07.07.2006 Persönlicher Glaube

Etwas aufgeben – statt Verlust Segen in Überfluss (FMN)

„Petrus aber sprach: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Frau oder Brüder oder Eltern oder Kinder verlassen hat um des Reiches Gottes willen, der nicht vielfach empfängt in dieser Zeit, und in dem kommenden Zeitalter ewiges Leben“ (Lk 18,28).

Die Jünger hatten in der Zeit, als sie mit dem Herrn Jesus unterwegs waren, alles verlassen und waren Ihm nachgefolgt. Dafür verspricht der Herr Jesus ihnen eine Be(Ent)lohnung.

Auch Gläubige des Alten Testaments haben etwas für Gott aufgegeben und sind reichlich belohnt worden. Denken wir nur an Abraham. Er hat viel aufgegeben und ist als Nomade durch das Land Kanaan gezogen. An mehreren Stellen lesen wir, dass Gott ihn reichlich gesegnet hat. Bei ihm bestand dieser Segen aus irdischen Dingen wie Vieh und Gold etc.

Neben den Jüngern begegnen uns im Neuen Testament andere Menschen, die etwas für den Herrn Jesus aufgegeben haben oder Ihm etwas gegeben haben, woraus dann reichlicher Segen geflossen ist, nicht nur für sie selber, sondern auch für die Menschen um sie her.

Wir dürfen heute auch etwas für den Herrn Jesus „investieren“: z.B. unsere Zeit, etwas von dem uns anvertrauten Geld oder auch unsere Fähigkeiten. Nicht, damit wir eine Belohnung erhalten (obwohl wir auch die gleiche Verheißung wie die Jünger haben - der Herr Jesus belohnt alles, was für ihn getan wird), sondern aus Dankbarkeit Ihm gegenüber. Und wir dürfen wissen, dass Segen darauf ruht.

Fünf Brote und zwei Fische

„Es ist ein kleiner Knabe hier, der fünf Gerstenbrote und zwei Fische hat; aber was ist dies für so viele? Jesus nun nahm die Brote, und als er gedankt hatte, teilte er sie denen aus, die da lagerten; ebenso auch von den Fischen, so viel sie wollten. Sie sammelten nun und füllten zwölf Handkörbe mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die denen, die gegessen hatten, übrig geblieben waren“ (Joh 6,9.11.13).

Die Geschichte, allgemein bekannt als „die Speisung der Fünftausend“, kennen wohl viele. Dieser kleine Junge hatte anscheinend als einziger Speise dabei - warum auch immer (vielleicht, weil er einen Auftrag zum Einkaufen für die Mutter ausführte?). Alle anderen Erwachsenen hatten nicht daran gedacht. Als der Herr Jesus jetzt nach diesen Broten und Fischen fragte, gab er sie her. Und welcher Segen ist daraus hervor gegangen. Es wurden nicht nur alle gesättigt, es blieb am Ende mehr übrig, als vorher da war.
So ist der Herr Jesus. Wenn wir bereit sind, Ihm etwas zu geben, dann kommt Segen für uns, aber auch für unsere Umgebung dabei heraus.

Dieses Beispiel sollte doch auch für die jüngeren Leser ein Ansporn sein, bereitwillig dem Herrn Jesus etwas zu geben, wenn Er sie darum bittet.

Boot und Zeit

„Und er sah zwei Schiffe am See liegen; die Fischer aber waren daraus ausgestiegen und wuschen die Netze. Er aber stieg in eins der Schiffe, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land hinauszufahren; als er sich aber gesetzt hatte, lehrte er die Volksmengen vom Schiff aus. Als er aber aufhörte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus auf die Tiefe und lasst eure Netze zum Fang hinab. Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben uns die ganze Nacht hindurch bemüht und nichts gefangen, aber auf dein Wort hin will ich das Netz hinablassen Und als sie dies getan hatten, umschlossen sie eine große Menge Fische, und ihre Netze begannen zu reißen (Lk 5,2-6).

