13.02.2010Matthäus | Persönlicher Glaube

Das „Vater unser“ 2

Einige weitere grundsätzliche Gedanken zu dem „Vater unser":

4. Aus Lukas 11,1 kennen wir den konkreten Anlass dafür, dass der Herr seinen Jüngern dieses Gebet gab. „Als er betete, da sprach, als er aufhörte, einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten". Auf die Bitte der Jünger gab Jesus ihnen ein Gebet. Aber in Lukas 11,2-4 sehen wir, dass der Herr deutlich weniger Bitten nennt als in Matthäus 6. Das legt nahe, dass Christus seinen Jüngern nicht gesagt hat: „Nehmt dieses Gebet und betet es genau in diesem Wortlaut jedes Mal, wenn Ihr betet!" Denn was für ein Gebet hätten sie denn sprechen sollen: Das aus Matthäus 6 oder das aus Lukas 11?

5. Hinzu kommt, dass das Gebet in Matthäus 6 ohne „richtigen Abschluss" in eine Erklärung übergeht. Die Verse 14 und 15 erläutern eine der genannten Bitten und zeigen, dass es dem Herrn um bestimmte Gebetsgrundsätze geht, nach denen sich die Jünger richten sollten, nicht jedoch um ein vorformuliertes, nachzusprechendes Gebet.

6. In Johannes 16,24 sagt der Herr Jesus: „Bis jetzt habt ihr um nichts gebeten in meinem Namen. Bittet, und ihr werdet empfangen, damit eure Freude völlig sei." Hier macht Er deutlich, dass es für die Jünger eine Veränderung unter anderem im Blick auf ihre Gebeten geben würde. Bislang hatten die Jünger nichts im Namen des Herrn Jesus gebetet. Wenn Er aber gestorben und auferstanden wäre, sollten sie genau das tun. Ihr Gebete würden also von einer ganz anderen Art als früher sein.