07.06.2010 Persönlicher Glaube | Gute Botschaft | Jesus Christus / Gott

Glauben alle „Gläubigen“ an denselben Gott?

Glaube = Glaube?

Es gibt viele Gläubige in Deutschland, mehr, als wir im Allgemeinen annehmen. Aber Glaube ist nicht gleich Glaube. Jakobus schreibt einmal: „Du glaubst, dass Gott einer ist, du tust recht; auch die Dämonen glauben und zittern" (Jak 2,19). Jakobus spricht hier von der Bejahung einer göttlichen Wahrheit, ohne dass man eine persönliche Beziehung zu dem einen, wahren Gott hätte. Er bezieht diesen Vers auf Menschen, die an ein Glaubensdogma glauben, ohne ein echtes Vertrauen zu dem zu besitzen, der den Menschen geschaffen hat. Das wird durch das Beispiel der Dämonen sehr deutlich: Sie wissen, dass es wirklich nur den einen Gott gibt. Aber das führt bei ihnen nicht dazu, dass sie sich Gott unterordnen. Sie zittern vor Gott, weil sie wissen, dass Er sie richten und in die Hölle werfen wird.

Mit diesem Dämonenglauben vergleicht Jakobus den Glauben von Menschen an ein orthodoxes (rechtgläubiges) Glaubensbekenntnis. Sie halten etwas für wahr, was zur Wahrheit Gottes gehört. Dennoch bekehren sie sich nicht. Solche Menschen gab es auch schon, als der Herr Jesus auf der Erde lebte: „Als er aber in Jerusalem war, am Passah, auf dem Fest, glaubten viele an seinen Namen, als sie seine Zeichen sahen, die er tat. Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte und nicht nötig hatte, dass jemand Zeugnis gebe von dem Menschen; denn er selbst wusste, was in dem Menschen war" (Joh 2,23-25).

In diesem Sinn gibt es auch heute manchen „Gläubigen", der es für wahr hält, dass Gott einer ist und dass es nur den einen Gott gibt. Aber das heißt eben nicht automatisch, dass so jemand erlöst ist und an das Blut Jesu Christi glaubt, dessen Wert allein die Rettung von Menschen bewirkt.

 

Der Gott des Islam

Muslime glauben an (einen) Gott. Sie nennen „ihren" Gott Allah - das ist die arabische Übersetzung von Gott. Aber glauben sie damit an den Gott der Bibel, an den einen, wahren Gott? Nein! Ein solches Glaubensbekenntnis würden sie rundherum ablehnen. Denn dann müssten sie auch an Jesus Christus als Sohn Gottes glauben. Das aber halten sie für Blasphemie. Die Muslime lehnen nämlich ab, dass der eine Gott zugleich aus drei Personen besteht:

1.      Gott, dem Vater

2.      Gott, dem Sohn

3.      Gott, dem Heiligen Geist.

Damit glauben Muslime nicht an den einen, wahren Gott, der sich in Christus Jesus offenbart hat, wie wir das noch heute in Gottes Wort nachlesen können. Sie mögen „ihrem" Gott sogar manche Eigenschaften zuweisen, die wir auch in Verbindung mit dem wahren Gott zum Beispiel im Alten Testament finden. Aber sie beten einen Gott an, den es gar nicht gibt, einen Götzen, den sie sich selbst gemacht haben. „Wir wissen, dass ein Götzenbild nichts ist in der Welt und dass keiner Gott ist als nur einer. Denn wenn es nämlich solche gibt, die Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf der Erde (wie es ja viele Götter und viele Herren gibt), so ist doch für uns ein Gott, der Vater, von dem alle Dinge sind, und wir für ihn, und ein Herr, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind, und wir durch ihn" (1. Kor 8,4-6). Dieser eine wahre Gott ist allwissend, allmächtig, allgegenwärtig. Er ist Licht und Liebe.

Jesus Christus spricht in seinem letzten Auftrag an seine Jünger von diesen drei Personen „in einem Atemzug". Wenn der Sohn und der Heilige Geist nicht Gott wären, wäre das Reden von drei Personen der Gottheit tatsächlich Gotteslästerung. Da aber alle drei Personen Gott sind und es doch zugleich nur einen Gott gibt, konnte der Herr Jesus sagen: „Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Mt 28,19). Es ist ein Name, ein Gott, und doch drei Personen.

Diesen Gott, also den einzig wahren Gott, lehnen die Muslime ab. Damit aber wird deutlich, dass das Reden von einem gemeinsamen Gott der Juden, Christen und Muslime eine Lüge ist. Natürlich kennen alle drei genannten Gruppen Gott als den „Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs". Und was das äußere Bekenntnis betrifft, ist sogar wahr, was die muslimische Ministerin sagte, dass dieser Gott in allen drei Glaubensrichtungen eine gewisse Verehrung erfährt. In Wirklichkeit aber lehnen Muslime diesen Gott allein schon deshalb ab, weil sie diejenigen nicht lieben, die der Gott Abrahams, der Gott Isaak und der Gott Jakobs liebt. Darüber hinaus ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs kein anderer Gott als der Gott, der sich in Jesus Christus vollkommen offenbart hat (vgl. Joh 1,18). Wer heute an den Gott Abrahams glaubt, muss zugleich an den Herrn Jesus Christus als ewigen Gott glauben - denn es gibt nur den einen, wahren Gott. Wer aber den Herrn Jesus als Sohn Gottes ablehnt, der lehnt damit auch den Gott Abrahams ab. Er macht aus diesem ewigen Gott ein Wesen nach eigenen Vorstellungen.

 

Mit Kompromissen die biblische Wahrheit aufgeben

Es ist ein Jammer, dass auch in den großen Kirchen Deutschlands dieser gravierende Unterschied zwischen Christentum und Islam nicht mehr uneingeschränkt gesehen wird. Der für den interreligiösen Dialog zuständige Weihbischof der katholischen Bischofskonferenz meint beispielsweise, dass Muslime und Christen durch den Glauben an den einen Gott verbunden seien. Er übersieht, dass Muslime - sicher irregeführt durch die Erfindungen Mohammeds und seiner Gesinnungsgenossen - einen eigenen Gott entworfen haben, der ein Zerrbild des einen wahren Gottes ist und mit der Wirklichkeit Gottes nichts gemein hat. Wer an diesen falschen Gott glaubt und ihn verehrt, geht verloren. Wer etwas anderes lehrt, führt Menschen in die Irre. Wenn wir als Christen im Blick auf Gott Kompromisse um des Friedens willen eingehen, machen wir uns schuldig an Gott und auch an diesen Menschen, denen von Christen vorgegaukelt wird, es wäre egal, an welchen Gott man glaubte - es wäre ja doch derselbe Gott.

Wir lieben unsere muslimischen Zeitgenossen, weil Gott sie liebt und auch für sie seinen Sohn gesandt hat. Wir wollen ihnen, wie wir die Gelegenheit haben, das Evangelium, die gute Botschaft, verkündigen. Und wir wollen durch ein entschiedenes Christenleben dazu beitragen, dass sie nicht aufgrund unserer Laschheit, Weltförmigkeit und Gleichgültigkeit den einen, wahren Gott ablehnen. Wir dürfen die gravierenden Unterschiede zwischen Islam und Christentum jedoch nicht klein reden. Sie sind heilsentscheidend.

<a href=http://www.folgemirnach.de target=_blank>(aus: Folge mir nach - Heft 6/2010)</a>