Der Jünger übersieht den Einzelnen nicht

Der Herr Jesus war auf dem Weg zum Haus des Synagogenvorstehers Jairus, dessen Tochter im Sterben lag. Jairus hatte den Herrn eindringlich gebeten, zu ihm zu kommen, damit die Tochter nicht sterben müsse. Auf dem Weg aber kommt von hinten eine Frau zu Ihm, ohne sich weiter bemerkbar zu machen.

Der Herr Jesus wurde von vielen Menschen umgeben. Aber Er hatte ein Auge für die eine einzelne Frau, die im Glauben zu Ihm kam. Er sah ihre Not, dass sie schon viel Geld für Ärzte ausgegeben hatte, aber niemand ihr helfen konnte. Eine solche Seele überlässt der Herr nicht ihrem „Schicksal“. Er übersieht angesichts der Massen, die auf Ihn einströmten, die Qual dieser einen Seele nicht.

So übersieht auch heute der Jünger angesichts der vielen Bedürfnisse vieler Menschen und Christen nicht das Suchen des Einzelnen. Gerade dafür lässt er sich den Blick schärfen.

Vielleicht gibt es in deiner Nachbarschaft eine Person, von der du merkst, dass sie einsam ist. Oder auch unter den Gläubigen, die du regelmäßig bei den christlichen Zusammenkünften triffst, ist jemand, der irgendwie nicht mit Freude dabei ist. Oftmals versuchen wir unsere Einsamkeit und Nöte zu überspielen. Daher muss ein Jünger „hinter die Kulissen“ schauen. Manches Weggehen könnten wir verhindern, wenn wir als Jünger ein Auge für den Einzelnen bekommen.