03.09.2012 Persönlicher Glaube

Soziale Netzwerke

Heute ist fast jeder auf einem sozialen Netzwerk. Während zunächst die Konkurrenz zwischen Facebook und StudiVZ, SchülerVZ und ähnlichen Angeboten bestand, kämpfen jetzt besonders Facebook als eindeutiger Markführer und andere Großkonzerne und -angebote wie Google+ um die Vorherrschaft. Alles kostenlos, natürlich! Aber gibt es etwas Kostenloses auf dieser Erde? Nein, bis auf das Evangelium Gottes gibt es das nicht. Was also auf den ersten Blick kostenlos erscheint, kostet sehr viel. In diesem Fall die persönliche Freiheit. Aber offenbar hat Satan mit diesen sozialen Netzwerken einen Nerv der Zeit getroffen. Die Menschen sind bereit, ihre privatesten Dinge in die Öffentlichkeit zu stellen – und davon profitiert die Werbewirtschaft. Und am Ende jemand, der mit diesen Datennetzen dann etwas für sich anfangen wird – der Antichrist. Soweit sind wir heute noch nicht. Aber die Öffentlichkeitsarbeit vieler einzelner Menschen haben soziale Netzwerke genutzt, um das Wissen anzuzapfen und in Geld umzumünzen. Auf der Strecke bleiben diejenigen, die sich dessen nicht bewusst sind. Nicht bewusst sein können. Dazu gehören vor allem unsere Kinder.

Wie soll ein 13-jähriges Kind überblicken können, was mit dem gesamten Datensatz passiert, den es auf seine Facebook-Seite (oder das Pendant bei Google+) stellt? Es ist unmöglich. Und wir als Eltern haben Schwierigkeiten genug, hinter jeder Veränderung herzuhecheln. So stehen die Daten längst überall – nur wir haben keine Ahnung davon. Und da unserer Kinder eben unsere Kinder sind, sind auch wir selbst sehr schnell zu einem gläsernen Menschen geworden.

Wir können die technische und soziale Revolution nicht aufhalten. Wer meint, das zu können, überschätzt sich dramatisch. Was wir können, ist im Blick auf uns selbst und unsere Kinder ein Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln. Paulus drückt das etwa so aus: „Ob ihr nun esst oder trinkt oder irgendetwas tut, tut alles zur Ehre Gottes ... Wie auch ich mich in allen Dingen allen gefällig mache, indem ich nicht meinen Vorteil suche, sondern den der Vielen, damit sie errettet werden“ (1. Kor 10,31-33). Und: „Und alles, was immer ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, danksagend Gott, dem Vater, durch ihn“ (Kol 3,17). Das sollten wir selbst beherzigen, dann können wir es auch glaubhaft unseren Kinder vermitteln. Soziale Netzwerke saugen unsere Zeit, unsere Energie und unser Privateigentum auf. Daher ist ein nüchterner Umgang mit diesen Medien unabdingbar, wenn man nicht aufgefressen werden will.