01.05.2010Matthäus | Persönlicher Glaube

Der Christ und das Fasten

Es wird zuweilen die Frage gestellt, ob Christen fasten sollen. Fasten war eine jüdische Handlungsweise, wenn sich auch, wie man in der Geschichte Jonas sehen kann, Heiden diese Gewohnheit zu eigen machten.

Wenn man nun ins Neue Testament schaut, fällt auf, dass wir in den Briefen nicht zum Fasten aufgefordert werden. In 2. Korinther 6,5 und in 2. Korinther 11,27 spricht Paulus davon, dass er selbst oft gefastet hat. Aber selbst der Herr Jesus fordert nicht zum fasten auf.

Wir müssen also sehr vorsichtig sein, das Fasten allgemein als eine christliche Übung zu bezeichnen. Heißt das nun, dass Christen nicht fasten dürfen? Fasten ist das Ergebnis einer persönlichen Demütigung vor Gott, kommt also aus einem persönlichen Empfinden des Einzelnen. Der dem Fasten zugrunde liegende Gedanke, auf menschliche, irdische Annehmlichkeiten zu verzichten, um im Gebet oder in Trauer oder in Umkehr vor dem Vater zu sein, hat viel für sich. Vielleicht würden wir auf diese Weise manches Mal davor bewahrt, uns in den irdischen Dingen zu verlieren. Nicht von ungefähr ist genau dies das Thema der nächsten Verse.

Und ist es nicht gesegnet, wenn zum Beispiel junge Christen auf die Freude eines Urlaubs verzichten, um eine Woche Traktate oder Kalender zu verteilen? Der Herr wird uns auch reich segnen, wenn wir Geld, das wir für uns verwenden könnten (und auch dürfen), für sein Werk investieren. Ein besseres Investment gibt es nicht.