28.06.2013 Persönlicher Glaube

Betrachte Ihn – Auf Jesus schauen

Wenn du da nicht drüber weg kommst, musst du das Rennen abbrechen. Das Training war umsonst, das Ziel wurde nicht erreicht.

Kennst Du das nicht auch aus dem persönlichen Leben in der Nachfolge Jesu, dass Du an einen "toten Punkt" kommen kannst, wo Dir der Atem ausgeht? Man meint es ginge nicht mehr weiter, es ist Dir alles zu viel und Du spürst keine Kraft mehr in Deinem Glaubensleben. Ganz bestimmt waren viele von uns diesem Punkt schon manchmal nahe oder vielleicht bist Du gerade an so einem Punkt in Deinem Leben. Geistlich ausgelaugt, kraftlos, lustlos ... Die Zeichen stehen auf Abbruch. Vielleicht bist Du enttäuscht von Deinen Geschwistern, Deinen scheinbar besten Freunden, Deiner Arbeit oder hattest ein einschneidendes Erlebnis, dass Dich und Dein geistliches Leben volle Breitseite erwischt hat.

Dann lass Dich jetzt ermutigen weiterzulaufen, nicht aufzugeben.

"Deshalb nun, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, laßt auch uns, indem wir jede Bürde und die leicht umstrickende Sünde ablegen, mit Ausharren laufen den vor uns liegenden Wettlauf, hinschauend auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher, der Schande nicht achtend, für die vor ihm liegende Freude das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. Denn betrachtet den, der so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, auf daß ihr nicht ermüdet, indem ihr in euren Seelen ermattet." (Hebräer 12,1-3)

Unser Leben als Jünger Jesu ist kein 100 m - Lauf. Du ziehst nicht mal eben kurz an, sprintest los, holst alles aus Dir heraus und hast das Ziel schon erreicht. Unser Leben gleicht vielmehr dem oben beschriebenen Langstreckenlauf, bei dem wir Ausdauer, ein gutes Training und eine harte Disziplin benötigen. Gottes Wort, die Bibel, gibt gute und sehr eindrückliche Hilfen, um diesen "Wettlauf" zu Ende zu laufen ohne abzubrechen, einzuknicken oder schlapp zu machen.

Jede Bürde ablegen. Eine Bürde ist eine Last, ein Gewicht, dass es dem Läufer im Wettlauf schwer macht das Ziel zu erreichen. Niemals würde sich ein Marathonläufer mit einem zusätzlichen Rucksack voll unnötiger Utensilien für seinen Wettlauf belasten. Er versucht so leicht wie möglich zu sein, um das Ziel zu erreichen und nicht durch verschwenderischen Kraftaufwand ausgepowert zu werden.

Genauso ist es in unserem Leben als Christen. Bürden sind keine Sünden, sondern es können an sich gute Dinge in unserem Leben sein, an denen wir Freude haben, die aber zur Last für unsere Nachfolge werden können. Denk doch einmal über Deine Hobbys nach - Dein persönlicher Lieblingssport, Deine Arbeit, Dein Geld, Deine Bücher. Alles Dinge, die wir zum Guten benutzen können, aber die uns die Kraft und Energie aus unserem geistlichen Leben ziehen, wenn Sie uns beherrschen und uns im Wettlauf behindern oder ausbremsen. Es geht um Dinge, mit denen wir uns freiwillig bepackt haben, die wir aber auch aus eigenem Willen wieder ablegen können.

Ich kenne solche Bürden aus meinem Leben, Du auch? Es ist gut, wenn wir an dieser Stelle ehrlich zu uns selbst und unserem Herrn sind, um uns davon zu befreien. Er will nicht, dass Du einknickst - Lasst uns das Übergewicht ablegen und ein Leben mit leichtem Gepäck leben.

Die leicht umstrickende Sünde ablegen. Es kann gut sein, dass dieser Ausdruck eine Anspielung auf die langen Gewänder ist, die die Männer in der damaligen Zeit trugen. Wenn sie im Wettlauf loslaufen wollten, mussten sie die Gewänder ablegen, damit sie nicht darüber stolperten und kurz nach dem Start schon auf "der Nase lagen". Sünde ist keine Bürde. Sünde ist Trennung von Gott - es sind Dinge, die wir unabhängig von Gott und unserem Herrn Jesus tun.

Auch in unserem Leben als Jünger unseres Herrn Jesus gibt es Sünden, die uns ganz leicht "umstricken" können. Achtung, Stolperfalle! Es gibt Dinge in meinem und Deinem Leben, die uns zu Fall bringen können, die uns "umwickeln" und im Wettlauf behindern. Solche Sünden müssen wir gezwungenermaßen ablegen, uns davon trennen, sie vor Gott bekennen und sein lassen, wenn sie uns in unserem Leben zum Schaden geworden sind. (1. Johannes 1,9)

Denk einmal über Deine Gewohnheiten nach - Du hast Not mit immer wieder der gleichen Sünde? Vielleicht hast Du versteckte Fantasien, die Dir schon zum Fallstrick geworden sind? Lässt Du diese schlechten Gedanken immer wieder zu, dann sei Dir sicher, der "tote Punkt" wird kommen und Dein Wettlauf wird ins Stocken geraten.

