05.04.2011 Gute Botschaft | Persönlicher Glaube

Verstrahlt

An Symptomen arbeiten

Die verantwortlichen Unternehmen und Behörden Japans versuchen mit allen möglichen Mitteln, die Folgen der möglichen Kernschmelze und von Explosionen in den verunglückten Kernkraftwerken zu mildern und unter Kontrolle zu bekommen. Der eigentliche Herd der Probleme dieser Explosionen, Brände und Verwüstungen aber kann nicht mehr behoben werden: die für einen Tsunami dieses unvorhersehbaren Ausmaßes unzureichende Sicherung und Sicherheit der Atomreaktoren vonseiten der Betreibergesellschaften in Japan. Daher versucht man, die Symptome der „Krankheit“ zu behandeln, weil es nicht möglich ist, die eigentlichen Ursachen des Problems zu beheben.

Kapitulation und Selbstgericht

Auch der Mensch ist versucht, die Symptome seines eigentlichen Problems: der Sündhaftigkeit, zu beheben. Er stellt Gesetze auf, er befiehlt besonders gefährdeten bzw. straffälligen Menschen, Therapien zu machen. Er erkennt aber nicht, dass man damit zwar vielleicht für eine zeitlang bestimmte Extreme beheben kann, nicht aber die eigentliche Ursache des Problem behandelt: die Sünde im Menschen.

Letztlich führt jedes Gebot nur dazu, dass die Ursache umso deutlicher hervorkommt: „Denn als das Gebot kam, lebte die Sünde auf; ich aber starb. Und das Gebot, das zum Leben gegeben war, dieses erwies sich mir zum Tod. Denn die Sünde, durch das Gebot Anlass nehmend, betrog mich und tötete mich durch dasselbe“ (Röm 7,9–11). Es gibt nur ein wirkliches Rettungsmittel: die Bekehrung, die Umkehr zu Gott, verbunden mit einem Bekenntnis: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist Gott treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1. Joh 1,9).

Das zeigt: Im Unterschied zu dem Beispiel der Atomkraftwerke können wir die wahre Ursache behandeln lassen und so von Grund auf geheilt werden.

Der gläubige Christ ist ebenso versucht, Probleme in seinem Leben nicht bis zur Wurzel zurückzuverfolgen. Wie leicht doktern wir an Symptomen herum (fehlender Gehorsam: Wir ermahnen uns einfach, mehr zu gehorchen; fehlende Liebe: wir ermahnen uns, mehr zu lieben.), statt im Selbstgericht Gott zu fragen: Was läuft in meinem Leben eigentlich verkehrt? Wo ist meine Beziehung mit Gott (Stichwort: Gottesfurcht) und zum Herrn Jesus (Stichwort: abhängiges Leben) gestört? „So demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes“ (1. Pet 5,6).

Machtlosigkeit zugeben

Im Blick auf den atomaren Zwischenfall in Japan lernen wir, wie schwer es den verantwortlichen Unternehmen und Behörden fällt, zuzugeben, dass sie die Dinge nicht mehr unter Kontrolle haben. Obwohl Bilder inzwischen belegen, dass es furchtbare Verwüstungen innerhalb der Reaktoren und AKW-Gebäude gegeben hat, wurde tagelang davon gesprochen, dass man alles im Griff habe und optimistisch sei, einen GAU (größter anzunehmender Unfall) zu vermeiden. Man gibt nicht gerne zu, dass man alles versucht, das Problem aber selbst nicht beheben kann.

Die eigene Sündhaftigkeit zugeben

Es scheint in der Natur sündiger Menschen zu liegen, den wahren Zustand vertuschen zu wollen. Vor Gott aber können wir nichts verheimlichen, denn Er sieht uns genau so, wie wir wirklich sind. Er ist aber zugleich der einzige, der uns helfen kann. Gott bietet jedem Menschen seine Gnade an: „Jetzt aber ist ... offenbart worden ...: Gottes Gerechtigkeit aber durch Glauben an Jesus Christus gegen alle und auf alle, die glauben. Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist“ (Röm 3,21–24). Man muss bereit sein, diese Gnade durch Glauben anzunehmen, also durch das persönliche Ja-Sagen zu dem, was Gott über mich sagt, über meine Sünden und über seine Rettung. Nur auf diesem Weg kann ein Mensch gerettet, „geschützt“ werden.

