02.05.2003 2. Korinther

Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig

Dieses Bibelwort wird nicht selten falsch verstanden. Hören wir, was F.B. Hole in seiner Betrachtungsreihe "Grundzüge des Neuen Testamentes" dazu schreibt:

"Erneut wird in Vers 6 der lebendige Charakter des Dienstes am Evangelium hervorgehoben, wohingegen das Gesetz den Tod brachte. Der Ausdruck "Buchstabe" kommt in Vers 6 zweimal und in Vers 7 einmal vor. Er bezieht sich auf das Gesetz, wie die Worte "Dienst des Todes, mit Buchstaben eingegraben" erkennen lassen. Das Gesetz tötet. Sein Dienst führt zum Tod. Der Geist macht lebendig.

Was wir gerade dargelegt haben, ist der Beachtung wert, denn einige haben aus dieser Schriftstelle abzuleiten gesucht, dass der Buchstabe der Schrift tötet! Unter dem Deckmantel dieser Idee fühlen sie sich frei, den Buchstaben der Schrift zugunsten dessen zu missachten, was sie nach ihrem Belieben für den Geist der Schrift erklären. Was die Schrift SAGT, wird abgewiesen, um etwas einzuführen, wovon man ANNIMMT, dass es ihre Bedeutung sei... Solche Leute töten den Buchstaben, weil - so sagen sie - der Buchstabe tötet. Das alles ist Irrtum."

So weit das Zitat.

Der Buchstabe der Schrift ist sehr wichtig! Kleine Unterschiede können eine große Bedeutung haben. Gal 3,16 macht das sehr deutlich; aber es gibt noch viele andere Verse, die das zeigen, wie z.B. Offb 21,27:

"Und nicht wird in sie eingehen irgendetwas Gemeines und was Gräuel und Lüge TUT, sondern nur die, die geschrieben sind in dem Buch des Lebens des Lammes".

Ersetzt man "tut" durch "tat", so würde keiner in das himmlische Jerusalem eingehen können! Allen müssten draußen bleiben - denn jeder hat zumindest gelogen. So aber ist dieser Vers ein trostreicher Hinweis darauf, dass niemand mit der alten Natur in die himmlische Sphäre eindringen und sie stören können wird.

Im Grundtext sind die Veränderungen natürlich etwas anders, aber das Prinzip wird dadurch ja nicht tangiert. "Denn wahrlich ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist" (Mt 5,18).