01.10.2012Persönlicher Glaube | Versammlung / Gemeinde

Das Wort Gottes wird infrage gestellt

Bild: leere Kirche.jpg

So hat vor einiger Zeit der badische Landesbischof Ulrich Fischer (Karlsruhe) vor Irrwegen bei der Bibelauslegung gewarnt. Das Zitieren und Reklamieren von Bibelversen sei keine ethisch tragfähigen Antwort auf Gegenwartsfragen. Nun ist klar, dass man Gottes Wort auf die konkreten Herausforderungen anwenden muss. Ein Zitieren allein ist also nicht angesagt. Aber Fischer scheint zu übersehen, dass Paulus seinen Freund und Mitarbeiter Timotheus ausdrücklich ermahnt, „das Wort zu predigen“ (2. Tim 4,2) – nicht eigene Gedanken, verbunden mit ein paar Versen oder so.

Fischer geht sogar noch weiter. Es dürfe weder eine „Auslieferung an den Zeitgeist“ geben noch einen „naiven Biblizismus“, der das Wort Gottes mit den Worten der Bibel gleichsetze. Vielmehr lasse sich in einem mehrstufigen Verfahren aus theologischen, historischen und soziologischen Einsichten ein ethisches Urteil gewinnen, „das beanspruchen kann, an dem aus der Bibel zu uns sprechenden Wort Gottes orientiert zu sein“.

Soweit ist man in der „Kirche Luthers“ inzwischen gekommen. Die Bibel ist nicht Gottes Wort – sondern es gibt dieses in der Bibel. Das lehnen wir kategorisch ab! Für uns ist die ganze Bibel Gottes Wort. Es ist eine fundamentale Irrlehre, wenn man meint, die Bibel enthalte Gottes Wort – und das müssen wir eben suchen. Das ist der Geist des Antichrists, der sich an die Stelle Christi setzen möchte.

Wie so oft sind Anlass für solche Äußerungen Hinweise zu praktischen Glaubensthemen – in diesem Fall die Frage, ob man Homosexualität in der Kirche dulden darf. Bei einer solchen Auffassung dieses hohen Kirchenvertreters wundert es nicht, dass er zur Zusammenarbeit aller monotheistischen Religionen aufruft.

Gebe Gott, dass wir an der Verbalinspiration des gesamten Wortes Gottes festhalten und den Anspruch Gottes, dass es das Heil allein in dem Herrn Jesus gibt (Apg 4,12), nicht aufgeben. Das bewahrt uns vor den Einflüssen der Welt und führt dazu, dass wir ein Gott hingegebenes Leben zum Segen unserer Mitmenschen führen.