30.04.2012Ehe & Familie

Betreuungsgeld – Krippengeld

Krippenplätze sollen so ausgebaut werden, dass jeder, der sein Kind ab 3 Monaten oder später „abgeben“ möchte, das auch tun kann. Die Erziehungspolitker der meisten Parteien meinen, dass die professionelle Verwahrung von Kleinkindern ohnehin besser sei als die unprofessionelle Betreuung durch Eltern, besonders Mütter. Diese seien ja in der Regel gar nicht ausgebildet für einen „Erziehungsjob“ und daher ständig überfordert. Zudem könnten auf diese Weise Mütter viel schneller wieder an ihre externen Arbeitsplätze zurückgebracht werden. Das sei für die Wirtschaft das Beste.

Was für die Kinder das Beste ist, scheint die Politik nicht zu interessieren. Ihnen ist wichtig, dass die Erziehung möglichst früh von Fachkräften vorgenommen wird, die den politischen Vorstellungen entsprechen. Dass dies über mittlere Sicht für die Kinder und ihre Entwicklung, somit für die Gesellschaft zu erheblichen Nachteilen führen wird, wie manche Untersuchungen bereits ergeben haben, wird ignoriert. Die Wissenschaft und die Politik wollen es anders. Und der Zeitgeist erst recht.

Es kann uns Christen nicht darum gehen, für oder gegen das Betreuungsgeld als solches zu argumentieren. Für uns sollte von Bedeutung sein zu erkennen, was wir mit unseren Kindern machen, die in unsere Familien hineingeboren werden. Der Auftrag an uns lautet: „Zieht sie [die Kinder] auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn“ (Eph 6,4). Dort heißt es nicht: Lasst sie aufziehen, sondern zieht sie (selber) auf! Kann man diesen Auftrag an andere delegieren? Das ist wohl gerade dann nicht möglich, wenn es sich um ungläubige (professionelle) Erzieher handelt, oder um solche, die zumindest in manchen wichtigen Lebensbereichen grundsätzlich andere Gedanken haben. Das sollte man im Übrigen auch bedenken, wenn man Kinder (recht früh) in einen Kindergarten gibt. In Deutschland gibt es Schulpflicht – daran können wir nicht vorübergehen, wenn wir der Obrigkeit gehorsam sein wollen (vgl. Röm 13,1.2). Aber der Kindergarten ist keine Pflicht. Hilft er unseren Kindern wirklich bei einem Leben in Gottesfurcht und Respekt vor den Eltern? Unsere Erfahrung jedenfalls ist es, dass die soziale Komponente, die so oft besonderes Gewicht hat, wenn es um die Frage des Kindergartens geht, sehr schnell von Kindern auch in der Schule erlernt werden kann – wenn sie diese nicht zu Hause schon gelernt haben.

Kinder sind ein Segen Gottes. Passt es zu einem solchen Geschenk, es möglichst schnell wieder abzugeben, um sich selbst in Beruf oder sonst wo verwirklichen zu können? Gleicht das nicht oft eher einer Rückgabe des Geschenks? Nur dass man es nicht Gott, sondern der Welt „zurück“ gibt. Oft leider mit langfristigen Folgen. Auch wenn inzwischen viele kirchliche Vertreter gegen das Betreuungsgeld und für Krippenplätze votieren, sollten wir uns nicht am Mainstream orientieren, sondern an der Bibel, also Gottes Wort. Kinder sind uns nur für eine kurze Zeit anvertraut. Diese kurze Zeit kann positive Wirkung erzielen, wie wir es bei Mose sehen. Oder wir können diese kurze Zeit noch weiter verkürzen, indem wir andere mit der Erziehung unserer Kinder beauftragen. Dann müssen wir uns nicht wundern, wenn die Folgen irgendwann auch sichtbar werden.