18.09.2013Persönlicher Glaube

Wütend, dass man nicht wählt?

Bei seiner Verabschiedung von den Abgeordneten sagte der scheidende Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse, der auch eine Legislaturperiode lang Bundestagspräsident war, was eines der höchsten Ämter im Staat ist: Es mache ihn wütend und traurig, dass so viele Wahlberechtigte keinen Gebrauch von ihrem Wahlrecht machten. Ist diese Klage eigentlich berechtigt?

Nehmen wir die bewusst als Christen lebenden Menschen: Wen sollen sie eigentlich wählen? Jemand, der als Christ an Jesus Christus glaubt und bekennt, dass Er am Kreuz gestorben ist, um unsere Sünden auf sich zu nehmen. Jemand, der auf der Grundlage der Schrift die feste Überzeugung hat, dass es Rettung nur in dem Herrn Jesus gibt, nicht in den Religionen dieser Welt - wen soll er wählen? Die im Bundestag vertretenden Parteien müssen kompromissbereit sein, um auch für Muslime, Buddhisten usw. wählbar zu sein. Daher finden wir in ihren Wahlprogrammen maximal wage Hinweise über den Glauben, wenn überhaupt. Und natürlich ist aus ihrer Sicht jeder Glaube gut, auch der atheistische, so lange diese „Religionen" nicht fundamentalistisch, radikal sind. Aber Gottes Wort sagt: „Und es ist in keinem anderen das Heil, denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel der unter den Menschen gegeben ist, in dem wir errettet werden müssen" (Apg 4,12). Das darf ein Poliker nicht sagen, weil er sonst diskriminert. Aber solche Politiker, die eben das Gegenteil von der Bibel verkünden müssen, sollen wir wählen?

Nun mag man sagen: Es gibt eine Trennung von Staat und Religion - schon recht. Aber was soll man von Parteien an Gesetzen erwarten, wenn sie keinen klaren Blick über den Schöpfer, über Gott und den Menschen haben? Und wie sieht es mit der Moral aus? Wenn jede Lebensform des Zusammenlebens gestattet wird - also völlige Unmoral -, un das in den Parteiprogrammen auch verankert wird, wie soll ein Christ da jemand wählen? Wenn die Präses der Evangelischen Kirche in Ehebruch und Sünde lebt, als Spitzenkandidatin einer Partei zur Wahl steht, und wenn es in den anderen Parteien auch nicht anders aussieht? Das alles wird nicht als Versagen eingestanden, sondern als Freiheit - wen soll man da wählen?

Wir Christen haben längst gewählt. Und als solche, die zwar in der Welt, aber nicht von dieser Welt sind, haben wir unser Bürgerrecht in den Himmeln, das sollten wir nicht vergessen (vgl. Joh 17,16; Phil 3,20).

Wer Christus als seinen Retter „gewählt" hat, braucht keine Regierung mehr zu wählen. Er wird jeder nach Römer 13,1 untertan sein, so lange sie nicht Dinge von ihm zu tun verlangt, die direkt gegen Gott und sein Wort gerichtet sind. Das ist unsere Aufgabe: als Salz der Erde und Licht der Welt Gutes zu tun (Mt 5,13-16). Dazu gebe uns der Herr Mut, Energie und Freude.

Kannst Du wirklich noch wählen gehen am Sonntag?