Mit Ausharren laufen. Wie schon gesagt, das Leben als Christ ist kein 100 m - Lauf, sondern vielmehr ein Langstreckenlauf. Wir wissen nicht wann wir das Ziel erreichen - vielleicht noch heute?! Jesus Christus kann noch heute wiederkommen.

Jemand hat einmal „Ausharren" mit „jeden Fluchtgedanken überwinden" beschrieben. Manchmal scheint es in unserem Leben so, dass die „Flucht" aus der Nachfolge Jesu die sinnvollste Lösung sei, wenn Probleme und Versuchungen kommen.

Die eigentlichen Empfänger des Hebräerbriefes kannten solche Gedanken auch sehr gut, denn sie litten unter Verfolgung, weil sie dem Judentum den Rücken zugekehrt hatten - aber sie hatten „den Raub Ihrer Güter" (Hebräer 10,34) mit Freude aufgenommen! Kannst Du Dir das vorstellen? Die Probleme häuften sich auf und diese Christen liefen mit „Ausharren" weiter.

Vielleicht kennst auch Du junge Christen, die auf halber Strecke aufgegeben haben. Junge Leute, die in den Startlöchern saßen, gut und hoffnungsvoll losgelaufen sind, aber denen irgendwann die Puste ausgegangen ist, weil Probleme kamen oder die Dinge der Welt - falsche Freunde, Sex, Drogen und Partys usw. eine neue Anziehungskraft auf sie ausgeübt haben. Betest Du für sie? Es wäre eine echte Ermunterung, wenn Du und ich uns vom Herrn Jesus als Werkzeuge gebrauchen lassen könnten, um solchen jungen Christen wieder zurück in den Wettlauf zu helfen.

Hinschauend auf Jesus. Betrachte Ihn. Jetzt kommt das Wichtigste, um das Ziel sicher zu erreichen. Wie ist Deine Orientierung im Wettlauf? Welchen Fokus hast Du in Deinen Gedanken und in Deinem Herzen? Stell Dir einmal vor, ein Marathonläufer würde ständig nach links und rechts schauen oder sich nach den anderen Läufern umdrehen. Es würde ihn Kraft, Zeit und Orientierung kosten.

Wenn es heißt, dass wir, Du und ich, „hinschauend auf Jesus" unseren Wettlauf laufen sollen, dann meint das von allen anderen Dingen weg, auf Jesus zu schauen. Eigentlich ganz einfach, aber doch manchmal ziemlich schwer! Wie geht das? (Philipper 3,14)

Der Herr Jesus ist der Erste, der Anfänger, der diesen Wettlauf gelaufen ist. Er hat sich unendlich klein gemacht und kam auf die Erde, hat hier gelebt, hat hier gelitten, hat Ausharren bewiesen und ist nach Seinem Tod am Kreuz und der Auferstehung in den Himmel zurückgekehrt. Er hatte eine Freude vor sich, die Ihn unentwegt angetrieben hat - die Gemeinschaft mit seinem Vater, der Platz zur Rechten Gottes. Er hat Seinen Wettlauf schon vollendet.

Als Anführer ist Er der, der vor uns herläuft. An Ihm müssen wir uns orientieren. Ist Er allein in unserem Fokus? Diesen Fokus können wir als junge Christen bekommen, wenn wir Ihn anschauen und betrachten, das heißt auch mal ganz genau hinzuschauen. Nimm Dir doch einmal die Evangelien vor und studiere Sein Leben.

Neulich hat mich eine Stelle sehr beeindruckt: Petrus hatte erst vor kurzem das hohe Bekenntnis von Seinem Herrn abgelegt: „Du bist der Christus.", jetzt wollte Sein Herr ihm und den anderen Jünger eine neue Lektion über Sein Leiden und Sterben erteilen. Unmissverständlich hatte Jesus Ihnen versucht klarzumachen, dass er als Sohn des Menschen leiden, verworfen  und getötet werden würde. Dann würde Er wieder auferstehen. Das kann man doch verstehen, oder?

Nein, es soll kein Vorwurf an die Jünger sein, aber kannst Du Dir vorstellen, dass Petrus seinen Herrn jetzt zur Seite nimmt, um Ihm erst einmal klarzumachen, dass das doch sicherlich nicht Sein Weg sei. Sein Herr musste sich täuschen. Meinte Er das wirklich ernst? Wie kann das sein? Alle warteten doch auf das messianische Reich und dazu war Jesus doch gekommen! (Markus 8,27-33)

Welche Geduld und welches Ausharren, waren bei unserem Herrn nötig als Er mit solchen Situationen konfrontiert wurde. „Geh hinter mich, Satan!", deutliche Worte, um Petrus wachzurütteln, über das, was er da gerade gesagt hatte! Der Herr Jesus ging voller Ausharren Seinen Weg, Er hatte Seinen Blick „festgestellt", um nach Jerusalem hinaufzugehen (Lukas 9,51) und zu sterben! Das ist unser Herr, Er hat auch den Widerspruch von den Sündern erduldet.