29.07.2013 Versammlung / Gemeinde | Persönlicher Glaube

Das Ende von Gesangsbuch & Bibelbuch?

Durch die technischen Entwicklungen ändert sich manches in unserem Leben. Vor 30 Jahren hat keiner gedacht, dass man nur 10 Jahre später sein ganzes Leben am Computer verbringen kann. Das Schreiben und Redigieren von Artikeln ist viel leichter geworden. Briefe können heute kostengünstig per Mail oder über andere drahtlose Wege gesendet werden. Wir können in der Bibel suchen, ohne eine Konkordanz in die Hand nehmen zu müssen. Ja nicht einmal eine Druckversion der Bibel brauchen wir, um das Wort Gottes lesen zu können.

In den christlichen Zusammenkünften - manche sagen: in der Gemeinde ... - sind bislang solche Christen die Ausnahme, die nicht mehr in einer gedruckten Version der Bibel lesen. Das aber kann sich sehr schnell ändern.

Kürzlich sah ich jemand, der ein großes Augenproblem hat, der durch einen Tablet-Computer den Bibeltext genau auf die Größe bringen konnte, die es ihm ermöglichte, ohne Schwierigkeiten den Bibeltext vorzulesen. Dazu musste er keine mega-schwere Bibelausgabe in den Händen halten, die einen ausreichend großen Druck aufweist. Das mutet noch sehr seltsam an. Ist es das?

Es wird wohl auch nur eine Frage der Zeit sein, bis auch die geistlichen Lieder - also unsere Liederbücher - in elektronischer Form vorliegen, so dass man sie auch vom „Tablet" singen kann.

Wie ist das eigentlich zu bewerten? Zur Zeit des Herrn las man aus „Rollen" (Lk 4,17). Sehr viel später wurden Druckbücher entwickelt. Und heute ist das Buch eben ein e-Book. Es sind alles „nur" technische Vehikel, die den Wortlaut von Gottes Wort oder eben von Liederbüchern transportieren.

Entscheidend ist, mit welchem Beweggrund man diese Bücher benutzt. Will ich auffallen? Will ich der modernste sein (was ich ja auch kleidungs- und automäßig sein und werden kann ...)? Will ich andere, vielleicht ältere, Christen provozieren?

Natürlich wachsen die Gefahren mit der neuen Technik. Wer einen Tablet-Computer benutzt, kann alles mögliche auch darauf haben. Leider auch sehr viel Böses. Und das kann er dann auch in den Zusammenkünften, wenn es ihm passt, konsumieren.

Andererseits kann man natürlich auch seine gesammelten Notizen in eine separate Spalte bringen - und diese dann wortkundig vortragen. Das allerdings ist in einem gewissen Maß auch heute schon bei gedruckten Bibeln möglich. Hier sollten wir gerecht urteilen.

Wir werden die technischen Entwicklungen unserer Zeit nicht aufhalten können. Wir sollten auch nicht sagen: „Wie kommt es, dass die früheren Tage besser waren als diese? Denn nicht aus Weisheit fragst du danach" (Pred 7,10). Wir sollten jede Frage, auch solche, ins Gebet bringen, um uns vor dem Herrn zu prüfen, „was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist" (Röm 12,2). Wir wollen uns aber auch hüten, den Bruder und die Schwester zu richten, weil sie vor dem Herrn zu einer anderen Entscheidung gekommen ist (vgl. Mt 7,1 ff.). Jeder steht und fällt seinem eigenen Herrn. Wir brauchen niemandem schlechte Motive zu unterstellen. Wir haben in einer solchen persönlichen Frage mit uns selbst ausreichend zu tun ...