27.02.2010 Hebräer | Persönlicher Glaube

Das Wort vom Anfang des Christus verlassen

Die Bergpredigt gehört zu den bekanntesten Teilen des Wortes Gottes, die viele als Lebensregel des Christen verstehen. Dazu wollen wir bedenken: Die Erlösung, das Werk des Herrn am Kreuz und dessen Folgen werden an keiner Stelle der Bergpredigt erwähnt. Ebenso wenig wird auf den persönlichen, rettenden Glauben an Christus hingewiesen. Es kann also nicht um unsere eigentliche Stellung als Christen und um die damit verbundene praktische Verwirklichung gehen.  

Dies nimmt der Schreiber des Hebräerbriefes zum Anlass, Themen wie die Bergpredigt als „das Wort von dem Anfang des Christus" zu bezeichnen. Es sind Worte, die Christus hier auf der Erde gesprochen hat, bevor Er das Werk der Versöhnung vollbracht hatte. Diese Worte waren vollkommen! Aber sie beinhalteten nicht die gewaltige christliche Stellung, in der wir uns befinden. Die Worte des Herrn entsprachen exakt dem Zustand und den Bedürfnissen der Jünger damals; die christliche Wahrheit, die wir in den Briefen finden, geht weit darüber hinaus.

Die Christen aus den Juden standen in Gefahr, die ganze christliche Wahrheit wieder aufzugeben und zu den Anfängen zurückzukehren - zu dem, was der Herr Jesus zu seinen Jüngern damals gesprochen hatte. Deshalb wird ihnen gesagt: „Lasst uns fortfahren zum vollen Wuchs" (Heb 6,1).Das heißt nicht, dass wir die Worte von dem Anfang aufgeben und vergessen sollten. Aber sie sind wie Milch im Vergleich zur festen Speise (Heb 5,12). Die Milch ist weit entfernt von der Erhabenheit unserer jetzigen Stellung, verbunden mit einem auferstandenen und verherrlichten Herrn.