Auch für den gläubigen Christen gilt es zuzugeben, wenn man die Kontrolle verloren hat. Wie oft tun wir noch so, als ob wir alles im Griff haben. Man kann in den Zusammenkünften der Gläubigen mit einem „Sonntagsgesicht“ herumlaufen. In Wirklichkeit aber geht es uns geistlich  schlecht, es soll nur niemand merken. Früher oder später wird das ohnehin deutlich. Bestes Beispiel dafür ist Simson (Ri 13–16), der zwar noch längere Zeit in äußerlicher Kraft tätig war, innerlich aber schon weit weg von Gott lebte. Es kam der Tag, wo er das vor niemand mehr verbergen konnte. Seien wir ehrlich und geben zu, wenn wir Hilfe brauchen. Nur so kann uns geholfen werden.

Atomwächter warnten vor Mängeln

Es ist zu lesen, dass die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) Japan bereits im Dezember 2008 vor möglichen Problemen bei der Erdbebensicherheit der Atomkraftwerke gewarnt hat. Ein Vertreter der IAEA habe demnach beim Treffen der G8 Nuclear Safety and Security Group (NSSG) vom 3. bis 4. Dezember 2008 in Tokio auf massive Sicherheitslücken hingewiesen.

In einem entsprechenden Papier heißt es, der Atomexperte habe die Sorge geäußert, die Anlagen seien starken Beben nicht gewachsen. Die Sicherheitsvorkehrungen in den mehr als 50 AKW des Landes seien unzureichend. Ob bessere dem dann letztlich zur Katastrophe führenden Tsunami standgehalten hätten, kann man wohl kaum mehr ermitteln.

Gottes Warnungen

Gott warnt den Menschen bis heute: „Es ist den Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht“ (Heb 9,27). Viele Menschen nehmen diese Warnung nicht ernst, so dass für sie etwas viel Schlimmeres als ein Super-GAU eintritt: die ewige Verdammnis.

Gottes Wort warnt gläubige Christen: „Denn was irgend ein Mensch sät, das wird er auch ernten“ (Gal 6,7). Wenn wir in unserem Leben Gott ungehorsam sind und nicht entschieden für Ihn leben, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn wir in unserem eigenen Leben nicht glücklich sein können. Gott ergreift dann notwendige Erziehungsmaßnahmen, die weh tun können – Er würde lieber darauf verzichten ...

Radioaktive Strahlung

 

Ein Problem, das nicht nur in Japan, sondern weltweit Ängste auslöst, betrifft die Atomkraftwerke (AKW). Denn durch das Erdbeben fanden Stromausfälle statt, die zu Defekten im Kühlsystem der Atomkraftwerke geführt haben (nicht zuletzt auch wegen des Tsunamis, der wahrscheinlich die Notstromaggregate lahm legte). Dadurch wurden wiederum Explosionen in dem Atomkraftwerk Fukushima in Japan ausgelöst, so dass einzelne Reaktoren brannten.

Man spricht davon, dass zumindest die innere Reaktorhülle beschädigt worden ist, so dass radioaktive Strahlung austreten konnte. Sowohl im Grundwasser als auch in der Luftregion wurden bereits deutlich erhöhte Strahlenwerte gemessen. Inzwischen wird weltweit, vor allem in Deutschland, über die Sicherheitsrisiken besonders von älteren Kernkraftwerken disskutiert. Das Unglück und die Folgen von Tschernobyl (1986) sind wieder präsent. Viele Menschen in unserem Land haben zunehmend Angst, dass sie durch die Folgen eines Unfalls in einem Kernkraftwerk krank werden könnten, leiden oder sogar sterben müssten.

Diese Angst kann man gut verstehen. Die Schreckensbilder aus Japan über das Ausmaß an Zerstörung, Leiden und Tod lassen auch in Deutschland niemand kalt und führen uns vor Augen, wie wenig zwischen Leben und Tod, zwischen Glück und Unglück liegt. Es geht um Menschenleben, die wertvoll in den Augen Gottes sind. Denn Er ist unser Schöpfer.

