13.04.2017 Persönlicher Glaube

Ostern

Herkunft

Es ist nicht leicht, die Herkunft des Wortes „Ostern“ zu klären (Etymologie). Während beispielsweise Wikipedia Ostern aus dem Alt-Germanischen ableitet (Austro, Ausro) und von Morgenröte, von Osten spricht, von woher das Volk Israel seinen Messias erwartet, denken viele andere an die Fruchtbarkeitsgöttin Astarte.

Astarte war eine Hauptgöttin im heidnischen Götzenkult und tritt schon sehr früh als ein Götze im Leben des Volkes Israel auf, der das Volk weg von Gott hin zu heidnischen Götzen brachte. Astarte war eine Göttin der Zidonier. Salomo fiel ihr zum Opfer (vgl. 1. Kön 11,5; 2. Kön 23,13), und auch die immer wieder erwähnte Aschera scheint auf die Astarte zurückzugehen.

Ostern – Passah?

Ostern fällt auf die Zeit des Passahfestes und wird inhaltlich mit diesem verbunden. Der Ostersonntag soll an die Auferstehung Jesu Christi erinnern. Ähnlich wie das sogenannte Weihnachtsfest scheint also auch Ostern eine Mischung aus christlicher Tradition und heidnischem Götzendienst zu sein. Anscheinend wurde das Osterfest im Jahr 325 auf dem Konzil von Nizäa festgelegt. Das sogenannte Osterlamm geht zweifellos zurück auf das Passahlamm, das am 14. Tag des ersten Monats in Israel geschlachtet werden musste (2. Mo 12).

Dass Ostern tatsächlich auf einen heidnischen Götzenkult zurückgeht, dürfte aus den gerne benutzten sogenannten Ostereiern hervorgehen. Die Tradition des Färbens von Eiern ist seit dem 12. Jahrhundert belegt. Bereits in sumerischen und später in römischen Gräbern wurden, wie man nachlesen kann, gefärbte Eier als Grabbeigaben verwendet. Das Ei ist ein weitverbreitetes Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit. Gerade das passt zu der Fruchtbarkeitsgöttin Astarte – übrigens auch zu den Weihnachtssymbolen. Das Ei spielt in vielen Mythen von der Entstehung der Welt eine wichtige Rolle. Das „Welten-Ei“ wird in hinduistischen, ägyptischen, chinesischen und griechischen Mythen ebenso erwähnt wie in Japan, Finnland und auf den Fidschi-Inseln.

Osterei – Osterhase

Nicht nur das Osterei, sondern auch der sogenannte Osterhase hat mit der Bibel nichts zu tun, mit dem Tod und der Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus natürlich überhaupt nichts. In der nordamerikanischen Mythologie gelten Hasen als Kulturbringer und die alte slawische Religion kannte wohl den Hasengott „Medein“. Die Existenz der hasenköpfigen germanischen Fruchtbarkeitsgöttin Oestra bzw. Eostrens, die angabegemäß Namensgeber von Ostern sein soll, wird nur von manchen Forschern anerkannt. Klar ist, dass der Hase zu der Gruppe der Fruchtbarkeitssymbole gehört.

Christen und das Osterfest

Was haben wir Christen nun mit diesem sogenannten Osterfest zu tun? Nach diesen Beziehungen von Ostern zu heidnischen Festen haben wir Christen mit „Ostern“ nichts zu tun. Wahrscheinlich werden viele sagen, dass sie Ostern gar nicht feiern. Das Einzige, was sie täten, wäre, Schokoladenosterhasen und bunte Eier für Kinder zu verstecken. Nun ist natürlich nichts gegen bunte Eier und Schokoladenhasen einzuwenden. Aber es ist doch seltsam, dass wir es wichtig finden, uns nach der Schrift von der Welt abzusondern, bei diesen (nicht biblischen) Festen, die von den sogenannten Kirchen aus dem Heidentum ins Christentum übernommen wurden, um die Kirche auch für solche Menschen attraktiv zu gestalten, aber mitmachen. Was macht denn das Feiern von Ostern eigentlich aus?

