26.07.2013Ehe & Familie | Versammlung / Gemeinde

Kindern geht es gut – und sie sind unzufrieden

Obwohl sich die allgemeine Situation der Kinder in Deutschland verbessert habe, bewerte jeder siebte Jugendliche seine aktuelle Lebenssituation als mäßig bis negativ. Im Vergleich mit 29 Industrienationen liegt die Bundesrepublik damit auf Platz 22. Vor mehreren Jahren erreichte das Land noch Rang zwölf.

Was lernen wir daraus? Man kann zwei Konsequenzen aus diesen Ergebnissen ziehen:

 

Die Welt ist zu klein für unsere Herzen

Es kann Menschen gut gehen, und dennoch sind sie mit ihrer Lebenssituation nicht zufrieden. Weil die Jugend (und die meisten von uns) nicht erfahren haben, wie schlimm es ist, in Kriegszeiten zu leben, weil sich viele das leisten können, was sie sich wünschen, wollen sie immer mehr. Und werden zunehmend unzufrieden. Im Blick auf Christen hat einmal jemand gesagt: Die Welt ist viel zu klein für unser Herz, als dass sie unser Herz ausfüllen und echte Befriedigung geben könnte. Man kann die ganze Welt gewinnen - und doch bleibt das Herz leer.

Unser Meister warnt uns: „Denn was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und seine Seele einbüßt?" (Mk 8,36). Umgekehrt: Christus ist so groß, dass unser kleines Herz nicht ausreicht, um Ihn ganz zu erfassen. Je mehr wir uns mit Ihm beschäftigen und Ihn genießen, umso glücklicher werden wir. Und wir werden nie zu Ende kommen, weil seine Herrlichkeit unendlich groß ist und unendlich glücklich macht.

Wir wollen wieder neu lernen, dankbar zu werden. Dafür gibt es ausreichend Anlass. Den meisten von uns geht es nämlich sehr, sehr gut. Und wenn wir Mangel erleben, dann lasst uns neu vertrauen, dass wir einen Herrn haben, der mitempfinden kann, weil auch Er solchen Mangel in seinem Leben erfahren hat - und dass Er unendlich erhaben ist über unseren Mangel.

 

Wir sind zu wenig Vorbilder und kümmern uns zu wenig um die Kinder

Es gibt aber noch eine zweite Seite. Warum empfinden die jungen Leute solch eine Unzufriedenheit? Vielleicht deshalb, weil wir Erwachsene schlechte Vorbilder waren? Weil wir auch als Christen unseren jungen Leuten eine falsche Lebensmaxime vorgelebt haben? Wir wollen uns neu umorientieren und neu lernen, Vorbilder zu werden, damit auch auf uns zutrifft, was Paulus schreiben konnte: „Seht hin auf die, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt" (Phil 3,17).

Es kommt hinzu, dass wir uns zu wenig Zeit nehmen für unsere Kinder und Jugendlichen. Kennen wir ihre Bedürfnisse? Haben wir ein Interesse an ihnen, so dass wir ihre Sorgen und Nöte kennen? Wir wollen wieder neu und mehr auf sie zugehen!