Dennoch fällt auf, dass im Zusammenhang mit der Katastrophe in Japan kaum von Gott gesprochen wird – wobei es immerhin einige Aufrufe zum Beten für Japan gibt, mit wertvollem, aber auch erschreckendem Inhalt 1 Das Spektrum reicht von „Herr, wir bitten um das Wunder deiner gnädigen Hand“ (Evangelische Allianz) bis zu „Wo warst Du, Gott, als das Chaos in deine Schöpfung einbrach?“ (Gebetstext der EKD). Daneben beten zahllose Christen ohne besondere Aufrufe persönlich und gemeinsam ernstlich um Hilfe - und um die Bekehrung der Betroffenen. . Mir geht es auch nicht um solche Prediger, die das Ganze als eine direkte Strafe Gottes erklären. Denn damit machte man es sich zu einfach, auch wenn man den Eindruck haben kann, dass Japan ein besonders „weltliches“ Land ist, das heißt, dass das Streben nach Kommerz, Erfolg und Geld besonders hoch im Kurs steht.

Sind die aktuellen Opfer schuldig?

Aber auch für die Menschen in Japan gilt, was der Herr damals im Blick auf zwei tragische Ereignisse sagte: „Meint ihr, dass diese Galiläer mehr als alle Galiläer Sünder waren, weil sie Derartiges erlitten haben [Pilatus hatte sie auf brutale Weise umgebracht]? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen“ (Lk 13,2.3). Dasselbe galt im Blick auf die 18 Menschen, auf die der Turm in Siloam gefallen war (Vers 4). Sie waren nicht schuldiger als andere.

„Wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umgekommen“. Mit anderen Worten: Menschen, die heute bei tragischen Unfällen ums Leben kommen, sind nicht schuldiger oder sündiger als andere. Diese Katastrophen sollen uns aber daran erinnern, dass wir alle, die wir keine kleinen Kinder mehr sind, als Sünder vor Gott schuldig sind.

Man fragt sich, warum viele Menschen eine derartige Angst vor dem leiblichen Tod haben, zum Beispiel durch radioaktive Verstrahlung, sich aber keine Sorgen machen, was ihre unsterbliche Seele betrifft. Ein ganzer Wirtschaftszweig – die Versicherungen – lebt von dieser menschlichen Angst, während „Kirche“ heute kaum noch Ansehen genießt.

Sünde

Adam, der erste Mensch, wurde ohne Sünde geschaffen, das heißt, er wusste gar nicht, was Sünde ist, weil er keine begangen hatte und ihm kein Mensch sagen konnte, was Sünde überhaupt ist. Sie gehörte damals noch nicht zum Erfahrungs-“Schatz“ von Menschen. Dann aber war Adam dem einzigen Gebot Gottes ungehorsam und aß mit seiner Frau von der Frucht des einen Baumes, dessen Früchte Gott dem Menschen ausdrücklich untersagt hatte (vgl. 1. Mo 3,17). Durch diesen Ungehorsam kam die Sünde in sein Leben.

Das Wort „Sünde“ bedeutet eigentlich: Zielverfehlung 2 vgl. Fußnote zu Spr 8,36 in der Elberfelder Übersetzung (Edition CSV Hückeswagen). Gott hatte dem Menschen gesagt, Er würde ihn segnen, wenn dieser Ihm gehorsam wäre. Dieses Ziel hat der Mensch verfehlt, weil er sich gegen den von Gott empfohlenen und befohlenen Weg entschieden hat: Er war ungehorsam. Damit hat er das Ziel seines Lebens, Gott zu gehorchen und zu gefallen, nicht erreicht. Der Mensch setzte sich dem Tod aus, statt ewig zu leben. Das heißt, er muss ewig in der Gottesferne existieren, statt Gemeinschaft mit Gott zu haben. Das ist das Gegenteil von ewigem Leben.

