17.03.2010Versammlung / Gemeinde | Persönlicher Glaube

Der Tag des Herrn

Auch wenn wir nicht unter dem Gesetz des Sabbats stehen (wäre das der Fall, hätten wir sehr starr am siebten Tag, dem Samstag, festhalten müssen und nicht den ersten Tag der Woche begehen können) ist es doch sehr klar, dass wir eine Ruhezeit nötig haben. Ein Tag aus den sieben ist für jeden gleichermaßen nötig. Ein Kind Gottes ist dafür doppelt dankbar, weil es die Möglichkeit hat, die andauernde Anspannung der Arbeit anzuhalten, die für die Nerven, den Geist und das Herz ruinös sind.

In Verbindung mit dem Tag des Herrn sind das heilige Andenken, die schönen Vorrechte und die Erinnerungen voll glücklicher Freude herrlich! Auch wenn dies durch unsere Väter oft ganz falsch verstanden wurde und die Strenge des jüdischen Sabbats auf den Sonntag angewandt wurde, sind wir sicher, dass das unendlich viel besser ist, als die Gesetzlosigkeit, die sich wie eine Flutwelle ausbreitet und jede Festung von Ehrfurcht auslöscht.

Wir dürfen Gott für den Tag danken, der speziell für seine Anbetung reserviert ist. Jeder vorausschauende Staatsmann wird die Bedrohung einsehen, die darin liegt, diesen Tag in einen Tag voller Freizeitgestaltung und Vergnügen zu verändern. Der Staat wird früher oder später den Verlust der Gottesfurcht spüren. Und es ist von diesem rein weltlichen Standpunkt aus gesehen von höchster Wichtigkeit für die Regierung, dass sowohl der Einzelne, als auch die Familie und die Gesellschaft eine gesunde Hochachtung für die Beachtung der Formen und Verantwortlichkeiten des ersten Tages der Woche haben.

Unser Interesse geht jedoch nicht in erster Linie in diese Richtung. Lasst uns gut darauf achten, dass wir unsere Freiheit und unser Freisein vom Gesetz nicht zum Anlass für das Fleisch gebrauchen, diesen kostbaren Tag mit Vergänglichkeiten oder Bösem zu vertun; lasst uns nicht so ein Bild abgeben, dass die Welt denken könnte, dass wir ebenso gleichgültig sind wie sie.

Der Tag des Herrn darf ein Tag besonderer Freude sein. Das für die Familie sorgende Haupt wird von vornherein Maßnahmen treffen, damit so viel Arbeit wie möglich vor dem ersten Tag der Woche erledigt ist, während die Familienmitglieder versuchen werden, so viel wie möglich der notwendigen Dinge zu erledigen, bevor der Sonntag anbricht.

Wir werden auch den Samstagabend sicher nicht für allerlei Dinge gebrauchen, die uns des nötigen Schlafs berauben, so dass keine Entschuldigung da sein wird, am Morgen des Tages des Herrn auszuschlafen.

Wahrscheinlich hat jeder von uns die Neigung, dem Herrn das zu rauben, was Ihm gehört, indem wir seinen Tag als einen Tag voller Ruhe für die Familie behandeln. Wir sprechen natürlich nicht von der Notwendigkeit einer kleinen Ruhepause, die vielleicht für solche nötig ist, die die ganze Woche früh aufstehen und lange aufbleiben müssen; aber übertreibe es nicht. Und es gibt zweifellos sehr viele, die an diesem Tag ebenso früh aufstehen können, wie unter der Woche.

Übersetzung: Stephan Winterhoff