Der Herr Jesus war auf seinem Weg durch verschiedene Städte und Dörfer, um die Menschen zu belehren. Er selber besaß keine „technischen“ Hilfsmittel, so dass Er Menschen bat, Ihm doch das eine oder andere zur Verfügung zu stellen. Hier bat der Herr Jesus Petrus darum, Ihm sein Boot und seine Zeit zur Verfügung zu stellen. Petrus war dazu bereit und wurde reichlich belohnt. Mit einem Netz voller Fische. Aber um die mussten sich jetzt andere Leute kümmern. Denn der Herr Jesus schenkte Ihm noch etwas viel wichtigeres: Er machte ihm seinen inneren, sündigen Zustand deutlich. Und nachdem Petrus diesen erkannt und dem Herrn Jesus bekannt hatte, gab der Herr Petrus andere Aufgaben.

Was für einen Herrn haben wir doch! Wenn wir Ihm etwas zur Verfügung stellen - und dabei handelt es sich ja letztlich nur um Dinge, die Er uns vorher anvertraut hat - dann gibt Er uns auch noch Lohn dafür. Nicht unbedingt Lohn für diese Erde oder materiellen Lohn. Für eine Woche unbezahlten Urlaub zum Kalenderverteilen gibt es nicht beim nächsten Lohn eine Sonderzahlung, aber auf jeden Fall Lohn für der Ewigkeit.
Aber der Herr Jesus gibt uns auch etwas für diese Zeit, nämlich etwas für unseren inneren Menschen: Freude in der Gemeinschaft mit Ihm. Er segnet uns, indem Er uns etwas von sich selbst zeigt. Petrus durfte die Heiligkeit des Herrn erkennen. Da konnte er nur noch seinen sündigen Zustand erkennen. Aber das war keine Strafe, sondern mit bleibendem Segen für Petrus verbunden. Der Herr Jesus wird auch uns etwas von sich zeigen, dessen können wir sicher sein.

Ein Cent

„Und Jesus setzte sich dem Schatzkasten gegenüber und sah zu, wie die Volksmenge Geld in den Schatzkasten legt; und viele Reiche legten viel ein. Und eine arme Witwe kam und legte zwei Scherflein ein, das ist ein Cent. Und er rief seine Jünger herzu und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle, die in den Schatzkasten eingelegt haben. Denn alle haben von ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat von ihrem Mangel, alles, was sie hatte, eingelegt, ihren ganzen Lebensunterhalt“ (Mk 12,41-44).

Wenn wir die Begebenheit mit den anderen beiden Beispielen vergleichen, fehlt hier anscheinend etwas. Wir haben gesehen, dass der kleine Junge sowie Petrus etwas gegeben haben und dafür etwas für sich selbst oder auch für andere zurückbekommen haben.
Hier gibt die Witwe alles und bekommt anscheinend nichts zurück. Wirklich nicht? Doch!
Zunächst müssen wir bedenken, dass Gottes Wort den Witwen Seine Hilfe zusagt und außerdem wird ganz deutlich, dass der Herr Jesus die Lebensumstände der Frau genau kannte (Er wusste, dass sie eine arme Witwe war).Ihr besonderer Lohn lag nun darin, dass sie in das ewige Buch aufgenommen wurde, das Gott für alle Menschen geschrieben hat. Die Stars unserer Zeit sind bemüht, in Zeitschriften mit den größten Auflagen zu erscheinen. Aber was sind die Hunderttausend Leser gegen die ewige Wertschätzung Gottes, wie sie in seinem göttlichen Wort deutlich wird! Zudem ist diese Begebenheit zig Milliarden Lesern, die diesen Abschnitt schon gelesen haben, zum Trost und zur Ermunterung geworden. Ist das keine „Belohnung“?


Der Herr Jesus registriert alles, was für Ihn getan wird. Ob es nur ein ganz geringer Betrag ist oder sogar (nur) ein Becher Wasser. Alles wird belohnt (Mk 9,41).
Die Begebenheit mit dieser Witwe ist eine Ermunterung für alle, die meinen, sie hätten nichts, was sie geben könnten. Diese Frau hatte eigentlich auch nichts und hat doch alles gegeben, und Gott hat diese Tat für so wichtig erachtet, dass Er sie in der Bibel hat niederschreiben lassen.

Der Herr Jesus freut sich, wenn wir bereit sind, Ihm etwas zu geben oder etwas für Ihn aufzugeben. Die Jünger haben es getan, und auch wir dürfen es tun. Es lohnt sich!

(aus: Folge mir nach - Heft 5/2006)