorgt dafür, dass dieses Wort nicht verlästert wird. Zugleich werdet ihr auf diesem Weg den Segen Gottes für euch selbst und für die ganze Familie erfahren. Das macht glücklicher als jede Ehre vonseiten unserer heutigen Gesellschaft sowie ihrer Repräsentanten und auch als jeder zusätzliche Euro, den die Ehefrau verdienen kann. An Gottes Segen ist alles gelegen.

Folge mir nach - Heft 9/2013