Die Strahlungskraft der Sünde

Genauso, wie ein Mensch radioaktiv verstrahlt werden kann, wenn er sich vor diesen Strahlen nicht schützt, so besitzt die Sünde eine solche Strahlkraft, dass sie zu jedem Menschen durchgedrungen ist und jeden einzelnen „verstrahlt“ hat (vgl. Röm 5,12). Davor kann man sich nicht selbst schützen, denn wir alle werden von Menschen gezeugt, die Sünder sind. Ihre Sünde haben sie an ihre Kinder weitergegeben. Dadurch haben wir alle eine sündige Natur bekommen. Dafür können wir nichts, wie auch viele Menschen nichts für einen atomaren Unfall „können“.

Aber wir müssen zugeben, dass wir nicht nur eine solche Natur bekommen haben, sondern dass wir auch alle sündigen. Unsere Lügen, und seien es Notlügen, unser Leben ohne und sogar gegen Gott, unseren Neid, die Bosheit, Habgier, Grausamkeit etc. können wir nicht auf unsere Eltern abwälzen. Dafür sind wir selbst verantwortlich. Damit gilt das Gerichtsurteil Gottes auch uns, das Er Adam ganz am Anfang der Menschheitsgeschichte angekündigt hatte: Du musst sterben … (vgl. 1. Mo 3,17).

Der Apostel Paulus drückt das so aus: „Darum, so wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben“ (Röm 5,12).

Der Schutz für Menschenleben

Gibt es denn keinen Schutz für uns Menschen? Doch! Im Fall einer Nuklearkatastrophe kann man sich zwar nur vorübergehend und oft nur unzureichend schützen, zum Beispiel durch die Einnahme von Jodtabletten etc. bzw. durch das Tragen von Schutzanzügen. So entgeht man wenigstens für eine Zeit der Kontamination durch Radioaktivität. Im Blick auf die Sünde aber ist es einem Menschen sogar möglich, dem ewigen Tod, dem Gericht des Feuersees (der Hölle) für immer zu entgehen.

„Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richte, sondern damit die Welt durch ihn errettet werde“ (Joh 3,16.17). Wer Jesus Christus als persönlichen Retter annimmt, muss vielleicht hier auf der Erde sterben. Aber er geht nicht verloren, muss nicht den ewigen Tod erleiden.

Dazu muss man aber anerkennen, dass man sich selbst nicht retten kann. Und man muss zugeben, dass man sich in einer Situation befindet, für die man einen Retter und Rettung benötigt. Mit anderen Worten: Ich muss anerkennen, dass ich Sünder bin vor Gott und seine Rettung und seine Gnade nötig habe. Dieses Eingeständnis fällt uns Menschen außerordentlich schwer – aber es öffnet das Tor zum ewigen Leben. Darum: „Wähle das Leben, damit du lebest“ (5. Mo 30,19)!

Die Botschaft weitersagen

Dem Teufel, dem großen Widersacher Gottes, ist es gelungen, diese Angst vor der Hölle aus dem Bewusstsein vieler Menschen zu vertreiben. Selbst solche Unglücke scheinen für viele Menschen kein Anlass zu sein, sich die Frage zu stellen: Wo werde ich die Ewigkeit verbringen?

Wir als Christen aber sollten Hinweisschilder auf Christus sein und zugleich die Gelegenheit ergreifen, Menschen, die für diese Frage offen sind, auf ihr Seelenheil anzusprechen. „Predige das Wort, halte darauf zu gelegener und ungelegener Zeit“ (2. Tim 4,2). „Da wir nun den Schrecken des Herrn kennen, so überreden wir die Menschen“ (2. Kor 5,11).

„Siehe, jetzt ist die wohlangenehme Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils“ (2. Kor 6,2).

(aus: Folge mir nach - Heft 4/2011)


Fußnoten:

1 Das Spektrum reicht von „Herr, wir bitten um das Wunder deiner gnädigen Hand“ (Evangelische Allianz) bis zu „Wo warst Du, Gott, als das Chaos in deine Schöpfung einbrach?“ (Gebetstext der EKD). Daneben beten zahllose Christen ohne besondere Aufrufe persönlich und gemeinsam ernstlich um Hilfe - und um die Bekehrung der Betroffenen.

2 vgl. Fußnote zu Spr 8,36 in der Elberfelder Übersetzung (Edition CSV Hückeswagen)