23.06.2010Persönlicher Glaube | Dienst

Der Bach ist vertrocknet

Elia, kannst du mir erklären, wieso der Bach vertrocknet? Hat Gott nicht gesagt: "... aus dem Bach wirst du trinken..."? Wird Gott seine eigene Verheißung nicht bis zum Ende halten? Oder, Elia, hast du dich vielleicht geirrt? Hast du nicht selbst die Dürre angekündigt? War etwa der gewählte Weg ein eigener Weg? Irgendetwas muss doch da nicht stimmen - Elia, sieh doch, der Bach vertrocknet!

Elia hatte den Befehl Gottes befolgt: "Verbirg dich am Bach Krith"; er besaß die Verheißung Gottes: "Aus dem Bach wirst du trinken"; und er hatte den Segen Gottes eine Zeit lang erfahren, denn "er trank aus dem Bach" (V. 3-6) - Doch dann vertrocknete dieser.

Ein anderer schreibt zu dieser Erfahrung: "Dass der Geber größer ist als seine Gab, das ist die teife Lektion von dem Bach, der vertrocknet." Elia sollte von seinem Blick auf die Gaben Gottes gelöst werden und allein auf den Geber, den Urheber, auf Gott selbst, blicken. Und Gott zeigte Elia den weiteren Weg erst, als der Bach vertrocknet war, nicht vorher. Zuerst muss die Begrenztheit der Gabe klar erwiesen sein, so dass der Blick auf den Geber wieder frei ist, bevor Gott seinen weiteren Willen offenbart.

Der vertrocknete Bach im Leben Elias - wie manche Parallele hat er in unserem Leben. Wir sind auf einem Weg, den wir als den Willen Gottes erkannt haben - doch nach einer gewissen Zeit gibt es Not. Verlust der Arbeitsstelle, Krankheit oder gar Schlimmeres in der Familie, schmerzliche Entfremdung unter Freunden - wie vieles kann eintreten. Doch der Geber ist größer als die Gabe. Lasst uns diese Lektion des vertrockneten Baches auch für unser Leben lernen. Vertrauen wir daraauf, dass Gott wie bei Elia auch bei uns ein weiteres Wort hat zu seiner Zeit!

[Der Kalender "Der Herr ist nahe", dem dieser Zettel entnommen ist, kann bestellt werden bei: www.csv-verlag.de]