10.08.2011Versammlung / Gemeinde | Persönlicher Glaube

… diese Antwort möchte ich meinem Retter geben!

Eine ganz persönliche Bitte

Wir finden in den Evangelien nicht viele Bitten, die der Herr Jesus an Menschen gerichtet hat. Eine jedoch können wir ganz am Ende seines Lebens entdecken. Sie richtet sich auch an unsere Herzen heute: „Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird; dies tut zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22,19). So sprach Jesus zu seinen Jüngern im Verlauf der Passahfeier am Donnerstagabend, als Er das Gedächtnismahl (auch Abendmahl genannt) einführte. Nur zwölf Stunden später hing Er dann am Kreuz.

Paulus zitiert später den Herrn und fügt hinzu, dass Er das in der Nacht gesprochen hat, „in der er überliefert wurde“ (1. Kor 11,23). Es war die Nacht, in der unser Herr von Judas an die Führer der Juden überliefert wurde, von denen Er danach zum Tod verurteilt wurde. Wenn ein Mensch in der letzten Nacht seines Lebens etwas an andere weitergibt, wird es von diesen in Ehren gehalten. Wie viel mehr sollten wir den Wunsch des Herrn: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ von Herzen Folge leisten.

Warum dieser Wunsch?

Dieser Wunsch dürfte einer der ganz wenigen gewesen sein im Leben unseres Retters, der Ihn selbst betraf. Warum äußerte Er ihn? Hatte Er selbst dadurch einen Gewinn? Sicher nicht in dem Sinn, dass der Herr Jesus dadurch, dass wir zu seinem Gedächtnis zusammenkommen, einen persönlichen Nutzen daraus ziehen würde.

Es ist einfach so, dass sein Herz sich daran erfreuen möchte, dass Menschen Ihn als Zentralpunkt ihrer Gedanken und Empfindungen festhalten und etwas von dem Wert seiner Hingabe verstehen. Dieses „Gedächtnis“ bezieht sich weniger auf unsere eigenen Gedanken, als auf das äußerlich erkennbar „Gedenken“ in einer Welt, die ihn nicht wollte. Natürlich wusste der Herr, dass Menschen sehr vergesslich sind. Das geht uns Christen in diesem Punkt nicht anders. Aber es wäre viel zu wenig, wenn wir diesen Appell Jesu als Mittel gegen unsere Vergesslichkeit verstehen würden.

Denn als der Herr Jesus diese Worte an seine Jünger sprach, stand Er unmittelbar davor, aus Liebe zu uns ans Kreuz zu gehen und sein Leben in den Tod zu geben. Da bittet Er seine Jünger, seiner in seinen Leiden und seinem Sterben zu gedenken, indem sie von dem Brot essen und von dem Kelch trinken zu seinem Gedächtnis. Kann man eine solche Bitte abschlagen? Unser Retter appelliert an unsere Herzen des Mitempfindens, damit wir eine Antwort auf seine Liebe geben – zu seinem Gedächtnis.

Nicht einfach äußerlich

Es geht nicht darum, durch die äußere Teilnahme an der Taufe und dem Gedächtnismahl anderen dokumentieren zu wollen: „Bei mir ist alles in Ordnung, ihr braucht euch um mich keine Sorge zu machen.“ In dieser Gefahr standen die Korinther (vgl. 1. Kor 10,1–5). Es geht auch nicht darum, eine wichtige Sache, die zentral zu den Vorrechten der Versammlung (Gemeinde, Kirche) Gottes gehört, zu tun, weil der Herr sie so angeordnet hat. Das wäre pflichtgemäßer Gehorsam und für unseren Retter viel zu wenig.

Der Herr sucht Herzen, die sich seiner Liebe öffnen und eine Antwort auf seine Hingabe geben. „Da will ich nicht fehlen!“ Der Herr richtet diese Bitte gerade auch an Dich: „Tu(t) dies zu meinem Gedächtnis.“ Diese Bitte kann zwar niemand alleine erfüllen, sondern nur in Gemeinschaft mit Geschwistern, die dem Herrn genau diese Antwort geben wollen: „Du bist der Mittelpunkt unserer Herzen, der Du Dein Leben für Gott und für uns in den Tod gegeben hast, um uns zu erlösen.“ Aber Du musst ganz persönlich eine Antwort auf seine Bitte geben.

Diese Antwort …

Natürlich fordert das Konsequenzen in meinem Leben – auch außerhalb des Gedächtnismahls. Ich kann nicht mehr mir selbst leben, ich kann Sünde nicht mehr übergehen, ich kann die Person des Herrn nicht mehr verleugnen. Er ist es wert, dass ich Ihm eine Antwort der Liebe auch in meinem praktischen Leben gebe! Hast Du nicht schon mit der Bekehrung Dein Leben dem Herrn Jesus übergeben? Und dann hast Du auch in der Taufe, wenn Du getauft worden bist, bezeugt, dass Du mit Christus gestorben bist (vgl. Röm 6,3) und Ihm treu nachfolgen möchtest. Also gibt es keinen Grund, diese Antwort zu verschieben, oder?

Fürchtest Du Dich vor der Verantwortung? Mit der Heiligkeit des Herrn ist nicht zu spaßen – auch nicht beim „Mahl des Herrn“ (1. Kor 11,27). Aber ist es nicht ohnehin so, dass der Herr von uns wünscht, heilig zu leben? Niemand ist vollkommen, wir alle straucheln oft, und Er wird Deinem Entschluss zu einem Leben in Hingabe für den Herrn helfen! Erfülle nur erst einmal seinen Wunsch: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“!

Vielleicht siehst Du viele Fehler im Leben Deiner Geschwister. Möglicherweise nimmst Du auch Anstoß an dem einen oder anderen, was Du unter den Geschwistern siehst. Wir sollen und dürfen Böses nicht übergehen. Aber hast Du zunächst einmal darauf geachtet, was Dein Meister wünscht? Stell Dir vor, Dein Herr würde jetzt leibhaftig vor Dir stehen und Dich fragen, warum Du am letzten Sonntag gefehlt hast? Oder warum Du diesem Wunsch überhaupt noch nie nachgekommen bist? Wenn Du in seine Augen voller Liebe schauen würdest, was wäre Deine Antwort?

„Tut dies zu meinem Gedächtnis“ – Diese Antwort möchte ich meinem Retter geben!

(aus: Folge mir nach - Heft 8/2011)