Paulus schrieb den Galatern: „Ihr beachtet Tage und Monate und Zeiten und Jahre. Ich fürchte um euch, dass ich etwa vergeblich an euch gearbeitet habe“ (Gal 4,10.11). An die Kolosser schreibt er: „So richte euch nun niemand wegen Speise oder wegen Trank oder hinsichtlich eines Festes oder Neumondes oder von Sabbaten, die ein Schatten der zukünftigen Dinge sind, der Körper aber ist des Christus“ (Kol 2,16.17).

Wer sich also an ein solches Fest oder einen Neumond oder Sabbat hängt, verbindet sich mit einem Schatten. Auch diejenigen, die Ostern vor einem christlichen Hintergrund feiern, halten an einem Schatten fest. Ein Schatten aber zeigt keine Konturen und Einzelheiten. Diese können wir allein der Schrift bei Christus selbst finden. Die Vermischung von christlicher Tradition und heidnischem Treiben (in diesem Fall sogar Götzendienst) sollte uns im Blick auf derartige „Festtage“ zu denken geben.

Schwach – stark?

Nun kann man einwenden, dass weder das Osterei noch der Schokoladenhase „einem Götzen geopfert worden ist“ (vgl. 1. Kor 10,28). Handelt es sich dann nur um eine Frage des Gewissens, um eine Frage von „schwachen“ und „starken“ Gläubigen? Dabei gilt es zu bedenken, dass es im Fall von Römer 14 und 1. Korinther 8,10 um das Essen von Fleisch ging, das Gott im Alten Testament als „unrein“ verboten hatte, das Er aber nun ausdrücklich erlaubte. Der „Schwache“ also hielt das von Gott dem Volk Israel gegebene Gesetz, der „Starke“ lebte in der christlichen Freiheit, die das Essen von allem Fleisch erlaubte. Damals war es üblich, dass solches Fleisch zuerst Götzen geopfert wurde. Wenn man nun wusste, dass ein Bruder damit Probleme hatte und in Gefahr stand, sich dem Götzenkult anzuschließen, sollte man von diesem (früher unreinen) Fleisch nicht essen. Persönlich dagegen war man frei, es zu essen, wenn kein (schwacher) Bruder anwesend war (vgl. 1. Kor 10,28.29).

Sind Ostern und Weihnachten nun mit diesem Problem vergleichbar? Dabei müssen wir berücksichtigen, dass es bei der Frage des Fleisches um etwas ging, was Gott im alttestamentlichen Gottesdienst anders geregelt hatte, als es in der neutestamentlichen Lehre behandelt wird. Das aber hat mit diesen sogenannten christlichen Festen nichts zu tun. Zwar müssen wir heute nicht den Götzendienst im Verstecken von Ostereiern sehen, wie er ursprünglich darin lag. Aber es geht um eine Sache, die zum Teil zu falscher Zeit und inhaltlich in abwegiger Weise mit christlichen Inhalten verbunden wird. Zudem ist es ein Wesen des Fleisches, Äußerliches – wie wir es im Judentum finden – mit innerer Wahrheit (die hier noch nicht einmal eine Rolle spielt) zu verbinden.

Götzendienst

Gott hatte eine Abscheu vor dem goldenen Kalb, das Aaron gebaut hatte. Das Volk wollte keine Götzen, sondern Gott selbst in diesem Kalb anbeten. Aber Gott konnte diese Art von Anbetung nicht annehmen. Für Ihn war das Götzendienst. Denn Gott kann man nicht ehren, wie man es selbst für richtig hält, sondern nur so, wie Gott es uns in seinem Wort offenbart hat. Können wir uns vor diesem Hintergrund mit einem Osterfest identifizieren? Wir wollen uns immer wieder fragen, ob das, was wir tun, Gottes Billigung erfahren kann. Ob wir das, was wir tun, auch an seiner Hand tun können.

Nur, um nicht wieder falsch verstanden zu werden: Natürlich kann man die Osterzeit sehr gut evangelistisch nutzen. Das aber ist ein ganz anderes Thema und sollte uns alle aktivieren …